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PROMISES! PROMISES!: Re-Offender |
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Platten -
Aktuelle Plattenkritiken
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Geschrieben von Jan Laging
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Samstag, 13. Oktober 2007 |
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(Rodeostar Records/Edel) „Ach ja, damals, in den Neunzigern, als es noch richtig gute Emocore-Gruppen gab“, mag man nostalgisch in den Erinnerungen schwelgen, „dass waren noch Zeiten!“ Tatsächlich hatten sich ja in der Sturm und Drang Phase nach Rites Of Spring viele großartige Gruppen zusammengefunden, um den nicht ausdefinierten Emobegriff mit Leben zu füllen. Metalcore und Mainstream-Screamo waren noch ferne Zukunftsmusik und viele Bands besaßen noch einen Indie Hintergrund, der immer mehr in Vergessenheit geraten ist. Wirklich durchgesetzt haben sich jedoch nur Jimmy Eat World und die verblichenen Get Up Kids. Eben diese beiden scheinen auch den Musikern von PROMISES! PROMISES! viel zu bedeuten, da ihr Einfluss mehr als deutlich bei den Songs ihres Debütalbums durchschimmert. Fernab von überzogener Weinerlichkeit, präsentiert die Gruppe aus Oldenburg ihren Sound, der mit dem zur Zeit grassierenden Hochglanz-Teenie-Emo eher wenig gemein hat.
Dafür klingen die Stücke von „Re-Offender“ zu charmant nostalgisch und beinahe uncool, wofür die trockene Produktion im spanischen Studio von Santi Garcia (Fazes, One Man And His Droid) ihr übriges beisteuert. Besonders die erste Hälfte der Platte gehört vielleicht sogar zu dem Besten, was in den letzten paar Jahren in der deutschen Szene veröffentlich wurde, mal abgesehen von ihren geistigen Brüdern Alias Caylon. Gleich der Opener „Where The Summer Starts“ ist 90er Emo in Reinkultur und besticht mit einem Refrain, der dem Hörer noch lange im Kopf herumspuken wird. Das folgende „You´re To Me“ stellt hingegen eine Verneigung vor den Get Up Kids dar und gefällt vor allem, Dank Orgeleinsatz, den die Gruppe in Zukunft ruhig häufiger hervorkramen sollte. Die Single „The Thrill Is Gone“ ist Alternative-Emo für´s Radio, während „Turn My Back on The Radio“ eher den künftigen Moshpit anstacheln wird. Das fünfte Stück “Game Over” sorgt hingegen für versöhnlichen Herzschmerz und ist eine der schönsten Emo-Balladen, die je in Deutschland geschrieben wurden. Ach ja...
Ebenso abwechslungsreich gestaltet sich auch der Rest des Albums, auch wenn nicht mehr ganz so viele zwingende Refrains und Melodien erklingen. Dennoch hat die Gruppe mit dem atmosphärisch-ruhigen „And The World Stands Still“ und dem rockigeren „This Summer Is Suicide“ zweimal eine Hommage an Jimmy Eat World auf der B-Seite untergebracht, welche auch auf deren „Clarity“-Album hätten stehen können. Und auch wenn diese Parallelen überdeutlich hörbar sind, klingen Promises! Promises! nie anbiedernd, sondern machen einfach vieles richtig, woran andere Gruppen scheitern: „Wir haben nach einem bestimmten Sound gesucht, den wir nicht in Deutschland gefunden haben – natürlich, emotional, direkt!“ umschreibt Sänger Angelo Mammone den Einstand seiner Band. Mit „Re-Ofender“ ist ihnen ein bestechend gutes Album gelungen, welches dank seiner schlichten Natürlichkeit eure Aufmerksamkeit und Unterstützung verdient! Ein besseres Genrealbum wird in diesem Jahr nicht mehr veröffentlich werden.
Info: www.myspace.com/promisespromises »
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