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BORN FROM PAIN: „Für uns war von Anfang an klar, dass wir weitermachen“ PDF Drucken E-Mail
Interviews - Aktuelle Interviews
Geschrieben von Markus Tils   
Montag, 27. August 2007

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Die neue Formation: Born From Pain (Foto: Metal Blade)
Viel los bei Born From Pain. Urplötzlich stieg vor einigen Monaten Gründungsmitglied und Sänger Che Snelting aus der Band. Gerade zu seinem Zeitpunkt, wo es für die niederländisch-deutsche MetalCore Gruppe so gut lief wie nie zuvor. Wer, wieso und weshalb jetzt neuer Sänger wird, dass kann man im folgenden Interview lesen. Eine Wasserstandsmeldung von Gitarist Dominik Stammen.

 

SMASH-MAG.com: Wie überraschend kam der Ausstieg von Sänger Che?

Dominik: Etwas überraschend war es schon zu dem Zeitpunkt, allerdings haben wir schon länger gefühlt, dass etwas nicht mehr gepasst hat. Sowohl von Che's als auch von unserer Seite. Nun, er hatte halt andere Ziele im Leben und von daher kann man niemanden zwingen, etwas gegen seinen Willen zu tun.

SMASH-MAG.com: Wie groß war die Enttäuschung darüber? Kam jemals Wut auf, dass er die Band gerade jetzt verlässt, wo es so gut läuft?

Dominik: Klar waren wir anfangs verärgert, zumal Che wenig Bereitschaft gezeigt hat, weitere Shows mit uns zu spielen, was uns letztlich erst in die Lage gebracht hat, in der wir die letzten sechs Monate verbracht haben, also mit Aushilfssängern. Andererseits wie gesagt, wir wollten und konnten ihn nicht zwingen, mit uns weiter zu machen, von daher galt für uns: Mund abwischen, weitermachen. Du sagst es selbst, es läuft sehr gut für uns, von daher wäre es bestimmt nicht richtig gewesen, einfach so aufzugeben.
 
SMASH-MAG.com: Gab es jemals den Gedanken alles hinzu schmeißen, denn in der letzten Zeit gab es ja einige Wechsel bei BFP.

Dominik: Nein, eigentlich nie. Für uns war von Anfang an klar, dass wir weitermachen. Die Position des Sängers zu wechseln, ist natürlich immer das Schwierigste für eine Band, aber mit Kevin werden wir stärker denn je sein, da sind wir uns alle sicher und ich denke auch, dass das viele Leute genau so sehen werden.
Ansonsten gab es ja im Grunde keine Wechsel bei BFP in letzter Zeit, ich bin seit mittlerweile knapp zwei Jahren fest dabei und hab schon seit 2003 Stefan oft auf Touren vertreten, von daher ist es bis auf Che eigentlich das konstanteste Line-Up, was Born From Pain je hatten.

SMASH-MAG.com: Was hält diese Band intakt?  Was hat euch motiviert weiter zu machen?

Dominik: Auch wenn ich mich wiederhole, es läuft besser als je zuvor für diese Band, das aktuelle Album „WAR“ bekommt durchweg sehr positive Kritiken, unsere Tour mit Napalm Death und unsere eigene Headline-Tour waren mehr als erfolgreich und die HELL ON EARTH-Tour klopft schon an die Tür. Klar könnte man auch sagen, man soll aufhören, wenns am schönsten ist, aber wir merken, dass trotz der guten Resonanz weiterhin Luft nach oben ist.
Außerdem ist das Klima innerhalb der Band wieder viel besser, nachdem der ganze Stress um Che vorbei war, was für uns ein weiteres Zeichen war, auf keinen Fall den Kopf in den Sand zu stecken.

SMASH-MAG.com: Momentan ist Carl Schwartz bei euch als Sänger eingesprungen. War es von Anfang an klar, dass er das nur für einige Wochen macht? Wie kam es zustande?

Dominik: Das ist nicht ganz richtig, auch wenn es von uns anfangs so geplant war. Nachdem Che uns gesagt hat, er wolle aussteigen und nach unserer Europa-Tour im März keine Shows mehr spielen, haben wir sofort nach Ersatz gesucht. Carl hatte schon angedeutet, dass er nach der Tour (er war mit First Blood als Support dabei) noch eine Weile in Deutschland bleiben will und da haben wir die Sache gleich klargemacht. Wir sind jahrelange, gute Freunde und da waren wir froh, den Leuten gleich einen sehr guten Ersatz präsentieren zu können. Carl hat sich dann leider doch schneller als geplant wieder auf den Weg Richtung USA machen müssen, da First Blood kurzfristig touren konnten.
An dieser Stelle auch nochmal ein Riesen-Dankeschön an Paul von Superior und Marcel von The Platoon, dass sie uns so sehr geholfen haben!

SMASH-MAG.com: Bei der Hell On Earth Tour wird Scott Vogel als Frontmann die Vertretung machen. Warum er? Wie seid ihr auf ihn gekommen?

Dominik: Die Sache ist im Grunde von ihm ausgegangen. Auch Scott ist ein sehr guter Freund von uns seit Jahren. Da er wusste, dass wir zu dem Zeitpunkt noch keinen festen Sänger gefunden hatten, bot er sich selbst für die Hell On Earth Tour an. Scott meinte, er werde in der Zeit eine Pause mit Terror haben und wollte unbedingt mit uns touren und für uns singen.

SMASH-MAG.com: Soviel ich weiß, soll Kevin Otto der eigentlich Nachfolger von Che werden. Wie seid ihr auf ihn gestoßen? Bedeutet es auch das „aus“ für Ottos eigentlichem Band End Of Days?

Dominik: Das ist richtig. Die News sind offiziell und Kevin wird bei uns fest einsteigen. Ihn kennen wir ebenfalls schon lange und er war für uns mehr als eine gute Option für Che's Nachfolge.
Was End Of Days machen werden, weiß ich nicht, auch wenn ich es schade um die Band finde. Allerdings möchte ich klarstellen, dass Kevin gleich am Anfang unserer Gespräche gesagt hat, dass End Of Days mehr oder weniger Geschichte sind und er eine neue Herausforderung sucht. Wir selbst hätten niemals gewollt, dass sein Einstieg bei uns End Of Days zunichte macht.  

SMASH-MAG.com: Warum konnte er nicht direkt einspringen?

Dominik: Kevin hat zur Zeit viel um die Ohren mit seinem Job, Umzug etc. Da bleibt ihm leider wenig Freiraum, um sich 100%ig auf BFP vorzubereiten. Er ist kein Typ für halbe Sachen, daher halt erst nach der Tour.

SMASH-MAG.com: Was verspricht ihr euch von Kevin Otto? Was sind die Stärken und wie wird er Born From Pain weiter bringen.

Dominik: Wer End Of Days und seine Stimme kennt, weiß, welche Gewalt Kevin mit seiner Stimme entfachen kann. Wer ihn schon live gesehen hat, weiß, dass er das auch auf der Bühne zu 110% umsetzt. Wir sind uns sicher, dass er uns weiter nach vorne bringt und vor allem unsere Musik noch aggressiver klingen werden lässt. Wie gesagt, Kevin ist jemand, der sich voll reinhängt und deswegen werden wir noch stärker als je zuvor von diesem Wechsel profitieren.

SMASH-MAG.com: Was unterscheidet ihn und Che?

Dominik: Ohne Che zu nahe treten zu wollen oder seine Leistungen für die Band zu schmälern, aber Kevin wirkt wie schon gesagt sowohl auf Platte als auch live noch angepisster und aggressiver. Außerdem wird er mit vollem Herzblut an die Sache rangehen, was Che zuletzt nicht mehr hinbekommen hat, verständlich natürlich, wenn man sich einmal dafür entschieden hat, die Band zu verlassen. Von daher will ich da kein böses Blut oder so vergießen. Die Leute werden bestimmt schnell merken, dass uns der Wechsel mehr als gut tun wird.


SMASH-MAG.com: Mit Kevin Otto ist neben Dominik der zweite deutsche bei BFP Mitglied. Und Rob wohnt ebenfalls in Essen soweit ich weiß. Zeigt es, dass diese Kluft zwischen beiden Ländern ein überholtes Thema ist? Diskutiert man oft innerhalb der Band darüber?

Dominik: Haha, nein, die Kluft wird für immer bestehen, solange Holland mit ihrem Schön-Schön-Gekicke immer noch keinen WM-Titel holen und sich weiterhin über unsere Rumpel-Fußball aufregen, der uns aber immerhin schon drei mal zum Erfolg gebracht hat. Ansonsten gibt’s glaub ich kaum länderspezifische Diskussionen innerhalb der Band. Ein paar blöde Sprüche, aber das wars auch schon meistens. Wenn man ganz ehrlich ist, sind sich Holländer und Deutsche doch oft sehr ähnlich...:)

SMASH-MAG.com: Durch den Wechsel am Mikro steht dennoch fest, dass BFP definitiv weiter machen. Wann kann man mit dem nächsten Album rechnen?

Dominik: Richtig, wir werden bald anfangen, an neuen Songs zu arbeiten und spätestens nächstes Jahr im Herbst aufnehmen. Einen neuen Song mit Kevin werden wir aber schon so bald wie möglich aufnehmen und die Welt hören lassen!

Wir sehen uns hoffentlich alle auf der HELL ON EARTH TOUR!

dom/bfp

Info: www.bornfrompain.com
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