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 CALIBAN beim Fotoshooting (Foto: Markus A. Tils) Unentwegt gehen Caliban weiter ihren Weg. Kaum hat man das letze Album „The Undying Darkness“ verdaut erscheint mit „The Awakening“ das neuste Werk der Jungs aus Hattingen. Einige Songs wurden bereits Anfang des Jahres während der „Darkness Over Europe-Tour“ gespielt, wo Caliban mit Bleeding Through, Heaven Shall Burn uva. die bekanntesten Clubs des Landes fühlten. Die Fanschar wächst von Tour zu Tour und somit auch die Anzahl der Neider. An einem Punkt zu gelangen, wo diese Band die „Szenen“ Forum polarisiert ist ja nichts Neues. Zeigt aber auch die Anerkennung. Schließlich ist Neid eine Form von Anerkennung, den Erfolg mit sich bringt. Nicht zu vergessen: was währe MetalCore in Deutschland ohne Caliban? Auf zur nächsten Runde…
SMASH-MAG.com: Wir haben schon einige Male Interviews geführt und über alles Mögliche gesprochen. Was mich jetzt mal Interessiert ist, wie eine Band wie Caliban funktioniert. Jeder der arbeiten geht, kriegt am Monatsende sein Gehalt. Wie ist es bei einer Band wie Caliban? Wie läuft das ab?
Marc: Wir sind ja eine Band, die im Jahr ständig unterwegs ist, und die Liveauftritte sind unsere größte Einnahme. Das Geld wird dann untereinander aufgeteilt. Das Management kriegt natürlich auch seinen Anteil, da es viel Organisatorisches für uns übernimmt und erledigt, so wie bei der Support-Tour für Machine Head. Das ist für uns eine Chance, bei der wir aber kaum Geld sehen. Aber dafür spielen wir vor einem anderen Publikum. Merch geht natürlich auch an uns, und die CD-Verkäufe sind ein ganz, ganz kleiner Teil - kaum erwähnenswert in der heutigen Zeit. Es ist nicht soviel, wie sich viele vorstellen, nur weil man bei einem großen Label ist. Man muss ja von dem Geld, was man vom Label bekommt, schließlich auch die Aufnahmen bezahlen. Will man qualitativ hochwertige Aufnahmen haben, kosten die auch entsprechend – sie sind relativ teuer.
SMASH-MAG.com: Seid ihr den alle selbstständig?
Marc: Wir sind alle als Selbstständige tätig. Caliban ist eine GbR.
SMASH-MAG.com: Ist der Anteil des Geldes innerhalb der Band eigentlich gleich? Du und Andy seid ja der Kopf der Band und schreibt die meisten Songs.
Marc: Ja, der ist vom Grundsatz gleich. Aber wenn Patrick noch nebenbei viel Organisatorisches macht, wie z.B. die Buchführung, kriegt er einen Teil mehr, schließlich hat er auch mehr Arbeit geleistet für die Band. Für die, die Songs schreiben gibt es dann noch die GEMA-Gebühren, die abfallen. Je mehr Liveshows wir spielen, umso mehr GEMA bekommen wir dann auch.
SMASH-MAG.com: Gibt es sonst kein Team um Caliban?
Marc: Doch doch, das gibt es. Aber sie gehören nicht selbst konkret zur GbR. Diejenigen, die uns helfen, schreiben uns eine Rechnung und das läuft dann ganz normal ab.
SMASH-MAG.com: Jetzt kommt das neue Album „The Awakening“ Wie würdest du es im Vergleich zum letzten Album beschreiben?
Marc: Es ist eine Ecke härter als zuvor. Der Sound ist auch anders gehandhabt. Wir haben zwar immer noch Clean-Gesang, jedoch nicht mehr soviel, es ist deutlich weniger geworden. Diesmal hat es auch nicht Andy Sneap, sondern Adam Dutkiewicz von Killswitch Engage gemischt. Adam hat zum Beispiel auch Underoath („Define The Great Line“) oder Parkway Drive („Killing With A Smile“) produziert. Man hört natürlich, dass es immer noch Caliban ist, trotzdem denke ich, dass wir uns das Beste aus den bisherigen Alben genommen und daraus einen Mix gemacht haben.
SMASH-MAG.com: Wie seid ihr auf Adam gekommen, ihn euer Album mixen zu lassen?
Marc: Andy Sneap hatte es zeitlich eher später für uns mixen können. Doch wir wollten, dass die Platte früher fertig wird. Dann mussten wir uns umschauen und hatten auch die Idee gehabt, Adam auch das Album produzieren zu lassen. Aber Adam war zu dem Zeitpunkt auf Tour und konnte nicht, fragte aber direkt nach, ob er es nicht mischen könne. Musikalisch und soundtechnisch sind wir dementsprechend bei „The Awakening“ einen neueren Weg gegangen und klingen rauer, und vor allem klingt das Schlagzeug viel brachialer als zuvor.
SMASH-MAG.com: Wer hat das Album letztendlich produziert?
Marc: Das war Benny Richter, ein Freund von uns, mit mir zusammen. Wir haben halt lange überlegt, wen wir als Produzenten nehmen sollen. Rhys Fulber, der u.a. Fear Factory produzierte, war im Gespräch. Aber als ich mit Benny zusammen Keyboard-Files fürs neue Album einspielte, kamen wir halt auf die Idee, es gemeinsam zu machen. Die Zusammenarbeit hat prima funktioniert. Dass Benny auch bei uns um die Ecke wohnt, hatte den Vorteil, dass er ständig dabei war. Es war nicht so, wie bei den großen Produzenten, dass sie für zwei Wochen ins Studio kommen, sich alles anhören, Vorschläge machen, und das Ding ist im Kasten. Wir konnten viele Ideen einfach umsetzen, ausprobieren und das über zwei Monate lang. Ich finde, dass auch die Gesangsstrukturen diesmal viel besser klingen, da wir einfach viel mehr Möglichkeit hatten, diese zu bearbeiten und dran zu feilen was letztendlich ausgereifter klingt.
SMASH-MAG.com: Wann seid ihr mit den Aufnahmen fertig gewesen?
Marc: Mitte Februar war es fertig.
SMASH-MAG.com: Und Ende Mai wird es erscheinen. Eine lange Zeit wo man echt aufpassen muss, dass die Aufnahmen plötzlich im Netz stehen. Es gibt Magazine, die erhalten die Promo und einen Tag später ist das Review online. Auch wenn der Tag der Veröffentlichung z.B. noch sechs Wochen später ist. Was mich dabei erstaunt ist, dass es dann aber Leser gibt, die über die Platte diskutieren, obwohl es die Platte erst sechs Wochen später zu kaufen gibt.
Marc: Klar, die outen sich dann, dass sie es sich runtergeladen haben und das ist in meinen Augen Diebstahl. Sich das Album runterladen und dann kaufen würde ich ja noch okay finden, aber die meisten denken sich doch, wenn ich es schon mal auf dem Rechner hab, warum dann noch kaufen? Und das ist halt Scheiße.
 Gitarrist Marc SMASH-MAG.com: Somit fördert das verfrühte Erscheinen des Reviews den illegalen Download und schadet so dem Label und letztendlich euch.
Marc: Bei der letzten Promo und auch zur „The Awakening“ haben wir die ganze CD auf 100Tracks zerstückelt. Das erschwert es sehr, dass die Platte dann komplett im Netz erscheint. Mit dieser Taktik sind wir halt gut ausgekommen. Aber man ist eh nie sicher, wer und wann etwas online stellt. Auf jeden Fall war das Album relativ spät im Netz. Der beste Schutz, den es gibt ist halt, dass ein Code auf die CD gebrannt wird, die als Promo raus geht. Anhand des Codes, kann man dann erkennen, welche CD genau ins Internet gestellt wurde und man kann denjenigen ausmachen. Aber das ist eine extrem kostspielige Sache und man muss abwiegen, ob man das macht oder halt wie wir, die Tracks zerstückelt.
SMASH-MAG.com: Du spricht, die sogenannten Wasserzeichen an. Hast du schon mal davon gehört, dass man mal einen gecatcht hat, der euer Album ins Netz gestellt hat?
Marc: Ja, bei unserer letzen Platte habe ich mal davon gehört.
SMASH-MAG.com: Wie ist euer Stellenwert in den Staaten? Wie viele Leute kommen zu euren Shows?
Marc: Das ist unterschiedlich. An der Ost- und Werstküste ist es sehr gut. Da spielen wir an Abenden vor 400-500 Leuten. Gerade in Kalifornien läuft es auffallend gut. Je weiter es dann ins Landesinnere geht, umso weniger Leute kommen zu unseren Shows. Da kommen am Abend bis zu 250. Dennoch darf man nicht vergessen, dass wir eine Band aus Deutschland sind und wir es ja sowieso schwieriger haben, dort anerkannt zu werden. Im Schnitt waren bei der letzten Tour 370 Leute bei unseren Shows und wir haben 30 Gigs gespielt.
SMASH-MAG.com: Euer letztes Album ist dort nicht über Roadrunner, sondern über Abacus erschienen. Wie sieht es mit „The Awakening“ aus?
Marc: Das wird dort ebenfalls über Abacus erscheinen?
SMASH-MAG.com: Wie kommt’s, dass es Roadrunner USA nicht selbst macht?
Marc: Das liegt nicht in unserer Hand. Unser Vertrag mit Roadrunner gilt eigentlich weltweit. Jedoch haben die in den Staaten viel um die Ohren, und es ist nach wie vor schwer für eine europäische Band. Metalcore- oder Emocore-Bands erscheinen dort wöchentlich. Da braucht man halt nicht nach Europa zu schauen, weil da einige Bands ganz gut sind. Für eine schwedische Metalcombo legen dir die Leute von Roadrunner USA 15 US-Bands auf den Tisch, die genauso klingen. Deshalb gibt Roadrunner USA uns als Thema an ein Label ab, was 100% mit uns was anfangen kann. Das hat für uns dann auch den Vorteil, dass wir einen Ansprechpartner dort haben, der auf uns setzt und uns weiterhilft. Es ist somit für uns besser, dort auf einem kleinen Label zu sein, als unter der großen Roadrunner-Flagge. Mir soll’s so recht sein, da es für uns halt komplett super läuft und die bisherigen Entscheidungen halt dazu beigetragen haben.
Info: www.calibanmetal.com / www.roadrunnerrecords.de/artists/Caliban/ »
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