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Donnerstag, 20. November 2008 Home arrow Interviews arrow DROPKICK MURPHYS: „Zeit für was Neues“
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Wegen der großen Nachfrage wurden die Konzerte in München, Köln, Saarbrücken und Hamburg in größere Konzerthallen verlegt:

 

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DROPKICK MURPHYS: „Zeit für was Neues“ PDF Drucken E-Mail
Interviews - Aktuelle Interviews
Geschrieben von Markus Tils   
Donnerstag, 20. September 2007

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Mit eigenem Label unterwegs... (Foto: Dropkick Murphys .com)
Etwas müde wirkt Sänger Al Barr, als er die Bar des Kölner Christall Hotel betrat. Der Jetlag scheint ihm in den Knochen zu sitzen, und die Promotion für das neue Album „The Meanest of Times“ hinterlässt halt Spuren. Gestern Berlin, heute Köln und in der Nacht sollte es noch nach Amsterdam gehen. Auf geht’s…

 

SMASH-MAG.com: Vans hat euch vor einigen Monaten einen Schuh gewidmet. Hast du einen Überblick, wie viele Schuhe verkauft wurden?

Al Barr: (lacht) Nein. Eine genaue Zahl kann ich dir nicht sagen. Aber ich weiß, dass alle Schuhe der „ersten Pressung“ - wenn man das so sagen möchte - alle in den Handel gekommen sind. Somit kann man keine mehr nachbestellen. Sold Out.

SMASH-MAG.com: Über das neue Album sagt ihr: “a collection of tales about family, loyalty and remembering where you came from”. Wie wichtig ist dir Familie?

Al Barr: Meine Familie ist das Wichtigste in meinem Leben. Wenn mich jemand fragt, woher ich herkomme, sag ich, dass ich aus Portsmouth, New Hampshire komme. Nicht Boston, wie viele wohl denken mögen.

SMASH-MAG.com: Was ist Punk und was ist Folk für dich?

Al Barr: Sie haben viele Gemeinsamkeiten. Mehr als man denkt. Zwar musikalische unterschiedlich, aber DIY steckt in beiden. Ich hab Freunde, die Folk-Musiker sind und auch alles selbst in die Hand nehmen müssen. Man versucht sich, wie im Punk, irgendwie durchzukämpfen, um mit seiner Musik was zu erreichen.

SMASH-MAG.com: Hat dir deine Mutter deutsche Volksmusik vorgespielt?

Al Barr: Ja, aber nicht jetzt gerade „In München steht ein Hofbräuhaus“. Ich bin aber in den Staaten aufgewachsen und da hört man eine andere Art von Volksmusik als hier. Das fängt schon in der Schule mit Country bei uns an.

SMASH-MAG.com: Deine Mutter stammt aus München?

Al Barr: Nein, Regensburg. Ist aber dann mit ihren Eltern, also meinen Großeltern, nach München gezogen.

SMASH-MAG.com: Hast du noch Verwandtschaft hier? Wenn ja, noch Kontakt?

Al Barr: Ja, ich habe noch zwei Onkel. Die leben aber nicht mehr in Deutschland. Einer hat eine Chinesin geheiratet und ist beruflich auch nach China gezogen. Der andere lebt mittlerweile in der Schweiz. Leider habe ich keine Zeit, ihn besuchen zu gehen. Bin gestern aus Berlin gekommen und heute Abend geht es noch nach Amsterdam. Die ganze Zeit bin ich nur für die Promotion des neuen Albums hier.

SMASH-MAG.com: Handelt der Opener vom neuen Album, „Famous For Nothing“, von Basketball? Hab leider die Lyrics nicht, jedoch hört man es heraus.

Al Barr: Ja, in gewisser Weise schon. Es geht um einen Court im Viertel. Ein Platz wo Jugendliche sich treffen, um auf der einen Seite Basketball zu spielen und auf der anderen abzuhängen und zu feiern.

SMASH-MAG.com: Wie wichtig ist Sport für die Dropkick Murphys?

Al Barr: Naja. Wir schauen gerne Sport. Einige von uns spielen auch ab und an Basketball und Baseball. Das sind halt die US-Sportarten der Working Class. Football spielt man nicht auf der Straße. Und Fußball ist eher ein Sport, der in den Staaten viel auf Privatschulen gespielt wird.

SMASH-MAG.com: Privatschule? Echt? Das genaue Gegenteil zu Europa.

Al Barr: Das ist richtig. Obwohl ich hab auch als Junge Fußball gespielt. Lag wohl an meinen Wurzeln.

SMASH-MAG.com: Tja, ich glaube auch, dass ein David Beckham nichts ändern wird. Ich halt auch nicht viel von ihm. Beckham hat nicht die Klasse eines Pele oder Beckenbauers, um da groß was zu leisten.

Al Barr: Ich halte auch nichts von ihm. Aber der Fußball kommt langsam. Schau, wie es damals vor zehn Jahren in den Staaten war. Bei Beckhams Frau, da krieg ich das kotzen. Die will doch nur im Rampenlicht stehen. Aber die Leute fahren auf ihn ab, kaufen sich sein Trikot und wollen sich mit seinem Namen schmücken. Ein dämlicher Schönling ist das.

SMASH-MAG.com: Kommen wir noch mal zum Album. The Pogues sind eine bekannte Einflussgröße von euch. Wie kam es, dass Spider Stacy von The Pogues und sogar Ronnie Drew von The Dubliners bei „Flannigan's Ball“ zu hören sind?

Al Barr: Vor einigen Jahren - nein, es war bei der Christmas Tour 2005 - haben wir für The Pogues eröffnet. Das war uns eine große Ehre. Sie haben uns mit Komplimenten überschüttet. Spider Stacy ist eine Legende. Bei der letzten Show in Dublin war auch Ronnie Drew im Club. Die Chance haben wir genutzt und beide gefragt. Beide haben zugesagt.

SMASH-MAG.com: Ich finde, dass das neue Album deutlich weniger Folk-Elemente beinhaltet. Mehr Rock, mehr Punk.

Al Barr: Richtig. Du hast es gehört! Heute kamen schon welche, bei denen man anhand der Fragen merkte, dass sie es noch nicht gehört hatten. Unsere Songs sind einfach so entstanden. Es ist auch mal wieder gut, etwas anders zu klingen als auf den letzten Alben. Wir wollten mehr Rock, mehr Punk. Es sollte dreckiger wirken und ordentlichen krachen. Es ist halt Interessant, da viele bestimmt noch mehr Folk erwartet hätten. Das Gegenteil ist eingetreten. (lacht)

SMASH-MAG.com: Keine Angst, dass die Leute es vielleicht nicht mögen?

Al Barr: Bei jedem Album kann man sich nicht sicher sein, ob es die Leute mögen oder nicht. Von daher haben wir uns darüber nie Gedanken gemacht. Ich hoffe, dass es die Leute mögen werden.

SMASH-MAG.com: Habt ihr es schon live gespielt?

Al Barr: Zwei, drei Lieder haben wir bereits live gespielt. Sie haben schon ordentlich Power auf der Bühne. Wir müssen sie noch besser üben (lacht). Ich sag immer, dass mein Chip einfach voll ist. Man kann sich nicht alle Texte merken und so muss ich auch immer alles lernen. Es kommt halt auch vor, dass ich plötzlich die Texte vergessen, die wir am Abend spielen wollten. Gerade jetzt müssen wir mehr Songs vom neuen Album spielen. Warum macht man sonst neue Songs? Es ist ein Balanceakt, ein gesundes Mittelmaß zwischen neuen Songs und den Hits, die die Leute gerne hören wollen. Jedoch sind wir guter Dinge, dass unsere Fans die neue Platte genauso mögen, wie die vorherigen auch.

SMASH-MAG.com: Wie kommt es, dass ihr jetzt euer eigenes Label gegründet habt?

Al Barr: Wir waren jetzt zehn Jahre und fünf Alben bei Epitaph/Hell-Cat. Es wurde Zeit für was Neues. Es hat sich ein Rhythmus eingeschlichen, und dem wollten wir entkommen. Deshalb wollten wir diesmal alles selbst machen. Mit seinem eigenen Label hat man alles unter Kontrolle. Wir sind Epitaph sehr dankbar, haben gut miteinander gearbeitet und uns nichts zu schulden kommen lassen. Den Vertrag über fünf Alben haben wir erfüllt, und sie hätten auch gerne verlängert. Auch andere Labels kamen auf uns zu. Aber ein Label ist letztendlich wie jedes andere. Es hätte nichts geändert, wenn wir zu einem anderen Label gegangen wären. Man macht eine Platte, gibt sie ab und das Label bringt sie raus. Einzig die Chance, ein eigenes Label zu gründen hat uns noch mal einen Schub gegeben. Es ist eine neue Herausforderung. Entweder ist es die beste oder die dümmste Entscheidung als Band. Frag mich das in ein paar Monaten. Dann wissen wir es.

Info: www.dropkickmurphys.com
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