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Wegen der großen Nachfrage wurden die Konzerte in München, Köln, Saarbrücken und Hamburg in größere Konzerthallen verlegt:

 

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Interviews - Aktuelle Interviews
Geschrieben von Melanie Kallenbach   
Freitag, 8. Juni 2007

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Sänger Peter Hein (Foto: M. Kallenbach)
Nachdem die Fehlfarben letztes Jahr ihr Jubiläumsalbum „26 ½“ veröffentlichten, auf welchem mehr Gastsänger zu hören waren, als Peter Hein selbst, ist es jetzt dank dem „Handbuch  für die Welt“ wieder möglich die markante Stimme des Altmeisters allein aus den Boxen schallen zu hören. 12 neue Stücke, die einerseits die politische Abgeklärtheit, aber auch hier und da die romantisierende Ader des Peter Hein zum Vorschein bringen.

SMASH-MAG.com hat Peter Hein und Kurt „Pyrolator“ Dahlke in einem kleinen Büro überhalb des Kölner Prime Club kurz vor ihrem Konzert auch zu eben diesem neuen Album befragt.

 

SMASH-MAG.com:  Seid ihr mit eurem bisherigen Tourverlauf zufrieden?

Pyrolator: Ja! Der Wunsch, den wir dieses Mal hatten, war: Lieber ein bisschen mehr spielen und das in kleineren Clubs. Bei der letzten Tour haben wir gemerkt, dass wir uns in kleineren Hallen eher zuhause fühlen und das macht natürlich Spaß.

SMASH-MAG.com:  Habt ihr ein typisches Publikum?

Peter Hein:  Ja, typisch gemischt. Also, man erkennt die von außen nicht, die haben keine Irokesen, Lederjacken oder Arschlappen, sondern sehen relativ normal aus und schwanken im Alter von Mitte Zwanzig bis zu unserem Alter und ich schätze mal, das Bildungsspektrum wird auch von Hauptschule bis Professoren reichen.

Pyrolator:  Wir haben auch gemerkt, dass wir in Zeiten von myspace viele junge Freunde haben und hoffen natürlich, dass die auch mal zu den Konzerten kommen werden.

SMASH-MAG.com:  Euer neues Album „Handbuch für die Welt“ war ja eigentlich schon längst fällig, denn ihr hattet es bereits 2004 aufgenommen. Habt ihr noch sehr viel daran geändert?

Peter Hein:  Nicht sehr viel, aber doch Etliches. Es wurde nicht auf Eis gelegt und wurde dann veröffentlicht, sondern wir haben, als sich herausstellte, dass es so wie es da war nicht raus kam, auch weiter daran gearbeitet. Ein paar Sachen weggeschmissen und ein paar Neue gemacht.

SMASH-MAG.com:  Seht ihr euer Album eher als Gesamtkunstwerk oder habt ihr jeweils eure Favoriten?

Peter Hein:  Es ist ja kein Konzeptalbum, wo alles irgendwie zusammenhängt. Ich denke mal jeder hat da seine Lieblingsstücke.

SMASH-MAG.com:  Und was ist deins?

Peter Hein:  Weiß ich nicht, ich weiß nicht mehr wie die Platte geht. [lacht]

Pyrolator:  Mir gefällt eigentlich Politdisko am besten. Ich finde dieser „dancefloor-groove“ steht uns ganz gut.

SMASH-MAG.com:  Ihr habt mal in einem Interview mit der TAZ gesagt, dass der eher mäßige Erfolg des Albums „Platte des himmlischen Friedens“ von 1991 mit der damaligen Spaßgesellschaft zusammenhing. Nach dem Motto: „Peter hatte schlechte Laune, aber die Gesellschaft wollte ihren Spaß.“ Bei den letzten beiden Alben hattet ihr jetzt aber wiederum recht viel Erfolg. Woran liegt das? Hat sich die Gesellschaft verändert?

Peter Hein:  Nein, aber der Musikmarkt. De facto haben wir von der Platte wahrscheinlich gar nicht weniger verkauft, als zum Beispiel von der „Knietief im Dispo“, aber die Maßstäbe haben sich verändert. Man verkauft inzwischen einfach generell viel weniger Platten, so dass es einfach in der Wahrnehmung ein größerer Erfolg war. Es war ja vor allem auch ein enormer Kritikererfolg, aber an den Kassen fand das gar nicht in diesem Rahmen statt.

Pyrolator:  1991 war die Situation schon anders. Techno war damals ziemlich groß und ich sehe das zum Beispiel immer an den Katalogen von Musikinstrumenten. In den 90ern waren auf den ersten Seiten immer Computer und Keyboards und heute beginnen die mit Gitarren. Es gab einfach um die Jahrtausendwende wieder diesen Trend zur Gitarrenmusik und das ist uns natürlich auch wieder zu Gute gekommen.

SMASH-MAG.com:  Also hat der Erfolg gar nicht soviel mit dem Gesellschaftsbild zu tun?

Peter Hein:  Wir sind jedenfalls keine Opfer von Irgendetwas.

SMASH-MAG.com:  Seht ihr eure Musik denn ein Stück weit als Mittel gegen die zunehmende Entpolitisierung in der Gesellschaft?

Pryrolator:  Die Frage ist ja, wie viel kann man mit einem politischen Lied verändern? Erstmal ja gar nichts, sondern man kann die Haltung der Leute verändern und darum geht es. Wir selber sind nicht in der Lage alle Probleme dieser Welt zu lösen, aber wir können zumindest mit dem Finger drauf zeigen und sagen: Das und das stimmt nicht, lasst uns doch mal gemeinsam drüber nachdenken!“

Info: www.fehlfarben.de
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