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NEAERA: Es kommt nur auf die richtige Dosierung an PDF Drucken E-Mail
Interviews - Aktuelle Interviews
Geschrieben von Markus Tils   
Donnerstag, 23. August 2007

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2 von links: Tobias Buck (Foto: Maria Arndt)
Was eigentlich als Nebenprojekt fungierte entwickelte sich zu einer Größe, wo es schwer wurde es weiterhin als Nebenprojekt zu betrachten. Somit änderten die Münsteraner ihre Ansicht und machten ernst mit Neaera. Man spielte 2004 ein Demo ein und keine zwei Monate später hatte man auch einen Deal mit MetalBlade in der Tasche. Es folgten die Alben "The Rising Tide Of Oblivion" (2005) und "Let The Tempest Come" (2006) mit denen man sich im Metal Sektor einen hervorragenden Namen machte. Bei Touren mit As I Lay Dying, Caliban, Heaven Shall Burn oder Evergreen Terrace zeigten NEAERA auch, dass man auf der Bühne vollends überzeugen kann und gewann eine immer größere Hörerschar. Mit „Armamentarium“ steht nun das neuste Werk im Plattenladen und bringt erneut eine enorme Energiewelle mit sich. Via E-Mail beantwortete Gitarist und Gründungsmitglied Tobias Buck unsere Fragen:

 

SMASH-MAG.com: Wie viel Doublebass braucht der Mensch? Und wie viel kann er vertragen?

Tobias: Ich denke der Mensch braucht jeden Tag Doublebass. Es kommt nur auf die richtige Dosierung an. Bei mir ist es viel, den ganzen Tag und am liebsten schnell!!!

SMASH-MAG.com: Keine 16 Monate nach „Let The Tempest Come“ nun der Nachfolger „Armamentarium“. Ein normaler Prozess, dass man so schnell hintereinander veröffentlicht?

Tobias: Wir proben halt viel und dabei wird immer an neuen Ideen gearbeitet. Irgendwann hatten wir genug Songs fertig und dann sind wir ins Studio gegangen. Das war bei uns immer eine natürliche Entwicklung.

SMASH-MAG.com: Woher und wie entstehen binnen dieser Zeitspanne die Ideen zu den Songs?

Tobias: Die Musik ist auf Stefan und meinem Mist gewachsen und zusammen mit Sebastian haben wir aus den Ideen Songs, gebaut. Es ist nicht so, dass wir gesagt haben, wir müssen jetzt unbedingt eine neue Platte schreiben, sondern das entwickelt sich einfach. Ich spiele jeden Tag Gitarre und da entstehen schon mal ein paar Ideen. Die Texte haben Stefan und die beiden Benjamins geschrieben.

SMASH-MAG.com: Wenn ich „Armamentarium“ richtig deute, heißt es „Handwerkzeug“ oder auch „Rüstzeug“. Für was ist es dieses Album das Werkzeug, sprich Mittel zum Zweck?

Tobias: Der gleichnamige Song „Armamentarium“ handelt von der sozialen Kälte und Isolation in der wir leben. Gegen diesen Zustand sollte mach sich „bewaffnen“, um dagegen an zu kämpfen. In unserer Gesellschaft schaut jeder nur noch geradeaus. Keiner guckt mehr nach links und rechts und was um ihn herum passiert.

SMASH-MAG.com: Euer Bandname Neaera steht für eine griechische Hetäre, einer Prostituierten der Antike. Kann man diesen Umstand der Prostitution auch auf die heutige Zeit in Verbindung mit dem Musikbusiness machen?

Tobias: Wir haben uns nie prostituiert. Zumindest nicht in Verbindung mit dem Musikbusiness, hahaha. Aber es gibt bestimmt genug die das machen. Ich meine, wir haben das musikalische Rad mit unserer Musik nicht neu erfunden, aber wir machen dass worauf wir Bock haben.

SMASH-MAG.com: Wo liegen generell die Unterschiede zwischen euren bisherigen Alben?

Tobias: Die Songs rollen einfach mehr. Wir haben darauf geachtet, dass jeder Song einen roten Faden hat. Außerdem sind wir mit Melodien anders umgegangen. Sind mehr im Hintergrund, um die Sache interessanter zu machen. So kann man auch noch nach etlichen Durchläufen neue Dinge entdecken.

SMASH-MAG.com: Wann ist die beste Zeit um sich „Armamentarium“ anzuhören? Morgens, mittags oder abends?

Tobias: Immer!!!

SMASH-MAG.com: Das Internet ist die Hölle der Moderne. Ist Myspace das Tor dazu und Sozial-Networks das Ende des realen sozialen Lebens in der Gesellschaft?

Tobias: Bei uns in der Band hat keiner ein privates Myspace-Profil. Für uns als Band ist diese Plattform aber sehr gut, weil man weltweit viele Menschen auf unsere Musik aufmerksam machen kann. Es ist nur traurig, wenn manche Leute sich eine falsche Identität aufbauen und vorgeben jemand zu sein, der man nicht ist.

SMASH-MAG.com: Trends kommen und gehen. Metal „Made In Germany“ bleibt. Sei es auch wenn man ihn teilweise als MetalCore schimpft, der Mensch braucht klare Anweisungen, in dem Fall Schubladen. Die Neunziger waren geprägt vom Nu Metal. Heute ist es MetalCore. Was macht den MetalCore in 10 Jahren nicht so peinlich und vergänglich wie man heutzutage über Nu-Metal denkt und teilweise spricht?

Tobias: Ich denke MetalCore wird sich etablieren. Es gibt in diesem Bereich viel mehr Möglichkeiten, dass sich die Musik weiter entwickeln kann. Für uns ist das aber keine Thema. Wir machen die Musik wozu wir Lust haben und laufen keinem Trend hinterher.

SMASH-MAG.com: Wenn man Bands wie Deftones oder auch Korn, um sicherlich die populärsten Bands zu nennen, seit Jahren attestiert, dass sie über ihren Granit sind, stellt sich doch für jede Band die Frage, wie lange ist eine Halbwertzeit? Um dies zu verhindern: Was soll eine Band tun? Oder muss man sich der Tatsache einfach hingeben und es das normalste der Welt, dass nach einer Zeit der Abschied sein muss.

Tobias: Bands kommen und gehen. Das war schon immer so. Qualität setzt sich aber durch. Es ist natürlich schön, wenn man lange Zeit auf der Bildfläche bleibt als von ihr zu verschwinden. Es gibt da kein Rezept. Man sollte sich nur immer treu bleiben und das machen wozu man Lust hat.

SMASH-MAG.com: Warum geht es im „Rockbusiness“ nicht so zu wie beim HipHop? Kein Dissen, kein Beef. Alle haben sich ständig lieb…Ist das nicht langweilig?

Tobias: Meine Meinung dazu ist: Wir machen lieber mit unserer Musik auf uns aufmerksam, als damit über irgendwelche  Leute herzuziehen

SMASH-MAG.com: Fehlt da nicht ein wenig mehr Rebellion? Früher wurden Bands gegründet um Veränderungen zu schaffen. Ausdruck von Meinungen. Wo sind diese Attitüden bei euch?

Tobias: Nun, wir haben die Band gegründet, weil wir Musik lieben und Spaß haben wollen. Wir sind keine Prediger, machen aber in unseren Texten auf globale und gesellschaftliche Probleme aufmerksam.

SMASH-MAG.com: Wenn ihr die Wahl hättet um bei Nina Ruge oder Frauke Ludwig aufzutauchen. Als Bono oder wie Pete Doherty?

Tobias: Ich wüsste nicht, was wir da sollen. hahahaha

SMASH-MAG.com: Wenn man aus Münster, quasi vom platten Land kommt, dann fühlt man sich in Wacken doch wohl, oder? Wie war’s? Etwas Besonderes oder ein Festival wie jedes andere?

Tobias: Das Wacken war schon ein besonderes Erlebnis. Da war vom platten Land nichts zu spüren. Das war einfach riesig und wir hatten bis dato noch nie vor so vielen Menschen gespielt. Außerdem war es super Immortal zu sehen.

SMASH-MAG.com: Es wird sicherlich auf Tour gehen. Was ist schon 100% fest, was wird kommen?

Tobias: Wir werden vom 19.10. bis 03.11. auf unserer ersten eigenen Headliner Tour sein. Als Support werden uns unsere Freunde von Deadlock begleiten. Also kommt vorbei Leute!

Info: www.neaera.com

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