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 Foto: smash-mag.com Neue Scheibe! Altes Problem?! Papa Roach melden sich zurück und versuchen sich endlich los zu schwimmen. Wie sie es machen? Sie spielen Rock! Tischen ordentlich auf und haben den Weg geebnet, um aus den Schatten ihres Debüt zu kommen. Vor der Show in Köln stand Sänger Jacoby zum Interview parat.
Jacoby: Ich liebe deutsche Schokolade. Ich könnte immer weiter essen. Einer der Gründe warum ich so gerne nach Deutschland und Europa komme ist wegen den Süßigkeiten. Die sind hier so was von lecker, hier gibt es die besten Süßigkeiten der Welt. Bei uns schmeckt es viel zu künstlich. Da ich Süßigkeiten liebe wird bei jedem Besuch hier ordentlich Süßes gekauft und mitgenommen.
SMASH-MAG.com: Schön zu hören, dass es dir schmeckt. Bist du nervös vor dem jetzigen Auftritt?
Jacoby: Nein, dass bin ich lange nicht mehr. Nervös war ich früher mal, aber ich bin schon viel zu lange dabei um nervös zu sein. Es ist viel mehr, dass man angespannt ist und einfach raus will, um Action zu vermitteln. Heute ist auch die erste Show in Deutschland, das spornt an.
SMASH-MAG.com: Magst du es dein neues Album „The Paramour Sessions” hier zu promoten?
Jacoby: Ja, auf jeden Fall. Deutschland ist immer ein begeisterungsfähiges Land und die Shows hier sind immer gut. Ich kann nichts Schlechtes an Deutschland feststellen, im Gegenteil. Die Fans hier sind sehr energisch und geben bei den Shows alles. Die haben Spaß dran, wenn die Post abgeht.
SMASH-MAG.com: Mit „The Paramour Sessions“ habt ihr ein neues Album herausgebracht, welches das zweite ist, dass einen anderen Weg geht als zuvor mit „Infest“ und „Lovehatetragedy“. Es ist kein Nu-Metal mehr, sondern ein reines Rockalbum. War es eigentlich schwierig für euch diesen Wandel zu vollziehen?
Jacoby: Ich denke, dass dieser Wandel mit der Zeit kommen musste. Man geht ja schließlich mit der Zeit und entwickelt sich weiter. Man möchte weiterhin Musik machen, die frisch wirkt. Von daher war es nicht sonderlich schwer. Trotzdem ist es ein komisches Gefühl, wenn man den Sound verlässt, mit den man angefangen hat. Ich glaub auch, dass wenn wir weiterhin Alben gemacht hätten, die ähnlich gewesen wären wie „Infest“, dann wären wir nicht hier, sondern weg vom Fenster. Der eigene Anspruch würde nicht befriedigt werden, wenn man Tag täglich dasselbe macht. Es kotzt einen an und langweilt nur noch. Es wäre das Ende der Band gewesen. Man braucht auch mal diese Veränderung, um nach vorne zu kommen. Auch wenn diese Veränderung ein Risiko beinhaltet, welches man nicht vorhersagen kann. Hätte uns niemand mehr hören wollen, dann wäre es auch sicherlich soweit gekommen, dass wir das Kapital Papa Roach beendet hätten. Wir sind Musiker aus Leidenschaft und haben immer an uns geglaubt. Wir können mehr als das, womit wir angefangen haben.
SMASH-MAG.com: So ein Wandel ist auch schwer, da euch alle halt mit „Infest“ und „Last Resort“ in Verbindung bringen.
Jacoby: Klar! „Last Resort“ war unser größter Hit und „Infest“ verkaufte sich über 6 Millionen Mal. Schau dir Black Sabbath an, die werden auch ständig mit „Iron Man“ von ihrem Album „Paranoid“ in Verbindung gebracht, Aerosmith mit „Dream On“ und wir halt mit „Last Resort“. Das kann man nicht mehr ändern. Für uns heißt das aber auch, dass wir es uns beweisen müssen, dass wir es besser machen können. Als wir damals veröffentlichten, wurden wir als „The Next Big Thing“ gehandelt und waren ganz oben in den Charts. Ehrlich gesagt ist es nicht normal für Rock’n’Roll Bands soweit oben zu stehen, was uns immer bewusst war. Normalerweise wächst eine Band auch mit der Zeit und die Verkaufszahlen steigern sich stetig von Album zu Album und von Tour zu Tour. Wir haben das alles übersprungen und verkauften diese Unmengen an Alben. Letztendlich ist so was ja nicht schlecht, aber man konnte sich keine wirkliche Fanbasis aufbauen, da es einfach zu schnell von 0 auf 100 ging. Die Fanbasis erspielen wir uns jetzt und spielen jetzt Shows, die wir damals übersprungen haben. Der Hype um uns ist verflogen und es kommt nun auf die Qualität unserer Songs an. Ich bin zuversichtlich, dass wir den richtigen Weg gehen und die Show heute Abend wird es uns vorab bestätigen.
SMASH-MAG.com: Schon krass, wie der Verlauf der Verkaufszahlen sich entwickelten.
Jacoby: Ja, „Infest“ verkaufte sich weltweit über 6 Millionen Mal, alleine 3 Millionen in den USA und brachte 3 Mal Platin. Dann „Lovehatetragedy“ wurde nur 1 Millionen Mal weltweit verkauft. Ein ziemlich krasser Schnitt.
SMASH-MAG.com: Dann kam der musikalische Schnitt und die Zahlen stiegen wieder an und die Kritiken waren auch ziemlich gut.
 Foto: smash-mag.com Jacoby: Ja, von „Getting Away With Murder” verkauften wir dann wiederum 2 Millionen Alben was uns auch wieder Platin einbrachte. Was das neue Album bringen wird: wir werden es sehen. Es ist ja gerade erst erschienen. Es geht uns aber jetzt nicht darum, dass wir „The Paramour Sessions“ mit den anderen Verkaufszahlen vergleichen. Wir haben sehr lange an diesem Album gearbeitet, um endlich mit guten Songs wieder auf Tour gehen zu können. Die Herausforderung aufzunehmen um den Leuten zu zeigen, dass man auch anders kann. Auf der Tournee nach „Getting Away With Murder“ haben wir wirklich viele Shows in den Staaten gespielt was auch erforderlich war, um Leute anzusprechen. Das gleiche gilt auch für die Tourneen die wir mit dem neuen Album machen werden. Wir touren jetzt halt noch etwas in Europa, werden aber dann in den Staaten viel unterwegs sein, um im Frühjahr wieder hier zu sein. Im Sommer sind wir dann ebenfalls hier und werden die Festivalsaison hier verbringen. Man muss sich den Erfolg jetzt hart erarbeiten und ständig präsent sein. Das ist es, warum ich Musiker geworden ist. Man möchte Shows spielen und die Leute begeistern.
SMASH-MAG.com: Vor der Halle sitzen auch bereits die ersten Fans, die wenn mal so will, 15-16 Jahre alt sind und eigentlich viel zu jung sind, um damals die Zeit um „Infest“ überhaupt mitbekommen zu haben.
Jacoby: Daran sieht man, dass wir immer noch neue Fans gewinnen können. Das ist, was ich eben auch gesagt habe. Man muss sich alles erspielen und es erfreut uns natürlich, dass es uns mit den neuen Songs gelingt.
SMASH-MAG.com: War die Arbeit zum neuen Album ein großer Unterschied gegenüber der, zu „Getting Away With Murder“?
Jacoby: Ja, das war es! Wir haben uns ein Haus gemietet in Los Angeles… The Paramour Mansion heißt es. Moment ich zeig dir mal unser Booklet. Es ist dort abgebildet. Dort haben wir uns komplett eingenistet und haben das Album geschrieben. Es war sehr inspirierten in diesem Haus zu arbeiten. Schau dir die Bilder im Booklet an. Schau dir den Blick über Los Angeles an. Hier haben schon Sting, Elton John und INXS gearbeitet und das Haus diente in H20 und Scream 3 als Kulisse.
SMASH-MAG.com: Wer hatte die Idee dort aufzunehmen?
Jacoby: Die Red Hot Chili Peppers haben damals auch sich ein Haus in den Hollywood Hills gemietet, wo sie dann „Blood Sugar Sex Magic“ aufgenommen haben. Aerosmith haben in New York ein Haus bezogen oder Led Zeppelin in Schottland ein altes Anwesen. Wir dachten uns, dass es sicherlich cool sei den gleichen Weg zu gehen, um entscheidene Elemente an unserem Können weiterzuentwickeln. Es war eine fantastische Zeit, wir hockten immer zusammen, es brachte sehr viel Inspiration mit sich und wir machten alles in dem Haus gemeinsam. Unsere Familien waren da und nach 6 Stunden Arbeit grillte man draußen und genoss einfach diese Zeit. Es war großartig. Die Songs, die bei dieser Arbeit entstanden sind, sind es auch! Ich denke, dass man es hört, dass wir wirklich einen großen Schritt nach vorne gemacht haben. Auch wenn viele uns natürlich immer mit „Infest“ in Verbindung bringen, müssen auch diese Leute mal einen weiteren Schritt nach vorne gehen. Man muss der Platte die Chance geben, die sie verdient hat. Sie ist nicht mehr „Infest“…sie ist viel größer und anspruchsvoller. Als ich das erste Mal das Album hörte war ich echt erstaunt darüber, wie geil es klingt! Wenn es nach mir gegangen wäre, ich hätte das Album sofort nach der Aufnahme raus gebracht, um es unseren Fans zu geben. Damit sie wissen, was wir geleistet haben. Aber so einfach ist es ja nicht und das Label hat ja schließlich auch ein Wörtchen mitzureden. Naja, aber jetzt ist sie ja draußen und jeder der es hört weiß, warum und worauf ich stolz bin.
SMASH-MAG.com: Ich hab gelesen, dass in den Staaten eine Tour mit Lost Prophets ansteht.
Jacoby: Zusammen mit HIM und Lost Prophets sollte die Tour sein, wobei jedoch HIM jetzt abgesagt hat und diese Tour in dieser Form nicht stattfinden wird. Leider! Jetzt gehen wir mit GUNS’N’ROSES auf Tour. Das wird der Bringer! 2 Wochen mit GUNS’N’ ROSES die Main-Support-Tour und jeden Abend 50Minunten die Leute einheizen. Es ist der Wahnsinn! GUNS’N’ ROSES ist für mich eine Band, die sehr viel in mir bewegt hat. Eine Band, die vieles musikalisch geändert hat, was vorher noch nie da war.
SMASH-MAG.com: Aber von GUNS’N’ ROSES ist auch nur noch Axl Rose übrig geblieben.
Jacoby: Ja, dass stimmt schon! Aber die anderen Musiker sind ebenfalls fantastisch und haben ja in der Vergangenheit bei Bands wie The Replacements und Nine Inch Nails gespielt. Es sind zwar nicht GUN’N’ROSES wie wir sie kennen gelernt haben. Jedoch spielst du jeden Abend vor so vielen Leuten die diese Songs verinnerlicht haben und völlig ausrasten. Stell dir „Welcome To The Jungle“ vor und 15000 bis 20000 Leute rasten aus. AHHHHHHHHHHHHH YEAH! Der Hammer! Axl Rose hat die Rockmusik revolutioniert und Dinge gemacht, die unerreicht sind.
Info: www.paparoach.com
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