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 PARACHUTES (Foto: www.twenty-dirt.com) Neues Album, neues Label. Ein Neustart? Nein, nicht unbedingt. Denn die Saarländer haben sich dank ihres Erstlingswerks und explosiven Liveshows bereits einen guten Namen gemacht und waren ja auch nie weg gewesen. Die Mischung aus Hardcore, Punkrock und Metal ist für die Jungs ein Kinderspiel ist, welches man immer noch Impulse setzen kann. „Vultures“ ist der Beweis. Die Band zeigt sich gereift und noch aggressiver als bei ihrem Debüt. Via Mail stand Gitarrist Carsten Jung zur Verfügung.
SMASH-MAG.com: Fürs erste Album gab es Lobeshymnen an jeder Ecke. Visions meinte: „Ein Debüt von internationaler Format“. Kerrang! sprach davon, dass es zuwenig Bands gibt, die solch ein Format haben. Wie sehr schmeichelt es einen und ab wann denkt man über solche Äußerungen eigentlich überhaupt nicht mehr nach?
CARSTEN: Hallo Markus und danke für Euer Interesse. Natürlich sind wir immer supergespannt auf alles, was über unsere Platte gesagt wird. Gerade bei unserem neuen Album war der eigene Erwartungsdruck doch sehr hoch. Umso mehr freut es uns natürlich, dass bisher soviel positives Feedback zu „Vultures“ kam. Die guten Sachen schmeicheln einem und über die schlechten Sachen ärgert man sich doch immer noch ab und zu. Ich denke, das wird sich bei uns auch nie ändern.
SMASH-MAG.com: „Vultures“ heißt nun das zweite Album. Wie kommt ihr auf den Titel und was steckt dahinter sein Album „Geier“ zu nennen?
CARSTEN: Für uns ist das arme Tierchen einfach nur die Versinnbildlichung von vielen Dingen, die wir als schlecht und unrecht erachten. Um das ganze auf einen Punkt oder in einem Konzept zusammenzufassen haben wir Vultures gewählt und hoffen nun, dass die internationale Geierschutzorganisation uns nicht wegen Rufschädigung verklagt.
SMASH-MAG.com: Das Artwork/Booklet und auch die Pressefotos zeigt eine Maske bzw. Personen, die eine Maske tragen? Welche Rolle spielt die Maske??
CARSTEN: Die Maske zeigt wiederum, dass es einfach in allen Bereichen Leute gibt, die nur eine Rolle spielen, um zu gefallen oder um sich Vorteile zu verschaffen. Gerade in unserer Musikszene rennen doch sehr viele Leute mit Masken herum, da scheinbar das Verhalten und das Auftreten wichtiger als alles andere ist. Diese Entwicklung sehen wir als sehr schade an, da bei allem drum herum doch immer die Musik im Vordergrund stehen muss.
SMASH-MAG.com: Inwiefern unterscheidet sich „Vultures“ zum Vorgänger „And I won’t Stopp until you’ve lost everything you ever loved“?
CARSTEN: Ich denke, Vultures ist einfach ein ganzes Stück ausgereifter als unser altes Album. Wir sind einfach mit einer ganz anderen Arbeitsweise in die Vorproduktion gestartet und wussten diesmal viel genauer, was wir eigentlich wollten und wo die Reise musikalisch hingehen sollte. Vultures ist düsterer und atmosphärischer als „And I won’t stop...“. Außerdem haben wir stark am Songwriting gearbeitet, was Vultures als Ganzes runder und logischer macht.
SMASH-MAG.com: Hardcore, Punkrock, Metal. Schubladendenken! Ein Ärgernis oder bringt es die Sache auf den Punkt?
CARSTEN: Wie oben schon erwähnt muss einfach die Musik im Vordergrund stehen in einem Musikbereich, in dem Klamotten, Myspace und Schubladen auf Platz eins rangieren. Man sich doch nicht wundern, dass nichts einen mehr richtig umhauen kann, das neu rauskommt. Wenn den Leuten unsere Musik gefällt, können sie die Musik gerne bezeichnen, wie sie wollen, solange die Songs im Vordergrund stehen.
SMASH-MAG.com: Welche Erwartungen stecken in „Vultures“?
CARSTEN: Natürlich war vor allem die Erwartung an uns selbst immens hoch. Nach den positiven Reaktionen auf das erste Album hast Du natürlich irgendwo Angst es mit dem neuen Album total zu verkacken. Allerdings wollten wir auch nicht auf Nummer sicher gehen und ein zweites „And I won’t stop...“ schreiben. Wir haben einfach das geschrieben, was wir für gut und richtig halten und uns gefallen hat. Wir sind total zufrieden mit dem neuen Album, können aber kaum abschätzen, wohin es mit dem neuen Album geht. Wir hoffen noch weit nach oben und sind bereit hart dafür zu arbeiten.
SMASH-MAG.com: Ihr habt mit Bands wie Tribute To Nothing, The Used, Taking Back Sunday usw. die Bühne geteilt. Welche Band hat euch menschlich enttäuscht und bei welcher seit ihr heut immer noch völlig begeistert?
CARSTEN: Mmh, harte Frage, es sind meistens immer die Semibekannten oder eher unbekannten Bands die enttäuschen. Da sich da oftmals mehr eingebildet wird als bei den großen warum auch immer. Keine der großen Bands wie The Used, Taking Back Sunday, Rise Against, From Autumn To Ashes oder Underoath, mit denen wir bisher gespielt haben, hat uns irgendwie schlecht behandelt, im Gegenteil man wird dort immer aufgenommen wie einer der eigenen. Da wird gequatscht und Späße gemacht, als wäre man lang befreundet. Wir haben da aber auch absolut keine Berührungsängste und suchen direkt den Kontakt.
SMASH-MAG.com: Wenn man wie ihr, neben der Musik im Berufsleben steht, fragt man sich, ob ihr eigentlich zufrieden seid mit dem was ihr momentan erreicht habt? Oder kommt der Gedanke mal, dass wenn man bestimmte ändern würde, es noch besser laufen könnte?
CARSTEN: Das klare Ziel ist natürlich irgendwann evtl. mal den Lebensunterhalt mit der Musik zu bestreiten und deswegen werden wir auch alles versuchen, um uns diesen Traum irgendwann zu verwirklichen. Sollte es dann nicht klappen dann war es der Versuch wert. Denn Musik zu machen, Platten aufzunehmen und vor allem live zu spielen ist für uns das wichtigste überhaupt.
SMASH-MAG.com: März geht es mit Fire In The Attic und Sonah auf die Royal League Tour 2008. Was darf man erwarten?
CARSTEN: Mit FITA haben wir uns schon öfter die Bühne geteilt und Sonah haben wir auch im letzten Jahr kennen lernen dürfen. Das wird alles eine riesengroße Party werden, so wie ich das sehen. Da es da auch bei allen drei Bands menschlich super zusammenpasst. Also erwartet jede Menge Liveaction und drei perfekt gelaunte Bands, die durchweg schlechte Witze reissen. Außerdem wird es von uns das neue Material vom Album auf der Tour zum ersten Mal live geben und wir sind natürlich sehr gespannt wie das ankommt.
SMASH-MAG.com: Gibt es große Festivals auf denen ihr gerne dieses oder nächstes Jahr spielen würdet?
CARSTEN: Klar, da gibt es wirklich eine ganze Menge, von denen man im Moment nur träumen kann, aber wenn’s klappen würde umso besser. Rock am Ring, Rock im Park, Hurricane, Southside und wie sie alle heißen. Wir lieben Festivals und würden natürlich gerne jedes spielen das wir bekommen.
SMASH-MAG.com: Danke für das Interview. Das letzte Wort gehört euch.
CARSTEN: Wir haben zu Danken. Haut rein und hört euch unsere neuen Sachen an.
Info: www.myspace.com/parachutesnk
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