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PETE BLUME: Wir wurden noch nie mit Sachen beworfen |
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Geschrieben von Alexander Kluth
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Sonntag, 9. März 2008 |
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 Foto: David Cuenca Pete Blume sind sicherlich einigen Konzertbesuchern der Band Dúné bereits als spektakuläre Supportband aufgefallen. Am 22. Februar erschien ihr Debütalbum „Demonstrieren: Sonntags!“ Am Anfang war das Wort, oder war es doch die Musik? Sänger Matte Hessenauer nimmt in diesem Interview Stellung zum Start als junge aufstrebende deutsche Band, einer Verbindung zu Cucumber Men und Tomte, Freunden wie Dúné und der Idee als Popstar die Welt zu verändern.
SMASH-MAG.com: Wenn es ein Thema gibt, über welches ihr nicht mir sprechen möchtet, welches wäre das?
Matte: Religion.
SMASH-MAG.com: Als ich den Namen Pete Blume hörte, musste ich unweigerlich an eine englische Band denken und war dann ganz überrascht, als ich eine Produktion mit deutschen Texten in den Händen hielt. Wie kam dieser Name zustande? Und wieso singt ihr auf deutsch?
Matte: Der Name entstand vor einigen Jahren und war vermutlich das Ergebnis eines bierseligen Abends. Nach dem Motto „wer hat den blödesten Bandnamen am Start“. Da es aber wirklich schon sehr lange her ist, kann ich das nur noch mutmaßen. Warum wir auf deutsch singen? Es ist die Sprache in der wir denken, die wir sprechen. Ich hab früher in einer englischsprachigen Band gesungen, aber ich hatte irgendwann das Gefühl, mich nicht richtig ausdrücken zu können. So gut ist mein Englisch dann doch nicht. Zudem finde ich deutschsprachige Musik insgesamt einfach ansprechender. Ich versteh einfach gerne, worum es geht.
SMASH-MAG.com: Swen Meyer, der schon für Tomte und Kettcar gearbeitet hat, hat euer Album produziert, wie kam es genau zu dieser Zusammenarbeit?
Matte: Swen war unser Wunschproduzent und wir haben ihm ein paar Songs zukommen lassen. Eigentlich recht unspektakulär. Er hat sich die Songs angehört, kam anschließend zu einem Konzert von uns – und ihm gefiel das Ganze. Nach dem Konzert saßen wir noch eine Weile zusammen, da wir uns an dem Abend erst persönlich kennen lernten, und tranken ein paar Bier zusammen. Ein paar Tage später fragte er uns, ob wir immer noch mit ihm aufnehmen wollen würden. Das wollten wir natürlich.
SMASH-MAG.com: Matte, dein Gesang erinnert vom Stiel her, scheinbar viele Hörer an Thees Ulmann. Mich persönlich hat er jedoch viel mehr an Justin Balk (Cucumber Men) erinnert, welcher eine ganz ähnliche Herangehensweise bei der Art des Singens hat wie du. Wo liegen denn wirklich deine Wurzeln, wer sind international deine/eure Vorbilder und wo liegen diese speziell im deutschsprachigem Raum?
Matte: Ich finde es ziemlich spannend, mit wem ich verglichen werde. Aber ich finde es nicht immer wirklich zutreffend. Den Vergleich zu Justin fasse ich zum einen als Kompliment auf, da ich Justin wirklich sehr schätze und ich großer Fan der Cucumber Men bin. Zum anderen finde ich den Vergleich aber auch amüsant. Unser Bassist Simon und Justin sind Brüder, ich kenne Justin schon sehr lange und unser erstes Demo haben wir mit ihm aufgenommen. Wahrscheinlich habe ich über die Jahre unbewusst ein paar Sachen bei ihm abgeguckt. Ansonsten weiß ich nicht ob man von richtigen Vorbildern sprechen kann, aber ich finde Jan Plewka und Nils Frevert ganz großartig. Beide haben ihre ganz spezielle Art und Weise zu singen. Denen glaube ich wirklich jedes einzelne Wort, das sie singen. Ich höre Selig und Nationalgalerie seit Jahren und vermutlich hat das auch Einfluss auf meine Art zu singen gehabt.
SMASH-MAG.com: Es erzählen ja viele Bands, dass sie in den Anfangsjahren mit Gegenständen beworfen wurden, oder dass die Zuschauer bei Konzerten irgendwann raus gelaufen sind. Wenn man noch relativ am Anfang einer Karriere steht, dann spielt man sicherlich viele Konzerte bei denen man nicht immer nur gute Erfahrungen sammelt. Was ist das schlimmste gewesen, was euch bisher so auf Konzerten passiert ist, und was war das bisher größte und schönste Konzert für euch?
Matte: Wir wurden noch nie mit Sachen beworfen. Ich hoffe, das bleibt auch so. Es sind ab und zu kleine Missgeschicke passiert. Dass ich mal von der Bühne gefallen bin, oder dass mal ein Mikro kaputt ging. Das war in unseren etwas wilderen Tagen. Die größten Konzerte waren bislang unser Auftritt auf der Main Stage des Hurricane Festivals und auf dem Rockspektakel in Hamburg vor 13.000 Menschen. Das waren wirklich sehr großartige Erfahrungen und ich hoffe, dass wir derartige Konzerte noch öfter spielen dürfen.
SMASH-MAG.com: Für welche Bands würdet ihr gerne mal als Support auftreten?
Matte: Auf Muse könnten wir uns alle in der Band einigen. Auf Biffy Clyro und Billy Talent ebenfalls – solche Bands zu supporten wäre definitiv ein Traum. Allerdings würden wir auch gerne wieder mit Dúné auf Tour gehen. Wir waren bereits ein paar Tage zusammen unterwegs und waren uns am Ende der Minitour einig, dass wir bald wieder zusammen unterwegs sein wollen. Tolle Band, tolle Menschen!
SMASH-MAG.com: Auf einer Tour verbringt man auch täglich sehr viel Zeit miteinander. Wie kommt ihr als Band damit klar?
Matte: Auf Tour verstehen wir uns in der Regel sehr gut – auch wenn wir bisher immer nur 2 oder 3 Tage am Stück unterwegs waren und die Vergleichsmomente daher recht gering sind. Aber sobald wir unterwegs sind und es nur die Band gibt, ist die Stimmung eigentlich immer sehr gut. Wir kennen uns ja nun schon sehr, sehr lange und entsprechend gut. Das erleichtert das Zusammensein dann doch. Jeder von uns weiß, wann er den anderen einfach mal in Ruhe lassen sollte.
SMASH-MAG.com: Noch eine Frage zum Touralltag: Um wie viel Uhr stehen Pete Blume auf?
Matte: Auf der Tour werden wir sicherlich keine Zeit zum Ausschlafen haben. Ich schätze mal, dass wir vormittags aufstehen werden und dann geht’s mit dem Sprinter auch schon wieder in die nächste Stadt.
SMASH-MAG.com: Das folgende Zitat stammt von Wir sind Helden: „Alles was Spaß macht, keine Arbeit“. Ist Musik für die Band Pete Blume Arbeit oder keine Arbeit?
Matte: Musik zu machen ist auf jeden Fall Arbeit. Ich würde mich nie hinstellen und behaupten: „Mir macht das immer Spaß und ich will das ewig so machen.“ Wenn ich das nur als Hobby verstehen würde, dann könnte ich auch einfach zu Hause sitzen und Gitarre spielen. Ich würde nicht meine Wochenenden im Proberaum verbringen oder tagelang in einem engen Bus durch die Gegend fahren. Aber das gehört schlichtweg dazu und wir wollen ja auch Platten verkaufen und Konzerte spielen – einfach, weil wir von irgendwas leben müssen. Um von der Musik leben zu können muss man heutzutage einfach viel und hart arbeiten. Das klingt vielleicht total unromantisch, aber glücklicherweise macht diese Form der Arbeit die meiste Zeit auch wirklich sehr viel Spaß. Ich würde es nicht so romantisch verklären, wie es manch anderer tut. Aber man kann schon sagen, dass wir großes Glück gehabt haben, alles jetzt so machen zu können.
SMASH-MAG.com: Wo steht ihr euch selber in 2-3 Jahren, und welche Ziele wollt ihr bis dahin erreicht haben?
Matte: Zwei bis drei Jahre sind gerade viel zu weit weg. Zumindest für mich. Vieles hängt jetzt sicherlich erstmal davon ab, wie unser Album ankommt, wie unsere erste eigene Tour läuft. Wir würden uns aber natürlich gerne „etablieren“, wie man so schön sagt. Dieses Jahr viel live spielen, fleißig auf den Festivals rocken und irgendwann im kommenden Jahr ein zweites Album aufnehmen.
SMASH-MAG.com: Im vergangenen Jahr fanden weltweit „Live Earth“-Konzerte statt. Stars aus der Musikbranche haben ohne Gage gespielt und ihre Botschaft zum Klimawandel unter die Leute gebracht. Können Popstars die Welt verändern?
Matte: Es schafft sicherlich Aufmerksamkeit. Aber ob damit wirklich was erreicht wird? Ich bin da leider sehr skeptisch. Generell bin ich in dieser Hinsicht sehr pessimistisch. Ich glaube nicht, dass wirklich viele Leute, die zu den Konzerten gegangen sind oder vor dem Fernseher gesessen haben, irgendwas für sich geändert haben. Aus der Steckdose kommt sicherlich weiterhin Atomstrom. Es wird weiterhin fleißig mit dem Auto zur Arbeit gefahren. Und so weiter. Es ist natürlich schon gut, dass Musiker wie Bob Geldorf ihren Einfluss geltend machen, aber es muss trotzdem noch viel mehr passieren, damit sich wirklich was ändert. Was mich wirklich wahnsinnig stört ist, dass sich zum einen hier in Hamburg die Stadt als Organisator hingestellt hat, aber genau diese CDU-Regierung ein neues Steinkhohlekraftwerk bauen will. Ganz ehrlich, so was ist doch zum Kotzen! Da können Popstars singen soviel sie wollen.
SMASH-MAG.com: Wo wir gerade beim Thema sind, welches sind für euch die wichtigsten Songs auf eurem Album, Demonstrieren: Sonntags! Und was ist die wichtigste Aussage die ihr als Band transportieren wollt?
Matte: Jeder Song ist auf seine Art wichtig. Daher fällt es mir schwer, jetzt einen einzelnen hervorzuheben. Die wichtigste Aussage? All you need is love. Ach nee… das haben die Beatles gesagt. Einigen wir uns also auf „Immer weiter machen.“
SMASH-MAG.com: Meine Schlussfrage lautet: Das Leben ist ein Comic, welche Figuren seid ihr?
Matte: Ich kenne mich mit Comics offen gesprochen nicht aus. Aber ich wäre sicherlich gerne mal eine Figur in Yellow Submarine. Das stelle ich mir sehr spannend vor.
Info: www.peteblume.de »
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