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PLANETAKIS "Kompromisse sind nicht drin." PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Jan Quiel   
Sonntag, 5. März 2006
Die Tatsache, dass ANGELIKA EXPRESS sich getrennt haben, ist schon lange nichts mehr Neues. Dass Robert Drakogiannakis sein damaliges Einmannprojekt PLANETAKIS um eine Person (Jenny Fey von INNER CONFLICT) aufgestockt hat, ist ebenfalls schon eine Weile bekannt. Und nun ist es vollbracht, das Debüt-Album von PLANETAKIS steht mit dem Titel „Beautiful Today“ endlich in den Läden. Wir trafen Robert und Jenny abends in einem Cafe in Köln zum Interview.

Image
Robert und Jenny sind PLANETAKIS (Foto: SMASH-MAG.com)
SMASH-MAG.com: Jenny, du spielst ja eigentlich bei INNER CONFLICT… wie waren die Reaktionen, dass du auf einmal „fremdsingst“?
Jenny: Die haben witzigerweise sogar genau diesen Ausdruck „fremdsingen“ benutzt. Das war aber überhaupt kein Problem, ich habe ja eh schon immer mal wieder woanders mitgesungen. Die mögen PLANETAKIS auch alle sehr! Also, kein Problem.  

SMASH-MAG.com: Gibt es denn Konflikte weil ihr mit PLANETAKIS viel professioneller ans Werk geht… Von wegen Album, Promo etc.  – Gibt es da keinen Neid?
Jenny: Nein nein. INNER CONFLICT ist auch ganz anders aufgebaut. Wir kommen aus dem D.I.Y.-Bereich. Buchen uns selber und sind bei einem kleinen D.I.Y.-Label. Und das ist auch bewusst so. Die einzigen Konflikte entstehen beim Buchen der Konzerte aber da sag ich einfach wer zuerst kommt, malt zuerst. Das klappt aber schon ganz gut…  

SMASH-MAG.com: PLANETAKIS ist ja damals als Roberts Nebenprojekt gestartet und ist jetzt seine Hauptband. Wie ist das bei dir Jenny? Oder sind beide Bands gleichberechtigt?
Jenny: Naja, ich würde schon PLANETAKIS als meine „Hauptband“  bezeichnen, denn da ist schließlich das Ziel, davon auch mal leben zu können. Derartige Ziele gab es bei INNER CONFLICT nie.

SMASH-MAG.com: Robert, wie kam es eigentlich zu diesem krassen Stilbruch? ANGELIKA EXPRESS war ja musikalisch schon etwas anderes…
Robert: Das hat sich bei mir gar nicht so sehr als Stilbruch dargestellt, da ich viele Songskizzen schon für ANGELIKA EXPRESS angedacht hatte. Natürlich wurden die dann ganz anders arrangiert… Anfangs war ich ja alleine PLANETAKIS, Jenny kam je erst später dazu, dadurch hat sich an den Songs ja auch noch so einiges getan.

SMASH-MAG.com: Du hattest ja PLANETAKIS schon während der ANGELIKA EXPRESS-Zeit – hattest du da schon angedacht ein Album zu machen?
Robert: Ja, eigentlich schon. Im Hinterkopf hatte ich aber eine richtige Elektroplatte. Wo ich mit Kölner Elektromusikern zusammen arbeiten wollte. Ich wollte aber auch selber lernen wie man Elektromusik zu macht. Das war eigentlich nie so mein Ding. Ehrlich gesagt fand ich es sogar etwas unangenehmem… Trotzdem wollte ich es mal versuchen. Tom von KLEE hat mir eines Tages seinen PC verkauft, weil ich diese Art von Musik immer interessanter fand. Als Jenny dann dazu kam, ging es dann so richtig los. Da habe ich auch nicht mehr andere Elektroniker gefragt… Das war auf jeden Fall ein sehr spannender Prozess. 

SMASH-MAG.com: War PLANETAKIS auch ein Grund dafür, dass es ANGELIKA EXPRESS nicht mehr gibt?
Robert: Um es mal ganz platt zu sagen: Wir haben uns einfach auseinander gelebt. PLANETAKIS habe ich schon gemacht um anderen Interessen nachzugehen, aber ich persönlich hätte ANGELIKA EXPRESS auch gerne weiter gemacht. Die Trennung ging auch nicht von mir aus – es kam einfach der Punkt an dem drei Musiker nicht mehr kompatibel waren. Wir wussten nicht mehr so richtig wie es weitergehen soll… natürlich kam es auch zu Reibereien, da man als Band irgendwie ständig aufeinander hängt. Aber der eigentliche Grund war der, dass der musikalische Geschmack auseinander ging. Alex und Jens wollten lieber „ernstere“ Musik machen. ANGELIKA EXPRESS war ihnen zu „teenagermäßig“. Klar, wir waren schon eine gute Laune, nach vorne geh-Band! Wie gesagt, ich hätte die Band gerne weitergemacht rein musikalisch aber wenn der Band-Spirit so ganz weg ist, macht es ja keinen Sinn.  

SMASH-MAG.com: Verfolgst du die Kariere von Jens und Alex bei ihrer neuen Band OVERSCHMIDT?
Robert: Nicht so richtig. Natürlich bekomme ich mit, wenn sie Konzerte spielen. Aber momentan gehen wir einfach verschiedene Wege.

SMASH-MAG.com: Also es gibt jetzt aber keine Konkurrenzkampf oder so…
Robert: (lacht) Nein! Vielleicht trifft man ja mal in den Charts aufeinander! Dann findet bestimmt ein Wettkampf statt wer weiter vorne steht – aber das glaube ich eigentlich nicht.
Jenny: Dann kämpfen wir um Platz 1 und 2!  

SMASH-MAG.com: In der Kölner Stadtrevue stand, dass ihr ein Paar seid…
Jenny: Dafür hätten wir dem Redakteur auch den Hals umdrehen können! Weil das ja schließlich nichts mit der Musik zu tun hat. Außerdem wollen wir als Band behandelt werden und nicht als Paar oder so… Deshalb erzählen wir auch immer, dass Robert mein Vater ist! (lacht)

SMASH-MAG.com: Nicht schlecht, erinnert an die WHITE STRIPES.
Robert: Wir finden einfach, dass das in der Außenwahrnehmung nicht so eine Rolle spielen soll. Es kommt auf die Musik an.  

SMASH-MAG.com: Das lassen wir so stehen und wechseln das Thema. Live auf der Bühne seid ihr nur zu zweit. Habt ihr nicht Angst, dass das ggf. ein bisschen dünn klingen könnte? Gibt es Ideen einen dritten dazuzuholen? Oder noch eine Band um euch zu scharen?
Jenny:
Also dünn klingt das keinesfalls.  Aber die Frage muss ich trotzdem mit Jein beantworten. Wir haben schon mal darüber nachgedacht noch jemanden dazu zu holen. Aber jetzt keinen Schlagzeuger oder Bassisten oder so – eher einen Elektroniker. Oder einen DJ. So ein Elektroschlagzeug wäre auch cool!
Robert: Wenn man jemanden auf der Bühne hat der zusätzlich noch die Elektronik bedient, kann man auch mal etwas spontaner spielen. So sind wir natürlich immer an die programmierten Beats gebunden… Aber wie Jenny schon gesagt hat, vorstellen können wir uns das. Geplant ist aber nichts.  

SMASH-MAG.com: Einige Konzerte habt ihr ja jetzt schon gespielt. War es sehr ungewöhnt auf einmal nur zu zweit auf der Bühne zu stehen?
Jenny: Nein. Das fällt irgendwie gar nicht auf. Ungewohnt für mich ist es jetzt mit einem Instrument auf der Bühne zu stehen. Das habe ich bei INNER CONFLICT ja nicht.
Robert: Das wir nur zu zweit sind, hindert uns ja nicht am Rocken.



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