Drei volle Jahre hat es gedauert, bis der Nachfolger zum selbst betitelten SILBER-Debüt nun endlich erscheint. „Hier und Jetzt“ heißt die neue Platte und es gibt wahrlich mehr als einen Grund diese Platte so zu nennen. Von Businessschwierigkeiten bis hin zu einer längeren Produktion. Es kam eins zum anderen. Sänger Tom v. K. stand SMASH-MAG.com im „Heimstadion“ der Band Rede und Antwort
SMASH-MAG.com: Tom, drei Jahre sind eine lange Zeit… kannst du uns Gründe nennen weshalb der Zeitraum zwischen dem Debüt und der neuen Platte so groß war?
TOM: Das hat mehrere Gründe. Nach sehr langen Hin und Her im Businessbereich, was wirklich herzlich wenig mit Musik zu tun hat, entschieden wir uns unser eigenes Label zu gründen. Connected Ways Records ist und das Ergebnis.
SMASH-MAG.com: So ein Label gründet sich nicht über Nacht…
TOM: Eben. Daher ist dies auch definitiv ein Grund, weshalb bei dieser Scheibe alles etwas länger gedauert hat. Ich hatte nie vor eine eigene Firma zu gründen – ich bin Musiker! (lacht) Aber wir waren alle in der Band von der Idee begeistert, dieses Mal alle Fäden selber in die Hand zu nehmen. Ich und unser Gitarrist Guido haben uns damit dann näher beschäftigt. Und bitte glaube mir, das ist alles gar nicht mal so ohne. Ich komme mir vor, als hätte ich ein halbes Wirtschaftsstudium nebenher absolviert. Ebenfalls etwas was ich niemals wollte. Ein Glück haben wir viele nette Menschen getroffen, die uns bei der Idee und ihrer Umsetzung geholfen haben. Gerade die Jungs von den Kölner Indielabels wie Monchichi-Records, Highcat-Records oder auch Sitzer-Records, standen uns mit Rat und Tat und guten Tipps hilfreich zur Seite.
SMASH-MAG.com: Daher der Labelname Connected Ways Records?
TOM: Nicht nur. Es waren ja nicht nur die Leute die uns bei der Labelgründung unterstützt haben – auf einmal produzierte ein Freund von uns das Album, ein anderer machte die Pressebilder, ein Dritter dann das Layout für die fertige CD. Das schaukelte sich so hoch und da schien uns dieser Labelname definitiv richtig. – Aber wir haben auch recht lange bis wir die Platte fertig hatten. Das müssen wir schon zugeben.
SMASH-MAG.com: Ihr wohnt in verschiedenen Städten, lag es eventuell auch daran?
TOM: Naja, wir kennen das ja nicht unbedingt anders. Wir haben halt unsere eigene Art und Weise Songs zu schreiben. Meist bekomme ich Soundfiles mit neuen Riffs etc. aus Mainz. Dann entwickle ich in meinem Kopf eine Melodie dazu und später den Text.
SMASH-MAG.com: Du schreibst den Text immer erst nachdem du die Musik gehört hast?
TOM: Meistens ja. Natürlich habe ich Schubladen voll mit Textideen und Gedankengängen die ich gerne in Musik verarbeiten möchte. Oder Erinnerungen an Sachen, die ich erlebt habe. Egal ob positiv oder negativ. Wenn mich die Stimmung des Sounds an eine meiner erinnert, fange ich an den Text dazu zu schreiben. Man schleppt doch schon so ziemlich viele Ideen mit sich rum. Gerade wenn man sehr intensiv lebt. Und das tue ich.
SMASH-MAG.com: Wie regelmäßig probt ihr, wenn ihr in verschiedenen Städten wohnt?
TOM: Eigentlich eher unregelmäßig – aber klar, wenn wir Konzerte in Planung haben oder zusammen an Songs arbeiten, dann kann es schonmal passieren, dass ich eine ganze Woche am Stück in Mainz bin. Sonst proben wir so alle zwei Wochen zusammen. Die Jungs proben aber noch öfters, das ist ja kein Problem bei denen.
SMASH-MAG.com: Nimmst du durch diese Situation eine Art „Außenseiterrolle“ ein?
TOM: Nein – überhaupt nicht. Wir sind ja schon alle sehr gut miteinander befreundet und für mich ist das auch genau richtig so wie es ist. Ich kann sehr gut für mich alleine sein, ich muss die Leute, die ich liebe nicht ständig um mich haben. Ich habe auch gerne Sehnsucht nach diesen Leuten. Das ist schon alles schön so wie es ist. Wir sind auch nicht die Band, die sich im Proberaum trifft und hundert Stunden Sessions macht. Das ist mit Sicherheit auch ein Phänomen bei SILBER so wie das läuft. Aber es klappt und alle sind glücklich damit. Vor allem überrascht man sich so oft gegenseitig. Ich denke dann: „Wow! – Was für ein Riff!“ und wenns passt denken die Jungs „Wow! – Was hat Tom da jetzt noch gesanglich gemacht…“. Und so wächst alles ganz homogen zusammen bei SILBER.
SMASH-MAG.com: Bis vor kurzem stand auf eurer Myspace Seite "sounds like Oomph!"- Mittlerweile werdet ihr aber lieber mit Bands wie LIFE OF AGONY verglichen...
TOM: Dieser Vergleich mit Oomph! stammte nicht von uns. Unserer erster Myspace-Auftritt wurde (mit unserem Einverständnis) von Fans gestaltet. Mittlerweile haben wir aber den Myspace-Auftritt von SILBER selbst übernommen. Aber es stimmt, dass wir alle LOA sehr mögen und mit so einem Vergleich sehr gut leben können. Nach Oomph! klingt bei uns halt wirklich nichts.
SMASH-MAG.com: Werdet ihr mit zunehmenden Alter softer?
TOM: Also da kenne ich noch einen passenden Spruch aus meiner Punk-Zeit: „Hardcore ist innere Härte“. Innere Festigkeit. Härte jetzt auch nicht im Sinne von Dagegen – sondern Härte im Sinne von bei sich sein. So höre ich aber auch gar nicht Musik… Ich finde zum Beispiel die Musik von NICK CAVE total hart. Emotionen packen mich einfach sehr. Egal ob das SLAYER ist oder JUSTIN BALK, den ich auch ganz toll finde.
SMASH-MAG.com: Der LOA-Vergleich steht euch ganz gut...
TOM: Wie gesagt, mit so einem Vergleich können wir gut leben. Wir sind aber SILBER und haben unseren Bandnamen bewusst sehr offen gewählt. SILBER kann auch Pop machen. SILBER kann aber auch Metal sein, oder? Wir wollten den Namen einfach offen halten. Wir können halt auch mit diesem ganzen Klischeedenken nicht so viel anfangen.
SMASH-MAG.com: Euer neues Album ist ziemlich fett produziert…
TOM: Hat ebenfalls ein Kumpel von uns gemacht. Alles Connected Ways!! (lacht). Wir haben ja mit SILBER bei der Sony angefangen, waren dann bei Century und sind jetzt beim eigenen Label. Und das fühlt sich alles so gut an. Ich will gar nicht rumheulen, dass wir nicht mehr bei der Sony oder so sind. Die meisten Musiker kennen das ja – Plattenfirmenpolitik. Ständig reden dir Leute rein. Bzw. versuchen es und verzögern somit wir alles. Und dabei geht es doch um Musik! Jetzt haben wir alles in der Hand und so kam das auch mit der Produktion. Das Studio gehört unserem Livemischer. Er hat uns eingeladen das Album mit ihm zu machen. Natürlich hat er seine Jobs in seinem Studio aber er hat seine Termine so gelegt, dass wir wochenlang in Ruhe aufnehmen konnten. Er und unser Gitarrist Guido haben das dann zusammen produziert. So kam eins zum anderen. Eine andere Freundin, die Fotografin ist, kam dann vorbei und machte die Bilder. Ein weiterer Freund fand das Ergebnis der Platte und der Bilder so gut und layoutete die CD dann…
Und so kommt bei SILBER eins zum anderen. Wir werden euch hier weiter auf dem Laufenden halten! Aktuelle Infos auf www.silber.cc
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