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Sonntag, 20. Juli 2008 Home arrow Interviews arrow THE ROBOCOP KRAUS: Schubladen sind nicht unser Fall
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So, der Sommer ist wohl da und wir machen jetzt mal eine kleine Update-Pause bis zum 28.07.2008.

Bis dann.
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THE ROBOCOP KRAUS: Schubladen sind nicht unser Fall PDF Drucken E-Mail
Interviews - Aktuelle Interviews
Geschrieben von Markus Tils   
Sonntag, 16. Dezember 2007

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Links, Peter Tiedecken. Neuer Basser bei den Robos
Eine Band die anscheinend zu gut ist, um verstanden zu werden. Mit „Blunders And Mistakes“ steht seit einigen Wochen der neuste Output der Band in den Verkaufsregalen, dass mit einem neuen Bassisten eingespielt wurde. Peter Tiedeken ersetzte Mitte 2006 Tobias Helmlinger und stand vor dem Konzert im Kölner Gebäude9 Rede und Antwort. Dabei outete er sich als bekennender SMASH-MAG.com Leser. Na, so was hört man doch gern.

 

SMASH-MAG.com: Wie wichtig war für eine Band wie Robocop Kraus der Rote Faden beim aktuellen Album?

Peter: Der Rote Fade beim Album…mmhh. Wie wichtig war der? Gute Frage! Jetzt weiß ich gar nicht ob es überhaupt einen Roten Faden gab. Es ist defacto so, dass wir, als ich eingestiegen bin, direkt angefangen habe Songs zu schreiben, die wir dann auch live bewusst nicht ausprobiert haben. Songs die man live ausprobiert funktionieren halt anders als Songs die man erst nur im Proberaum spielt. Wenn ich darüber nachdenke, kann ich mich nicht dran erinnern warum und wie welcher Song eigentlich entstanden ist. Die Songs waren halt einfach da und sind auf Platte gelandet. Deshalb kann man definitiv davon sprechen, dass es keinen Roten Faden gab. Außer, dass wir uns bewusst waren welche Ästhetik sie haben sollten und was nicht.

SMASH-MAG.com: Ich hab folgendes in einer Kritik gelesen: Der Gesang klingt komisch, die haben so putzige Hobbits auf dem Cover und überhaupt klingt das Ganze als ob die Jungs einen Haufen bunter Pillen eingeworfen haben und rosarote Elfen und Feen vor ihrem geistigen Auge sehen

Peter: Das habe ich auch gelesen im Internet. Aber es ist mal so, dass die Musik vor dem Plattencover existierte. Ich finde, dass das Cover total konform mit der Musik geht. Kevin Hooyman, der das Cover kreierte, hat genau unseren Geschmack getroffen. Das ist in unser Band nicht immer selbstverständlich. Jeder hat seinen eigenen Kopf und Geschmack, wobei bei der Musik wir alle dann wieder gleich ticken.

SMASH-MAG.com: Hat er die Musik vorher gehört?

Peter: Ja, nur! Er hat zwei Wochen nichts anderes gemacht wie unsere Songs zu hören. Beim ersten Entwurf den er uns zeigte dachte er, dass es was mit dem Albumtitel zu tun haben sollte. Aber dem war ja nicht so. Wir haben ihm dann gesagt, dass er es einfach so machen soll, wie er unsere Musik verstehe. Dann kam halt der jetzige Entwurf.

SMASH-MAG.com: Das Wort Hippie kommt in vielen Reviews vor. Wolltest ihr der Dance Punk Falle damit entfliehen?

Peter: Ja. Schubladen sind nicht unser Fall.

SMASH-MAG.com: Schubaldenverweigerer war auch über euch zu lesen.

Peter: Das passt. Wir sehen uns in keiner Schublade, weil wir privat viel zu viele Schubladen aufmachen und mögen. Ich kann mir Krautrock wie Can und Neu! anhören und neuerdings so was wie Reinhard May - ohne mich dabei zu schämen.  Momentan höre ich viel Black Metal. Das kommt bestimmt beim nächsten Album mit drauf. Als Musiker sollte man auch keine Berührungsängste mit andern Stilarten haben.

SMASH-MAG.com: Seit wann bist du jetzt Mitglied bei Robocop Kraus?

Peter: Es sind jetzt anderthalb Jahre. Die Zeit ist echt schnell vergangen. Vor allem, weil wir direkt angefangen haben an der Platte zu arbeiten und auch ziemlich oft live gespielt haben. Ich hab damals in Ostfriesland Konzerte veranstaltet und hatte dort auch Shows für Robocop Kraus gemacht. Es kam mal dazu, dass die Band frei hatte und wir uns dort 2 schöne Tage an der Nordsee gemacht haben. Damals habe ich denen auch einen Film von Rosa von Praunheim gezeigt. Ich bin ein großer Fan von ihm. Zuerst konnten sie gar nicht drüber lachen, weil es einfach nur Shocking war. Aber wir verstanden uns und so entstand damals unsere Freundschaft.  Auch wenn ich mit meiner damaligen Band etwas andere Musik gemacht habe, haben wir uns dennoch in dieselbe Richtung entwickelt. Für mich war es wichtig, dass es vom Kreativen her funktioniert und ich mit ihnen Musik machen kann.  

SMASH-MAG.com: War der Einstieg dennoch schwierig?

Peter: Nein. Ich hab ja schon Erfahrung beim Band-Hopping. Ich habe schon bei Pale gespielt und bei Station 17, eine Band aus Hamburg. Für mich ist es immer eine Herausforderung mit anderen Menschen Musik zu machen. Ganz philosophisch und pathetisch gesprochen besteht der Sinn des Lebens überhaupt Menschen kennenzulernen und sich mit ihnen auseinander zusetzen.

SMASH-MAG.com: Gerade das Kreative ist eng verbunden mit Robocop Kraus. Passt es, dass ausgerechnet euer Label ANTI- heißt?

Peter:Das ist Zufall, dass es ANTI- heißt. Auf dem ANTI- sind halt mehr Acts die uns näher stehen, als jetzt The Offspring oder Bad Religion. Obwohl ANTI- ja auch nur ein Sublabel von Epitaph ist und eine Bürotür weiter sitzt. Aber die Leute bei ANTI- kennen sich jenseits des Punkrocks sehr gut aus und verstehen unsere Platte viel besser als die Leute von Epitaph direkt. Dabei darf man nicht vergessen, dass wir ja nur einen Vertrag für Europa und haben und unser Album in den Staaten erst einmal gar nicht veröffentlicht wird. Wir sind aber auf der Suche nach einem dortigen Label. Mal schauen was passiert.

SMASH-MAG.com: Das neue Album wurde von Tobias Levin produziert. Warum habt ihr nicht weiterhin mit Pelle Gunnerfeldt zusammen gearbeitet, mit dem ihr „They think…“ aufgenommen hat?

Peter: Den Produzenten zu wechseln finde ich enorm wichtig. Man sollte es als Band nach jeder Platte tun, damit nicht die eine wie die andere Platte klingt. Man muss auch neue Einflüsse zulassen und wussten, dass Tobias ganz anders als Pelle, der ganz stift und klar ist. So klingt dann auch schließlich „They think...“. Tobias hingegen ist etwas verspielter, lies vieles und war Experimenten sehr offen.

SMASH-MAG.com: Ist man nicht als Band ein Spielball des Produzenten?

Peter: Wir gar nicht. Wir wissen wohin es mit uns gehen soll. Es kommt aber auf die Band an. Es gibt sicherlich Bands denen man das vorwerfen kann, dass sie einfach nur das machen, was der Produzent von ihnen verlangt.

SMASH-MAG.com: Gemischt habt ihr das Album bei Adam Lasus, Produzent von Clap Your Hands Say Yeah, in den Staaten. Wird man da als deutsche Band eigentlich für voll genommen?
 
Peter: Ich denke, dass sich eine Band nicht über Nationalität definiert, sondern Geschmack und Musik. Ich glaube, jede Band kann bei den verschiedensten Leuten auf Anklang finden. Adam war fast mehr angetan von der Platte als wir selbst. (lacht) und auch Bock hatte diese zu mischen. Es hat ihn unglaublich gut gefallen und wir haben ihm den nötigen Freiraum gelassen. Seine Mixe klangen schon ganz anders, als unsere DemoMixe. Viel mehr verspielter und zerstückelter.

SMASH-MAG.com: Wie seid ihr auf den Titel des Albums gekommen?

Peter: Wir haben uns etwas schwer getan mit einem Titel fürs Album. Wir hatten einige Vorschläge. Für mich der beste war z.B. „Holy Fuck I Love You“. Das stammt aus einer Simpson Folge.
Der Titel passt halt gut zur Platte, da wir Fehler gemacht haben. Keine bewussten Fehler, sondern haben sie einfach zugelassen und letztendlich nichts mehr nach den Aufnahmen geändert. Das macht auch den Charme dieser Platte aus.

SMASH-MAG.com: Glaubt ihr, dass das Album alte Fans gegen den Kopf stößt?

Peter: In der Regel wünscht man sich ein Publikum, das mit einem wächst. Ob das jetzt so ist, keine Ahnung. Es wird immer Leute geben die sagen, dass wir immer noch so klingen sollten wie auf der „Tiger“. Eine Band sollte sich immer weiterentwickeln und nicht so viel Wert drauf legen was Fans sagen. Obwohl, Fans ist ein blöder Ausdruck. Sagen wir: Leute die unsere Platte und Musik gerne hören. Man gewinnt und verliert Leute. Dinge entwickeln sich halt.

Info: www.therobocopkraus.de
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