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TOMTE: "Gute Musik sollte oft veröffentlicht werden" PDF Drucken E-Mail
Interviews - Aktuelle Interviews
Geschrieben von Jan Quiel   
Freitag, 3. März 2006
TOMTE – wirklich viel braucht man über diese Band nicht mehr sagen. TOMTE spricht für sich und ist auch mit dem vierten Album „Buchstaben über der Stadt“ eine ganz besondere Band in Deutschland! Harte Arbeit scheint sich endlich auszuzahlen. Und wenn es jemand verdient hat, dann TOMTE. Spontan trafen wir Thees Uhlmann und Olli Koch zum Interview vor dem EinsLive Radiokonzert in Wuppertal.
ImageSMASH-MAG.com: Thees, du sagtest gerade, dass doch eigentlich schon so gut wie alles gefragt wurde – gibt es eine bestimmte Frage die du vielleicht in all den Interviews vermisst hast?
Thees: Eigentlich wird man gar nicht alles gefragt, man wird häufig das Selbe gefragt. Fragen zu einzelnen Textzeilen und so. Die Antworten unterscheiden sich dann aber öfters. Das kommt ganz auf die Tagesform an. Ist aber nie gelogen. Mal ist ein Song so gemeint, mal so. Aber welche Frage noch nicht gestellt wurde – ich hoffe einfach immer, dass die Leute sich richtig mit der Musik auseinander setzen. Oft werde ich nach den Texten gefragt, oder auch wie es so ist, mich zu öffnen und solche Dinge. Aber mir hat wirklich jedes Interview viel Spaß gemacht. Außer zwei vielleicht. Ich bin ja auch ein Interviewpartner der gerne erzählt. Da gibt es ja auch ganz andere…

SMASH-MAG.com: Du bist schon ein Journalisten-Liebling…
Thees: Weil ich etwas zu erzählen habe und nicht nur mit "Ja" und "Nein" antworte. Journalisten mögen Musiker, die erzählen und Manieren haben. Und dazu noch einen eigenen Charakter. Ich weiß ja, wie Journalismus funktioniert! Und ich bin ja auch nicht AUDIOSLAVE denen das völlig egal ist… Werde ich nett gefragt, gebe ich auch nette Antworten. Ganz einfach ist das! Wenn jemand kackfrech wird, dann werde ich das auch. Aber die schreiben ja nichts Gutes über die Band weil ich ein guter Interviewpartner oder so bin sondern weil die Musik gut ist.

SMASH-MAG.com: Ab und zu liest man Sätze wie „Thees Uhlmann: Sprachrohr einer Generation“.
Thees: Hab ich auch gelesen – aber so häufig hört man das jetzt auch nicht, oder? Viel mehr bekomme ich gerade mit, wie sich Journalisten damit profilieren TOMTE nicht mehr gut zu finden.

SMASH-MAG.com: Weil ihr „zu“ bekannt geworden seid?
Thees: Mit Sicherheit hat das was damit zu tun. Ich merke auch, dass sich immer weniger „alte“ Freunde melden und auf TOMTE-Konzerte wollen.

SMASH-MAG.com: Weil ihr kommerziell geworden seid? Bzw. weil die das denken?
Thees: Aber wir machen doch gar keinen Kommerz! Wir befriedigen ein Bedürfnis. Dieser Kommerzkram immer… Klar, wenn jetzt RTL anfragt und um ein Interview bittet – dann mache ich das! Und wenn jetzt ein kleines Onlinemagazin nach einem Interview fragt, mache ich das auch! Das habe ich schon immer so gemacht.
Olli: Außerdem heißt „sold-out“ ja nicht „sell-out“.
Thees: So isses!

Olli: Ich habe jetzt mal eine Frage: Thees Uhlmann: Hast du eigentlich, als du die Texte geschrieben hast, schon mit diesen astronomischen Verkaufszahlen gerechnet und deshalb diese Zeile „Wir werden schwimmen in Geld“ geschrieben?
Thees: Nein. Diese Zeile habe ich geschrieben, weil ich schon etwas mehr Geld verdiene als früher, aber immer noch genug Menschen kenne, die kaum Kohle haben und wirklich arm sind. Diese Zeile habe für Menschen wie Jan geschrieben. Er hätte bestimmt noch ewig in seinem bürgerlichen Job (- Ich habe Autoglaser-Software betreut – Anm. des Verfassers) weitermachen können, aber es hätte ihn nie befriedigt. Dann kommt man an einen Punkt, an dem mal alles zerhaut und etwas Neues anfängt . Schon klar, dass wir mit Sicherheit nie im Geld schwimmen werden. Diese Zeile heißt jetzt auch nicht, dass ich mir einen Pool baue oder so. Aber ich kann ja auch nicht im TOMTE-Universum singen „Wir werden pur und simpel lachen – wir kriegen 500 Mark“ – daher heißt es: „Wir werden pur und simpel lachen – wir werden schwimmen in Geld“.
Das soll einfach heißen, dass wenn man eine Sache mit Beharrlichkeit und vom Herzen macht, man vielleicht auch irgendwann davon ok leben kann… Das ist ganz romantisch unromantisch gemeint. Und außerdem will ich auch gucken, ob ich mit so ner Zeile auch durchkomme. So PUFF DADDY mäßig… der ich ja auch bin!



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