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WATERDOWN: „Es wird noch gefeilt und geschliffen“ PDF Drucken E-Mail
Interviews - Aktuelle Interviews
Geschrieben von Markus Tils   
Dienstag, 23. Oktober 2007

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Fleissig bei der Arbeit: Waterdown
Vertrag erfüllt! Mit ihrem letzten Album „All Riot“ haben Waterdown ihren Deal mit dem US-Riesen Victory Records erfüllt. Auch wenn am Ende nicht alles so glatt lief und die Mentalität und räumliche Distanz dafür sorgte, dass eine weitere Zusammenarbeit nicht mehr in Frage kam. Gemeinsam mit Ingo Knollmann feilen die Westfalen an Songs fürs neue Album. Als Support der Gorilla Biscuits ging es wieder auf große Europa-Tournee und vor der Show in Köln standen Schlagzeuger Philipp „Phil“ Meyer und Sänger Michael „Zacken“ Janczak für eine kurze Wasserstandsmeldung zur Verfügung.

 

SMASH-MAG.com: Wie seid ihr zu dieser Ehre gekommen, Gorilla Biscuits zu supporten?

Phil: Das ist eine gute Frage, die wir uns auch oft gestellt haben(lacht). Nee, wir haben halt eine Anfrage von der Booking-Agentur von Gorilla Biscuits bekommen. Das hat uns wahnsinnig gefreut und tierisch geehrt, weil wir alle große Fans der Band sind. Mit dieser Band hat Hardcore quasi angefangen. Zacken wäre bei der Nachricht beinahe in Ohnmacht gefallen

Zacken: Richtig. Gorilla Biscuits ist die größte Band für mich. Sie verursachen Gefühle in mir, die keine andere Band auslösen kann. Ich hab auch den Gorilla als Tattoo auf dem Bein. Die ersten drei Tage der Tour war ich so was von nervös, dass ich mich nicht getraut habe sie anzusprechen. Es sind halt meine Helden und dazu noch super nette. Ich habe riesigen Respekt vor ihnen und bin sehr sehr, sehr froh, dass dies hier stattfindet.

SMASH-MAG.com: Habt ihr niemals darüber nachgedacht, dass diese Reunion doch nur Geldmacherei ist?

Phil: In dem Moment, als die Anfrage kam, hat keiner darüber nachgedacht, ob das jetzt von denen nur sei, um noch mal fett Kohle zu machen. Wir haben uns nur halt wahnsinnig gefreut. Erstens: Nach all diesen Jahren, diese Band nochmals live sehen zu können. Zweitens: ….

Zacken: Zweitens: Man merkt es ihnen an, dass sie wirklich Bock und Spaß auf der Bühne haben. Wenn man mit den Jungs von Gorilla Biscuits spricht, merkt man einfach, dass sie mit dem Herzen dabei sind. Ich denke, dass diese Tour wirklich was Einmaliges ist und höchstens in fünf, sechs oder zehn Jahren noch mal geschehen könnte, wenn die diese Band noch mal die Lust verspürt, auf die Bühne zu gehen und den Leuten den Marsch zu blasen. Sie freuen sich über jeden der abgeht. Sie sind einfach „real“. Es ist echt nicht so wie bei der Bold-Reunion, wo du gemerkt hast, dass die überhaupt keinen Bock haben, aber eine fette Gage kassierten.

Phil: Und Walter ist auch einfach cool drauf. Wir haben ihn schon auf der Walking Concerts-Tour supportet. Vielleicht sind wir auch deshalb hier bei der Tour dabei. Es hat uns selbst überrascht und wir wissen selbst, dass wir nicht DIE Hardcore-Band sind. Ich denke, dass es hierzulande Old School-Bands gibt, die vielleicht besser gepasst hätten. An solch einem Abend sind eh alle wegen den Gorilla Biscuits da und nicht wegen uns. Trotzdem nehmen uns die Leute dankbar an und das alles macht uns dann auch umso mehr Freude. Dabei sein ist alles.

SMASH-MAG.com: Kommen wir zu Euch. „All Riot“ erschien Anfang 2006. Viel Zeit ist vergangen. Wie ist der Stand der Dinge?

Phil: Das ist ne Menge Holz. Wir haben uns in der Zwischenzeit eine Auszeit gegönnt. Gerade Anfang des Jahres war es ruhiger. Danach sind wir gemeinsam in ein Ferienhaus gegangen und haben dort angefangen, neue Songs zu schreiben. Seitdem arbeiten wir kontinuierlich an der neuen Platte. Wieder dabei ist Ingo Knollmann von den Donots, der auch „All Riot“ produziert hat. Gerade der Aufnahmeprozess zu „All Riot“ hat uns so gut getan und gefallen, dass wir wieder mit den gleichen Leuten zusammen arbeiten wollten. Wir haben schon jede Menge Songs zusammen und es wird noch gefeilt und geschliffen, wenn man es so sagen kann. Ein paar Sachen sind schon vorproduziert und … schauen wir mal. Mit „All Riot“ haben wir ja die neue Marschrichtung vorgegeben, und die soll jetzt noch fester aufs Maul hauen. Mit „All Riot“ haben wir verdeutlicht, was eigentlich Waterdown darstellt. Wir hoffen, dass das neue Album im Frühjahr erscheint, da wir doch gerne die Sommerfestivals mitnehmen wollen (lacht).

SMASH-MAG.com: Ihr seid noch auf Labelsuche, oder?

Phil: Ja, das sind wir. Wir haben einige abgegrast und gecheckt, wollen aber erst einmal das Album fertig machen. Damit können wir den Labels ein fertiges Produkt liefern und haben somit eine bessere Verhandlungsposition. Und der Vorteil fürs Label ist, dass sie nicht die Katze im Sack kaufen.

SMASH-MAG.com: Ihr wart die erste deutsche Band auf Victory Records, die weltweit vertrieben wurde. In den letzten Interviews habt ihr auch noch mal kräftig nachgetreten.

Phil: Ist das so rüber gekommen? Glaub mir, das tut uns auch kein bisschen leid. Jedoch darf man diese Geschichte nicht in den falschen Hals bekommen. Ich hab letztens über uns gelesen, dass wir es erst megageil bei denen fanden und jetzt vollends über die her ziehen. Man darf nicht vergessen, dass eine Wahnsinns-Zeitspanne dazwischen liegt, in der wir mit diesem Label zusammengearbeitet haben. Und die Zusammenarbeit ist halt extrem schwierig geworden. Die Distanz ist extrem und die Amis haben halt eine ganz andere Mentalität. Wenn man sich dann einwenig umguckt und recherchiert, wird man feststellen, dass wir nicht die einzige Band sind, die mit der Arbeit von Victory unzufrieden ist. Für die Art von Musik ist es wichtig, dass alle Bock drauf haben. Wir haben Victory ständig in den Ohren gelegen, dass wir auf Tour gehen wollen. Es kam halt nix und wenn, dann waren das Tourneen, wo man einfach herzlich drüber gelacht hat, weil es absolut nicht ging. Es hätte uns finanziell ruiniert. Schnell hieß es dann bei denen, dass die „Blöden Europäer“ nicht auf Tour gehen wollen. Da fasst man sich an den Kopf und lässt es dann einfach. Aber man muss sagen, als damals das Angebot von Victory kam: Hey, welche Band hätte das nicht angenommen? Es war ein Schub nach vorne und wir haben jede Menge Erfahrungen gemacht. Ob du Schuhe verkaufst oder Musik, es geht nur um Kohle - und bei Victory um mehr Kohle als vielleicht bei anderen Labels.

SMASH-MAG.com: Ihr hattet aber auch Pech, dass die Tour mit Aiden und Eighteen Visions durch die Staaten damals gecancelt wurde.

Phil: Richtig. Wir sollten damals mit Aiden eine zweimonatige US Tour machen. Haben direkt gesagt, dass wir es machen würden. Haben aber auf ein Feedback über die Finanzierung gewartet. In Deutschland ist es ja nicht so, dass man mal eben für zwei Monate alles stehen und liegen lassen kann und dann auf Tour geht. Man muss Miete, Versicherung und sonstigen Verpflichtungen nachgehen. Sowas muss halt geklärt werden. Keiner von uns kann zwei Monate auf Tour gehen ohne dabei plusminus Null wieder herauszukommen. Wenn man dann so was bei Victory anspricht, kommt dann halt kurz und bündig die Ansage, dass wir wohl keinen Bock hätten. Aber die Tour wurde dann eh gecancelt, da Aiden mit 30 Seconds To Mars auf Tour gehen konnten. Letztendlich haben wir unseren Deal mit Victory erfüllt. Das kann auch nicht jede Bands von sich behaupten, dass sie ihren Deal tatsächlich erfüllt hat. Von daher, was soll’s !?!?

SMASH-MAG.com: Es ist ja schon was verwunderlich, dass dann Bands wie Taking Back Sunday oder auch Thursday jetzt wieder bei Victory sind.

Zacken: Man darf die Macht und die Größe von Victory hier nicht unterschätzen. Die sind megafett in den Staaten. Aber ich glaube auch, dass die Bands sich gute Anwälte genommen haben, die einen Vertrag aufgesetzt haben, der der Band zu Gute kommt.

SMASH-MAG.com: Wie soll euer neues Label sein?

Phil: Wir sehen uns als eine internationale Band, deshalb wäre es schon cool, wenn unsere Platten auch überall erscheinen würden. Durch den Deal mit Victory hat man auch Fans in den Staaten, Italien, Japan oder England, was immer schon sehr wichtig für uns war.

SMASH-MAG.com: Und wann kommt eine neue Website?

Phil: Gute Frage. Das ist halt auch so eine Sache. Alle Informationen über uns findet man halt auf unserem Myspace-Profil. Wenn man als Band eine eigene Webseite hat, dann passiert die ersten zwei Monate nach der Veröffentlichung jede Menge, aber dann nicht mehr. Deshalb ist es schwer und zeitintensiv, die Seite zu pflegen. Da ist myspace etwas einfacher. Nichtsdestotrotz, wenn sich jemand angesprochen füllt, uns mag und sich mit Webseiten auskennt, soll sich melden! Wir suchen jemanden, der uns halt eine neue Seite noch erstellt.

Info: www.waterdown.de
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