Das neue boysetsfire Album „The Misery Index: Notes from the plaque years“ steht an und das im Vorfeld die große Werbetrommel geschlagen werden muss ist klar. Zur Freude derer die in Berlin und Köln wohnen, gab es zwei exklusive Konzerte im kleinen Kreise. Sprich: In Berlin im Magnet und in Köln im Underground. Das hatte was! Denn als boysetsfire im Sommer in der Kölner Live Music Hall spielten sprang der Funke in der Halle einfach nicht rüber und es machte nicht wirklich Spaß dort das Konzert zu erleben. Das alles sollte aber schnell in Vergessenheit geraten.
Den Anfang des Abends machten jedoch Tribute To Nothing. Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. Ein altes Sprichwort, das an diesem Abend mal wieder her halten musste. Das Tribute To Nothing auf der Bühne sehr hyperaktiv ist wurde dem Bassisten zum Verhängnis. Der TTN Frontmann schleuderte seine Gitarre so unglücklich, dass er seinen Kollegen am Kopf traf. Dem ging es ab diesem Zeitpunkt nicht mehr so gut und konnte die letzten Songs vor Schwindel nur im sitzen spielen.
Kurz nach 22 Uhr war es dann soweit und das Intro der neuen boysetsfire Platte erklang. Wie es sich gehört legten Nathan & Co. mit „After The Eulogy“ gefolgt von „Release The Dog“ los. Das saß und es war klar, dass dieser Abend kein Schlechter wird. Der Mob tobte von links nach rechts, von rechts nach links und der Siedepunkt war schnell erreicht. Die Stagediver schleuderten unentwegt durch die Luft und die Band grinsten den in den ersten Reihen befindenden HandyCams zu.
Für boysetsfire fast untypisch gab es diesmal keine politischen Statements zu aktuellen Ereignissen. Einzig, die Ansprache, dass man keine Zugabe spielt, weil das Rausgehen nur Zeitverschwendung sei und man lieber ein längeres Set durchziehen möchte, wurde erwähnt. Gut so, da Zugaben eh was für’n Arsch sind! boysetsfire legte eine Art „Best of..“ hin und gliederten die neuen Songs mühelos ein. Mitte des Sets wurde es fast schon Vorweihnachtlich als zwei Akustikversionen vom neuen Album gespielt wurden. Zeit zum Luft holen für die verschwitzte Menge, um einen fabulösen Endspurt hinzulegen. Nach einer Stunde schaute man zwar schon auf die Uhr und wunderte sich, dass boysetsfire immer noch einen Hit nach dem anderen aus dem Ärmel zogen. Ganz groß! Man merkte schnell, dass sich die Band was vorgenommen hatte. Die Zeit verging leider viel zu schnell und boysetsfire erinnerten noch mal, dass man keine Zugabe spielt und verabschiedeten sich, wie soll’s anders sein, mit „Rookie“. Das Underground nutzte die Gelegenheit noch mal sich ausgiebig zu bewegen und abzufeiern. Um 23.30 war dann Schluss und man war Zeuge eines wirklich klasse Konzerts gewesen. Man darf sich auf das neue Album freuen, was im Februar 2006 erscheinen wird. Mehr Infos unter: www.boysetsfire.com
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