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Seite 1 von 3 Unser Lachen wird noch ewig durch die Straßen hallen...
Montag, 12.12.2005 – Dortmund, Sissikingong Die eigene Art zu gehen… Hamburg isst zu Mittag. Zuhause, im Restaurant, im Büro. Egal. Justin Balk isst nicht zu Mittag. Nicht an diesem Tag. Er schlendert mit seinem ach so eigenen Gang zum Hamburger Hauptbahnhof, setzt sich in den Zug und steigt 300 Kilometer später wieder aus. Dortmund! Sein Gepäck: Eine Gitarre, ein kleiner silberner Koffer mit CDs, auf dem Rücken ein großer Reiserucksack mit frischen Klamotten. Ich für meinen Teil schmeiße mich erst gegen Abend in Köln ins Auto und komme nach einigen Orientierungsschwierigkeiten in der richtigen Strasse ebenfalls in Dortmund an. Los geht’s! Vier Tage Mini-Tour stehen auf dem Programm.
Ein ganzer Mensch werd ich niemals sein! Wir sind frohen Mutes, bekommen Hamburger Astra-Bier und eine schlechte Nachricht. Kai-Uwe KOLKHORST ist krank. Justin wird vom Support zum Support inkl. Hauptact befördert. Wir freuen uns, dass der Abend nicht abgesagt wird, sind gleichzeitig enttäuscht, weil wir uns auf Kai-Uwe sehr gefreut hatten. Sowohl musikalisch als auch menschlich. Die Hoffnung, dass Kai-Uwe am nächsten Tag in Gießen wieder dabei ist tröstet und wir starten den Abend. Zuerst gemeinsam mit Journalistin Eva beim Döner-Mann um die Ecke. Justin isst Falaffel, er meint, das liegt nicht so schwer im Magen. Eva und ich müssen nicht singen und essen jeweils eine Pommes-Tasche. Das Ruhrgebiet… Echt! Pommes-Tasche ist so wie Döner, anstatt Fleisch halt Pommes. Geilomat! Zurück ins Sissikingkong…
Der elektrische Kamin lodert und alle Zuschauer nehmen auf den zahlreichen Sitzgelegenheiten Platz. Eigentlich sind sie ja wegen KOLKHORST gekommen, denn das mit Justin war ja eine kurzfristige Sache – aber egal: Dortmund ist gekommen um zu bleiben! Danke dafür! Justin fängt mit „Hi“ an. Klaro. Macht ja auch Sinn. Der Sound ist, trotz Minimalanlage, super. Wolfgang Kienast a.k.a. Martini grinst zufrieden, was ihn erstaunlich nach MOBY aussehen lässt. Justins kurzes Support-Set wird auf gut 75 Minuten aufgeblasen! Justin spielt neue Lieder zum ersten Mal und sie funktionieren gut. SPITZENMÄßIG das alles!
Nach dem Konzert bietet uns Eva, die Dortmunder Journalistin, ihr Sofa zum Übernachten an. Wir nehmen dankend an, verabschieden uns von Martini und seinen tollen Kollegen, holen ein Gute-Nacht-Bier an der Tankstelle, unterhalten uns über Katzenhaarallergien und ich staune nicht schlecht, als Eva ein Bettlaken aus dem Gefrierschrank zaubert. So richtig antiallergisch. Kann also nichts passieren und die Katzen, gegen die sowohl Justin als auch Evas Freund allergisch sind, sind bereits ausgezogen. Wohin überhaupt? Darüber haben wir nicht gesprochen. Also, wer zwei Katzen (Farbe unbekannt) angebunden an einem Rastplatz irgendwo in der Nähe von Dortmund erspäht, darf diese gerne behalten. Solange Eva ihren Freund hat und allergische Musiker bei sich aufnimmt können sie sowieso nicht zurück! Dienstag, 13.12.2005, Gießen, Irish Pub So ca. die achte Strasse links. Da kommt ihr zur Autobahn. Diesen Tipp gibt uns Eva beim Verabschieden mit auf den Weg. Bei Strasse 3 wissen wir schon nicht mehr ob es jetzt die zweite, dritte oder vierte war und so kommt es, dass wir gute 45 Minuten durch Dortmund fahren und die Autobahn suchen. DIE Autobahn, die uns nach Gießen bringt finden wir schließlich nach einigem Nachfragen. Justin und Jan on the road! Hell yeah! Wir hören die neuen Aufnahmen und spüren wie das Freiheitsgefühl in uns aufsteigt. Die Weite der deutschen Autobahnlandschaft, die uns aber auch nach knappen 100 Kilometern wieder verlässt. Bzw. wir sie. In Gießen angekommen ist der Club schnell gefunden. Ein Irish Pub. Ich freue mich auf viele Guiness, die ich fest für diesen Abend eingeplant habe. Justin freut sich für mich mit und schmiedet ganz ähnliche Pläne. Doch bis dahin ist noch viel Zeit.
Zwei Dönerteller mit Pommes bitte – und weg ist der nette Dönerverkäufer Wir gehen Mittagessen in einer Dönerbude. Wir bestellen Döner mit Fritten, eine Fanta für mich, eine Cola für Justin. Der Betreiber der Bude nimmt unsere Bestellung auf und verlässt fluchtartig seinen Laden. Wir zwei sitzen alleine, mehrere Minuten an unserem Tisch und wundern uns. Überlegungen, die Dönerteller selbst zu machen werden wieder über Board geworfen als der Mann zurückkommt. Mit ihm: Ein großer Sack Pommes. Die seien nämlich ausgegangen… Hätte er ja auch sagen können. Das Ergebnis dieser Warterei: LECKER. Wir schlendern durch die Einkaufsstrassen von Gießen. Auf und ab. Und wieder auf. Und dann wieder zu Karstadt rein. So unangenehm die Warterei auch ist, wir haben eine gute Zeit.
Alles ist völlig offen… Kurz nach 18 Uhr schließt uns Milena den Pub (oder das Pub?!?) auf. Sie ist furchtbar freundlich, zeigt uns die Schlafplätze, die Dusche, bietet uns etwas zu essen an, zapft uns Bier und wir fühlen uns gut aufgehoben. „Dienstag ist kein guter Tag um in Gießen Konzerte zu spielen…“ sagt sie noch. Wir sind gespannt und warten einfach ab. Gegen 20 Uhr betritt Kai-Uwe Kolkhorst den Raum! Juchuuu! Nun kann der Abend starten. Anstatt Guiness Bier trinken wir Licher. Ist für Musiker für lau und für Begleiter auch. Puh… Justin checkt den Sound. Kai-Uwe geht Entendöner essen. Entendöner. Entendöner. Seine Begleitung Kathrin (aus Gießen) erzählt uns, dass der Dönerladen zehn verschiedene Dönersorten macht. Da ich aber das Werbeschild auswendig gelernt habe und weiß, dass es nur sieben sind, unterstelle ich Kathrin maßlose Übertreibung. Natürlich nur im Spaß. Der Abend kommt langsam in Fahrt. Justin und ich stellen eine Set-Liste zusammen. Hit reiht sich an Hit. So mag ich das. Justin auch. Gießen auch. Das Konzert ist toll. Justins neue Nummer „Unser Lachen“ arbeitet sich in meiner Tabelle der Lieblingslieder nach oben. Immer höher und höher. Kai-Uwe steht im Publikum und singt die TOM PETTY-Covernummer „Alles ist völlig offen“ (Original: „Into the great wide open“) aus vollem Hals mit. Ihm geht es ein Glück wieder besser.
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