|
 LOGH (Foto: Jens Nordström) (22.05.2007, Köln, Gebäude 9) Wer Wärme suchte, der fand sie an diesem Abend. Wer Licht suchte, der fand auch das. "The misconception swells... I wish I wasn’t somewhere else" singt CHRISTIAN KJELLVANDER, und man möchte ihm jetzt zu Anfang vielleicht noch recht geben, doch es wird ihm gelingen, die Zuschauer für sich zu gewinnen, sie zu sich zu holen. Das beständige Rauschen der Boxen im Gebäude 9 wirkt beruhigend, die singende Säge zwingt zum Atmen. Nicht so sehr viele Menschen sind gekommen, doch die sind CHRISTIAN KJELLVANDER verfallen, lauschen seiner Stimme, gehorchen seiner Gitarre, verlangen nichts und genießen alles, wissen ihn und seine ihm angetraute Karla-Thérèse zu schätzen. Drei bis vier LOGHs kommen schließlich auf die Bühne, um die letzen Songs mit ihnen zu spielen, und so wird es gegen Ende noch einmal unerwartet laut. "This is fucking serious music.", fasst KJELLVANDER seinen Auftritt zusammen, und befreit sich und seine Gäste mit einem entwaffnenden Lachen.
Die Seele geöffnet für LOGH, die aufrichten und niederprügeln, mit sieben Elementen und mehr, mitunter zwei Schlagzeugen. Langsam entwickeln sich die Songs, sind vorsichtig aufgebaut, sorgsam arrangiert. Den Schwerpunkt dieses Sets bilden Stücke vom im März erschienenen Album "North" ("Saturday Nightmares", "All the Trees", "The Invitation", "Weather Island"). "The Contractor and the Assassin" zeigt die für LOGH so typische Mischung, nicht zuletzt hierfür war man gekommen. Zu schnell ist dieser Liebling aus "The Raging Sun" vorbei, es folgt "The Hour We Knew Nothing" vom Debüt mit dem wunderschönen Titel "Every Time a Bell Rings an Angels Gets His Wings". "The Black Box" bietet erneut Raum für Blicke voller Aufmerksamkeit von der Bühne und auf sie gerichtet, erfüllt von Ruhe und ebendiese stiftend; ganz behutsam gehen diese Musiker mit ihren Songs um. Was so ein zweites Schlagzeug nicht alles ausmacht!
Mathias Oldén, nicht nur Bassist bei LOGH, sondern prägender Musikproduzent in Skandinavien und wohl auch ein bisschen Regent in seiner Band, wagt sich nicht nur einmal an den Bühnenrand, stellt sich selbstbewusst ins Rampenlicht, das wegen einer am nächsten Tag stattfindenden Fernsehaufzeichnung ungewohnt opulent und doch so passend für einen derartigen Auftritt ist. "An Alliance of Hearts" holt die Sonne des Tages zurück und auch die Gewitterwolken; endgültig bewiesen ist die Vielschichtigkeit der Band. Da drehen sie plötzlich wieder richtig auf, geschrieen werden darf schließlich auch einmal, und so schließen die Schweden wie auf der gleichnamigen Single "An Alliance of Worlds" an. Als Gegenentwurf gleichsam "The Bastards Have Landed", die Zeitreise zurück zu den Anfängen. Zum Abschluss des regulären Sets erinnern LOGH daran, dass sie eine neue Platte mitgebracht und vorzustellen haben: "Death to My Hometown" und das als solches bezeichnete Liebeslied "Thieves in the Palace".
Fast peinlich berührt, verlegen vom Applaus kehren LOGH für eine Zugabe auf die Bühne zurück. Nicht für irgendeine. "This is a very old song", kündigt Mattias Friberg "In Cold Blood" an. Jemand seufzt, ächzt mehr ein "Danke". Der Sänger grinst, weiß nicht recht, wie reagieren, nach einiger Zeit ein schüchternes "You're welcome." Wie geht es weiter? Die Band versichert "Smoke Will Lead You Home". Gestärkt von Licht und Wärme, erfüllt von dieser so erhebenden Musik fällt es ohnehin nicht schwer, den Weg zu finden.
Info: www.christiankjellvander.com / www.logh.se »
Keine Kommentare
Es gibt bisher noch keine Kommentare.
» Kommentar schreiben
|