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 MANDO DIAO (Foto: Dirk Stumpf, SMASH-MAG.com) (07.06.07 – Freilichtbühne Stadtpark, Hamburg) Um sich das Konzert besser vorstellen zu können, muss wohl erst mal das Konzept, das dahinter steckt ein wenig erläutert werden. Den ganzen Sommer über finden auf der, idyllisch im Stadtpark Hamburg gelegenen, Freilichtbühne Konzerte zahlreicher Bands statt. Für diesen Donnerstag hatten sich MANDO DIAO angesagt, was sich auch daran erkennen ließ, dass bereits 1 ½ Stunden vor dem Einlass an die 100, fast ausschließlich weiblichen, Fans vor dem Eingang saßen.
Die schwedischen Mandos könnte man ja auch getrost als postmoderne Indie-Boygroup bezeichnen. Der Ausgeglichenheit des Publikums hätte es sicher nicht geschadet, zumindest den Auftritt der „Dirty Pretty Things“ um die Ex-Libertines Mitglieder Carl Barat (voc) und Gary Powell (drm) größer mit zu bewerben. Dann hätte der Spätnachmittag/Abend hier fast so etwas wie ein Kurzfestival werden können.
Konzertbeginn war mit 19:00 Uhr angegeben. Die, ebenfalls aus Schweden kommenden, THE SOUNDS, wurden jedoch schon um kurz nach 18:30 Uhr auf die Bühne gebeten, als das Areal rund um die Bühne noch nicht einmal zur Hälfte gefüllt war. Und die, die schon da waren, hatten es sich sitzend auf der Wiese bequem gemacht. Erschwerend für das Aufkommen guter Stimmung wirkte sich zusätzlich die Tatsache aus, dass die Security Anweisung hatte, in den abgetrennten Bereich direkt vor der Bühne ausschließlich Mädchen sowie Jungs mit einer geringen Körpergröße (sic!) zu lassen. Diese jedoch waren wiederum beinahe ausschließlich wegen Mando Diao dort.
Von daher konnten THE SOUNDS rocken wie sie wollten, so etwas wie Stimmung wollte einfach nicht aufkommen. Und wer schon mal das Vergnügen hatte Maja Ivarsson und ihre Bandkollegen in einem Club auf der Bühne zu sehen, weiss, welche atemberaubende Energie sie versprühen. Selbst die Aufforderung das doch so einfache „na na na na na na....“ aus „Painted by Numbers“ mit zu singen, verpuffte fast ohne Wirkung. Den DIRTY PRETTY THINGS erging es, gemessen an ihrer Popularität, auch nicht wesentlich besser.
Sie betraten die Bühne so gegen 19:30 Uhr und es sollte eine ganze Weile dauern, bis das Publikum zu begreifen schien, wen genau sie da gerade sahen. Zumindest wirkte es so. Der „Moshpit“ blieb annähernd regungslos, wohingegen sich unmittelbar hinter der ihn umgebenden Hecke so langsam ein Pulk von Leuten fand, der begann zu tanzen und zu springen, und, ja Spaß zu haben. Allerdings brauchte es auch dazu erst die Topsongs vom Kaliber „Deadwood“, „The Enemy“ und vor allem natürlich „Bang, Bang, You´re Dead“.
Alles in allem konnte man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass es leider allzu häufig so kommt: wer als Vorband ausgegeben wird, wird auch als Vorband behandelt, egal wer es ist... Um 20:30 Uhr war es dann aber soweit...die Leute bekamen das, wofür sie gekommen waren: MANDO DIAO.
 Mächtig was los in Hamburg (Foto: Dirk Stumpf, SMASH-MAG.com) Nachdem bereits schon das Ende jeden Liedes der Pausenmusik ein Kreischen und Pfeifen in Erwartung des Auftritts der fünf Schweden nach sich zog, ging dann ihr tatsächliches Erscheinen auf der Bühne in einem ohrenbetäubenden Lärm unter. Bereits jetzt mussten einige kollabierte Mädchen von der Security weggebracht werden. Die Extase der Fans erinnerte streckenweise fast an Bilder die man von Auftritten der Beatles oder Take That kannte.
Und MANDO DIAO ließen nichts aus. Weit über eine Stunde sollte ihr Auftritt dauern und beinahe alle Hits ihrer bisherigen Alben wurden zum Besten gegeben, wobei das aktuelle „Good Morning, Herr Horst“ sowie „Down In The Past“ vom Vorgängeralbum wohl unter anderem die größten Abräumer waren. Die Stimmung war plötzlich vom Allerfeinsten und passte übrigens ganz wunderbar zu dem herrlich warmen, sonnigen Wetter, welches selbst noch bis spät in die Nacht Festivalstimmung aufkommen ließ.
Während sich nach den Auftritten aller Bands noch der Drummer der DIRTY PRETTY THINGS, Gary Powell, zu einem Plausch mit Fans in den öffentlichen Bereich wagte und selbst Carl Barat noch bereitwillig Autogramme verteilte und sich mit Fans fotografieren ließ, so war derartiges den Mitgliedern von MANDO DIAO leider absolut nicht möglich. Sie mussten von einem Taxi aus dem Festivalgelände ausgefahren werden. Doch selbst dieses kam nur schwer durch die Fanmassen. Sofort warfen sich etliche Mädchen auf das Taxi während andere wie wild mit Fäusten gegen selbiges trommelten. Kaum vorzustellen, was den fünf passiert wäre, hätten sie sich getraut, zu Fuß zu ihrem Bus zu gehen.
Vielleicht hätte man den Festivalgedanken an diesem Abend etwas mehr aufgreifen und von drei teilnehmenden Bands sprechen sollen mit entsprechenden Auftrittszeiten, statt von einem MANDO DIAO-Konzert mit Vorbands. Dann hätte dies ein fantastisches Kurzfestival geben können und den doch recht stolzen Eintrittspreis von gut 30 € vollauf gerechtfertigt.
Aber auch so galt: wirklich enttäuscht waren wohl lediglich sehr, sehr wenige. Mehr Fotos von den Auftritten gibt es hier!
Infos: www.mandodiao.com, www.mandodiao.de, www.dirtyprettythingsband.com, www.the-sounds.com »
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