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NO USE FOR A NAME: Baden im schlechten Sound |
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Geschrieben von Christian Hellmuth
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Freitag, 21. April 2006 |
Kaum ein halbes Jahr ist es her, dass NO USE FOR A NAME zuletzt in Berlin auftraten und ihr aktuelles Album "Keep Them Confused" im Gepäck hatten. Und genau wie damals mit Useless I.D. hatten sie auch diesmal eine großartige Band mit auf Ihre aktuelle Tour genommen – THE LAWRENCE ARMS! Zählt man also eins und eins zusammen, so ergibt diese Konstellation einfach eine tolle Show - so die Theorie. Fangen wir aber mal von vorn an:
Den Auftakt machte VERSUS THE WORLD, die Band vom Ex-The-Ataris-Bassisten. Viel hatte ich mir im Vorfeld nicht von ihnen erwartet, ich kannte ohnehin nicht einen Song. Bevor ich hier jetzt irgendeinen Mist über sie schreibe, möchte ich nur soviel sagen, dass ich mich nach ihrer Show in meiner Annahme bestätigt sah, dass mich recht belangloser Emo-Pop-Punk für MySpace-Leute erwarten sollte, eben die Richtung, in die sich auch The Ataris leider - immer mehr musikalisch bewegen.
Nach einer relativ kurzen Umbaupause folgte dann der Auftritt von THE LAWRENCE ARMS aus Chicago, die mit "Oh! Calcutta!" das mit Abstand beste Album dieses noch jungen Jahres Anfang März veröffentlicht hatten. Im Vorfeld schon, eigentlich bereits seit ihrem letzten Berlin-Auftritt im April letzten Jahres, hatte ich mich unheimlich auf diese Show gefreut und ein tolles Set erwartet. Aber leider war mit den ersten Tönen, die aus den Lautsprecherboxen kamen klar, dass ich sehr enttäuscht den Heimweg nach der Show antreten würde. Der Sound war von Beginn an einfach nur schlecht.
Zumindest in den ersten 4 bis 5 Reihen konnte man keinen oder nur wenig Gesang heraushören und auch die Instrumente waren alles andere als ideal abgemischt. So weiß ich jetzt nicht mal mehr, welches der Opener war, da ich ihn einfach nicht habe erkennen können. Abgesehen vom schlechten Sound waren THE LAWRENCE ARMS aber sympathisch und spielfreudig wie immer, zauberten zunächst "On With The Show" aus dem Ärmel, um dann später mit den Klassikern "100 Resolutions" oder auch "Porno And Snuff Films" Erinnerungen an vorherige Konzerte aufblitzen zu lassen. Natürlich kamen aber auch genug neue Songs wie etwa die großartigen "The Devil's Takin' Names" oder "Are You There Margaret, It's Me, God." und weiterhin das auf "Cocktails And Dreams" zu findende "Quincentuple Your Money" zum Zuge.
Sicherlich, alles große Hymnen, großartige Lieder, dennoch vermisste ich die Ausgewogenheit bei der Zusammenstellung der Setlist. Warum nur jeweils ein Song von "Ghost Stories" (Turnstyles), "The Greatest Story Ever Told" und "Apathy And Exhaustion" und jeweils 4 Songs der beiden letzten erschienenen Alben? Ein "The Ramblin' Boys Of Pleasure" oder "Brickwall Views" hätte der List sicher gut getan. Schade, denn nach "Like A Record Player" war dann das Set ohne Zugabe auch schon wieder beendet.
Es sollte eine weitere nicht allzu lange Umbaupause folgen und mehr und mehr Fat-Wreck-Jünger bahnten sich den Weg vor in Richtung Bühne. Aufgrund der Soundprobleme zuvor bei THE LAWRENCE ARMS erwartete ich nicht, dass sich diese bei No Use For A Name bessern sollten und blieb in 7. oder 8. Reihe vorerst stehen.
Was meine Befürchtung anging, wurde ich auch prompt mit dem ersten Song, den NO USE FOR A NAME spielten, bestätigt (ich glaube es war "Invincible"). Der Sound hatte sich keinen Deut gebessert und so ging ich frustriert zum Soundboard und musste leider Gottes feststellen, dass NUFAN ihren eigenen Mischer dabei hatten, welcher auch keinerlei Kritik annehmen wollte. So spielten sie ohne größere Experimente gleichberechtigt durch fast alle ihre Alben. Von "Soulmate" und "Chasing Rainbows" über "For Fiona" und "Part Two" bis hin zu weiteren Klassikern wie "International You Day", "Coming Too Close" oder "On The Outside" war alles dabei, was sich der Durchschnitts-NUFAN-Fan eigentlich wünschen kann. Weitere Highlights waren im Laufe des wie immer sehr guten No-Use-Auftrittes "Fairytale Of New York", "Justified Black Eye" und "Life Size Mirror". Insgesamt also eine gelungene und grundsolide Show von No Use For A Name, die sich sowohl auf der Bühne als auch bei ihrer Setlist auf Altbewährtes verließen und so den Abend doch ein wenig erträglicher machten.
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