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PRESSURE FESTIVAL: Zwischen Style und Stil |
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Geschrieben von Markus Tils
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Montag, 9. Juli 2007 |
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 Exklusive Show auf dem Pressure: Evergreen Terrace (22-24.06.2007, Herne, Gysenberg Halle) Wenn sich die Sanitäter die Hände über den Kopf zusammen schlagen und aus dem Staunen nicht mehr rauskommen, kann man sich gewiss sein, dass es im Moshpit gut zur Sache geht. Das Pressure Festival rufte und allesamt kamen sie, die Hardcore mögen, sich austoben wollten, oder auch einfach nur prollig durch die Gegend laufen wollten. Erschreckend hoch die Anzahl der Stylo Bollos. Pulli mit nem Krokodil drauf, Sonnenbank Abo in der Tasche und den Tunnel im Ohr mit kleinen Brillianten geschmückt. Oder waren es nicht so viele und sie fallen halt nur mehr auf als alle anderen? Man hätte auch auf einem Bushido Konzert sein können. Große Unterschiede im Style gab es da nicht mehr. Hardcore ist bekanntlich mehr als Musik und auch eine Sache der inneren Einstellung. Aber bei solchen Leuten, die man liebend gerne als Proleten bezeichnet muss man sich fragen, was wohl deren eigentliche Einstellung ist. Vom Stil auch mal völlig abgesehen. Rein optisch kann man da nichts finden, was mit Hardcore zu tun hat. Egal, auf zu den Bands:
Am ersten Tag standen Knuckledust auf der Bühne und vollzogen ein fettes Set. Beatdowns vom feinsten sorgten für genügend Violent Dancing vor der Bühne. Das änderte sich auch nicht bei As I Lay Dying, wo bei sich deren Sound bekanntlich mehr dem Metal orientiert. Der Sound der Kalefornia war perfekt, knallte ordentlich und sicherlich für viele das Highlight des ersten Tages. Denn bei Converge wurde es deutlich leerer. Wobei mit der Band aus Bosten einer der Highlights des Festivals auf der Bühne stand. Aber deren ChaosCore ist nicht jedermanns Sache. Quasi hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Converge chaotierten das Publikum und verlangten viel. 45 Minuten Chaos zerrten die Nerven, aber es war genial. Der Samstag begann mit einer der Gründe, warum überhaupt viele gekommen waren. Casey Jones spielten zum ersten Mal in Europa und das auch nur exklusiv auf dem Pressure. Die Halle war entsprechend proppevoll und es ging gleich von 0 auf 100. Was sich auch weiterhin bei Have Heart durch hielt. Zwei Bands, die aktuell zu den gefragtesten sXe Bands gehören. Es dauerte auch nicht lange nach deren Gigs, bis auch ihr Merch restlos ausverkauft war. Mit The Warriors und Parkdrive Way standen Bands auf der Bühne, die mehr dem MetalCore zuzuordnen sind. Warum ausgerechnet Parkdrive Way momentan gehypt wurde blieb aber an diesem Tag ein Rätsel, da waren The Warriors überzeugender. Wie auch All Out War, die ebenfalls kein schlechtes Set boten. Unearth sind mittlerweile auch eine feste Größe und unterstrichen dies auch als Co-Headliner. Zum Ende dann die Kings Of Hardcore: Sick Of It All präsentierte ein Set, welches via Internet von Fans teilweise zusammen gestellt wurde. Große Überraschungen der Songsauswahl beim Voting gab es nicht und so wurde letztendlich ein „normales“ Sick Of It All Set gespielt, welches natürlich alle großen Kracher der Band beinhaltete. Sick Of It All wurde gefeiert und Schluss bei „Us Vs. Them“ wurden in Dropkick Murphy- Manier einige Leute auf die Bühne gelassen um rumzuzappeln.
Am Sonntag bedienten Do Or Die die Tough Guy Fraktion. Die Belgier schafften es ordentlich einzuheizen, aber rissen keine Bäume aus. Etwas zu prollig kam es rüber, was geboten wurde. Das änderte sich auch nicht bei Shattered Realm, die in chicen Shorts auftraten. Jedoch waren sie musikalisch beschlagender und groovten um einiges mehr als Do Or Die. Entsprechend ging auch das Publikum mehr in die Vollen. Das erste richtige Highlight am Sonntag war für viele der Auftritt von Evergreen Terrace. Die Band, deren neues Album bald erscheinen wird, präsentierte sich außerordentlich spielfreudig. Sind sie auch extra für dieses Ereignis nach Deutschland gereist legten sich ein grandioses Set ab. Die Zeit verging zu schnell und der Wunsch nach mehr äußerte sich. Walls Of Jericho sind ja mittlerweile eine Institution im Hardcore. Entsprechend ging es auch zur Sache. Frontfrau Candace Kucsulain gab wie gewohnt alles. Ihr Klassiker „Playing Soldier Again“ wurde früh gespielt und so zog man von Beginn die Masse auf seiner Seite. 45 schweißtreibende Minuten folgten und für viele endete nach Walls Of Jericho damit auch das Pressure Festival. Deutlich leerer wurde es als Earth Crisis in Originalbesetzung auf der Bühne standen. Die Reunion scheint wohl gut angenommen zu werden. Die vordersten Reihen trugen das X auf der Hand und Sänger Kurt Buechner trug sein Animal Liberation Shirt mit Inbrunst. Auch wenn Earth Crisis nicht ganz unumstritten sind, ihr Auftritt war dennoch nicht von schlechten Eltern. Somit vergingen 3 Tage Hardcore. Auch wenn es beim Einlass jedes Mal Chaos gab, war es dennoch ein gelungenes Wochenende. Bis zum nächsten Jahr.
Info: www.pressurefestival.de »
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