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Wegen der großen Nachfrage wurden die Konzerte in München, Köln, Saarbrücken und Hamburg in größere Konzerthallen verlegt:

 

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STARS: Furzen wie die Soldaten PDF Drucken E-Mail
Konzerte - Aktuelle Konzerte
Geschrieben von Felix Neumann   
Dienstag, 12. Februar 2008

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(Foto: A.DeWilde)
(10.02.08, Frankfurt, Mousonturm) Der Mosuonturm in Frankfurt ist normalerweise Schauplatz von Theateraufführung und Lesungen, bietet manchmal aber auch die Bühne für gute Musik. So auch am heutigen Sonntag: Die kanadische Band Stars ist zu Besuch in „Mainhattan“.

 

Ursprünglich waren Apostle Of Hustle als Support angekündigt, diese waren jedoch aus unbekannten Gründen nicht da. Also betritt heute gegen 21 Uhr eine junge Dame mit ihrer Gitarre die Bühne, stellt sich nuschelnd vor und stimmt ihr Instrument. Moment… Nein, das soll ein Lied sein. Eine schöne Stimme hat sie, das muss man ihr lassen, an der Gitarre ist sie aber eine Niete. Doch offensichtlich war ihr Auftritt nur ein kleines Experiment unter Künstlern, denn nach etwa zehnminütigem Geplimper betritt eine weitere Dame die Bühne und setzt sich hinter ein Keyboard. Frau Nummer 1 verschwindet wortlos von der Bildfläche. Jetzt sitzt da Jade McNelis. Und Gott sei Dank beherrscht sie ihr Instrument. Zudem singt sie angenehm klar und rettet den Auftakt des Abends mit ihren melancholischen Kompositionen.

Nach nicht zu langem Warten erscheinen dann endlich Stars auf der Bühne. Das lustig bunt gemischte Publikum aus Teenies, Studenten und Mittvierzigern jubelt frenetisch. Mit „The Night Starts Here“ beginnt der Abend genau wie das neue Album „In Our Bedroom After The War“. Leider ist der Sound noch nicht ganz ausgewogen, was sich aber bereits mit der zweiten Nummer ändert. Von hier an bietet das kanadische Kollektiv mit Broken Social Scene-Wurzeln (Sängerin Amy Millan und Sänger Torquil Campbell sind unter anderem BSS-Mitglieder) einen wunderbaren Abend mit allem was das Herz begehrt: Alte Songs werden ebenso zum Besten gegeben wie die Hits der neuen Platte. Mit dabei sind „Window Bird“, „Take Me To The Riot“, „Bitches In Tokyo“ oder „The Ghost Of Genova Heights“. Der Mittelteil des Sets ist laut Frontmann Campbell in Deutschland zu einem „Balladen-Block“ geworden, mit Liebeskummer und ordentlich viel Herzschmerz. So spielt die Band beispielsweise den markerschütternden Schmachtfetzen „Personal“. Obendrauf gibt es zwischendurch immer wieder viele liebe Worte von Millan und Campbell an das Publikum. Diese beiden sind es auch, die die Blicke immer wieder auf sich ziehen. Insbesondere bei Amy Millan liegt es daran, dass ihre zarte Stimme live exakt wie auf Platte klingt.

Nur ein Indiz dafür, dass die Sängerin und ihre Bandkollegen musikalisch richtig was drauf haben und durch jahrelange Erfahrung zu perfekten Musikern gereift sind. Kurz vor Ende des regulären Sets verschwindet die sympathische Frontfrau plötzlich von der Bühne. Torquil Campbell lässt mit verschmitzter Miene verläuten, dass sie krank ist: „Amy Millan is really sick at the moment. Last night she farted like a soldier.” Ob’s wirklich stimmt, oder ob Frau Millan einfach nur eine kurze Pinkelpause brauchte ist bis heute ungeklärt. Mit dem Titeltrack des aktuellen Albums und gleichzeitig einer weiteren herzzerreißenden Ballade verabschiedet sich die Band fürs Erste von der Bühne. Logischerweise lassen die Stars aus Kanada das lauthals feiernde Publikum noch nicht ganz alleine. Die Zugabe beginnt mit einer kleinen Anekdote aus dem Tourleben der Band. In einem Frankfurter Restaurant einen „Frankfurter“, also eine Knackwurst zu bestellen ist sicherlich ein alter Witz, den sich Drummer Pat McGee beim Mittagessen aber nicht hat nehmen lassen. Urplötzlich wird von männlichen Geschlechtsteilen geredet und Amy Millan versucht mit einem geflüsterten „Erase it!“ das Publikum und sich zur Ruhe zu bringen. Das funktioniert und es folgt „My Favourite Book“, ebenfalls vom neuen Album „In Our Bedroom After The War“. Den endgültigen Schlusspunkt setzt dann Torquil Campbell mit „Barricade“, nur begleitet vom Piano. Ein letztes Mal packt er so viel Gefühl in den Song wie er kann.

Ein traumhaft schöner Konzertabend ist gegen 23.15 vorbei. Zufrieden lächelnde Gesichter soweit das Auge reicht. Sehr empfehlenswert, sehr schön, bitte kaufen Sie das Album!

Info: www.arts-crafts.ca/stars

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