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THE FASHION: Die Koffer voller Messer |
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Geschrieben von Felix Neumann
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Montag, 3. März 2008 |
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 The Fasion in Frankfurt (Foto: F. Neumann) (29.02.08, Frankfurt, Sinkkasten) Nach unzähligen, europaweiten Auftritten und diversen Namens- und Formationswechseln haben Jakob, Anders, Jacob und Christian, alias The Fashion, endlich die Richtung eingeschlagen, die sie so lange gesucht haben. Mit „Like Knives“ ist den vier Dänen ein Indie-Hit für jede Tanzfläche gelungen und seit einigen Wochen gibt es das gleichnamige Zweitwerk zu kaufen. Höchste Zeit also für eine ausgedehnte Tour um aller Welt zu zeigen, dass da etwas Großes im Kommen ist. Am heutigen Freitag machen The Fashion im Sinkkasten in der Frankfurter Innenstadt halt.
Das bunte Vorprogramm besteht aus drei lokalen Acts. Zunächst stehen mit Fire Flash fünf blutjunge Mädchen aus Langen auf der Bühne. Die fünf Teenager spielen soliden Rock der Marke The Donnas und haben in ihrer noch jungen Bandgeschichte bereits Konzerte in Frankreich und Belgien hinter sich. Fire Flash sind sicherlich für den einen oder anderen Besucher ein Augenschmaus, musikalisch merkt man aber deutlich, dass der Band noch eine gewisse Reife fehlt. Nach einer kurzen Umbaupause betreten Morningboy aus Frankfurt die Bühne. Mit ihrem geradlinigen Indie-Pop krebsen die vier Musiker allerdings nur im Mittelmaß herum. Entsprechend verhalten fällt der Applaus des heute jungen Publikums aus. Als danach das Frankfurter Elektro-Duo The Ohohohs sein Set eröffnet steigt die Stimmung schlagartig an. Der Platz vor der Bühne füllt sich und zum ersten Mal an diesem Abend tanzt die Menge. Nüchtern betrachtet ist die zappelige Performance, die irgendwo zwischen Scooter und dem Safri Duo liegt, aber äußerst anstrengend und gleicht eher einer Comedy-Show als einem Musikkonzert
Sichtlich entspannt und voller Vorfreude betreten The Fashion gegen 22 Uhr endlich die Bühne. Mit dabei ist Christoffer Griebel, der fünfte Mann, der die Band live mit Gitarre und Keyboard unterstützt. Die Setlist ist voll mit Songs vom aktuellen Album „The Fashion“, hält aber auch einige Hits der ersten Platte „Rock Rock Kiss Kiss Combo“ bereit. Sänger Jakob Printzlau präsentiert sich in bestechender Form, singt live richtig gut und hat erkennbaren Spaß daran, auf der Bühne zu stehen und den Fans ein musikalisches Festmahl zu kredenzen. Sein Namensvetter an den Drums malträtiert sein Instrument eine Stunde lang gnadenlos und hat sein hellgraues Shirt schon nach zwei Songs in ein dunkelgraues verwandelt. Zu dieser Zeit ist der Sinkkasten gut gefüllt – etwa 300 Leute sind gekommen – und in bester Tanzstimmung. Mit einem unschuldigen, „I think you might know this next song…“, kündigt der Bandleader nach knapp 20 Minuten den bereits erwähnten Hit „Like Knives“ an. Wie erwartet gibt es kein Halten mehr: Mitsingen, mitklatschen, mittanzen – Frontmann Jakob interagiert mit dem Publikum ohne dabei zu sehr abzuschweifen. Nach rund zwei Dritteln des Sets will er erst dann weiter spielen, wenn der Freiraum auf der Bühne mit Fans gefüllt ist. Was Jakob sagt wird sofort getan und nach ein paar Sekunden haben etwa 20 Leute aus dem Publikum ihren Platz zwischen und neben den Bandmitgliedern eingenommen. Bezeichnenderweise untermalt der Song „Let’s Go Dancing“ diesen unvergesslichen Moment. Mit ihrem Mix aus wavigem Indie-Pop, Hip Hop- und Reggae-Elementen liegen The Fashion den ganzen Abend über goldrichtig und sind keine Sekunde lang langweilig. Neben „Like Knives“ sind „Solo Impala“, „Letters From The Ambulance“, „Roller Disco Inferno“ und „Mathematics“ die eindeutigen Highlights des knapp 70-minütigen Auftritts.
Es müsste schon mit dem Teufel zugehen, wenn der kleine Merchandise-Stand mit den humanen Preisen nach diesem Abend nicht vollkommen leer gekauft wurde. The Fashion sind ohne Zweifel auf dem Weg nach oben. Immer im Gepäck: eine schier unerschöpfliche Anzahl an wunderbar eingängigen Songs und eine große Portion Spaß. Gute Reise!
Info: The Fashion auf allmybands.de
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