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 Auf Deutschland-Tour: The Hoosiers (05.05.08, Frankfurt, Batschkapp) Ein lauer Frühlingsabend in der Börsenstadt markiert wohl den Anfang vom Ende der Club-Konzerte: Es wird Zeit für Open Air Gigs, denn beim betreten der Batschkapp droht der Hitzeschock. Abgesondert wird die drückende Wärme von einer lustig bunt gemischten Zuhörerschaft aus Teenies und Mittdreißigern, denen die Band des Abends wohl weitestgehend aus dem Radio bekannt ist. Kein Wunder also, dass nach dem Konzert vor der Tür eine quirlige Radiomoderatorin gierig auf Interview-Opfer wartet. Aber halt! Zurückspulen! Beginn war doch um 21 Uhr…
Die Berliner Deutsch-Popper Radiopilot schlagen die musikalische Gangart bekannter Bands wie Madsen, Fotos oder Neuser ein. Auch wenn bei einigen Songs des 30minütigen Sets ein paar Highlights aufblitzen, steckt das Songwriting der fünf Hauptstädter noch in den Kinder- und Schulbandschuhen. Ein lustiger Auftritt ist es allemal. Nicht nur, weil alle Bandmitglieder die gleichen Shirts tragen, sondern auch, weil gegen Ende des Sets ein bisschen „Billy Jean“ von Michael Jackson gecovert wird.
Das im positivsten Sinne durchgeknallte Trio The Hoosiers aus England, Schweden und der Schweiz ist bekannt für bunte und extravagante Shows. Natürlich ist das auch heute Abend der Fall. Die Bühne sieht aus wie immer: Gitarrenverstärker, die aussehen wie Roboter und große pelzige Fernseher, die abstrakte Gesichter zeigen. Soweit normal. Dann betreten Irwin Sparkes (Gesang), Martin Skarendahl (Bass), Alfonso Sharland (Schlagzeug) und ihr Tour-Keyboarder Sam Swallow (Mitglied der Londoner Formation Grace, Anm. d. Verf.) mit großen Buchstaben aus Pappmaché die Bühne. Natürlich bilden diese Buchstaben den Namen der Band. Das Publikum, mittlerweile etwa 300 Mann stark, jubelt frenetisch und bekommt zum Auftakt wohl einen der besten Songs serviert: „Worst Case Scenario“ Der Sound ist allerdings zu Beginn noch nicht ganz ausgefeilt, pendelt sich mit dem dritten Song aber wieder ein. Und von da an beweisen die Spaßvögel, dass sie sich nicht nur unglaublich gut verkleiden können, sondern auch, dass sie brillante Musiker sind. Alle Songs des Debütalbums „The Trick To Life“ werden gespielt und sind dabei so perfekt vorgetragen, dass die Fans mit der Zunge schnalzen. Irwin Sparkes und Sam Swallow liefern sich waghalsige Gesangsduelle in den verschiedensten Oktaven und treffen nicht ein einziges Mal den falschen Ton. Auch wenn hier heute alle auf Party, Hüpfen und Mitsingen gekämmt sind, verzichten die Hoosiers nicht auf die ruhigeren Momente, von denen „Everything Goes Dark“ live ganz, ganz großes Tennis ist. Artig bedanken sich die Musiker immer wieder für das zahlreiche Erscheinen und greifen dann wieder in die Saiten um ihren Comic-Indiepop an den Mann und die Frau zu bringen. „Goodbye Mr. A“ und „Cops And Robbers“ treiben die Meute noch einmal zum musikalischen Höhepunkt. Ende, Abgang, Zugabe. Natürlich kommt das Trio nicht einfach nur „normal“ zurück auf die Bühne, sondern verkleidet:. Ein Fischkopf, ein Löwe und Spiderman. Am passenden ist aber wohl der Aufzug von Sänger Sparkes: Das Ben Stiller-Double trägt die Jacke eines Zirkusdirektors und trifft damit den Nagel auf den Kopf. Denn das ob des kleinen Repertoires leider etwas kurze Set endet mit der Radiosingle „Worried About Ray“ und hinterlässt irgendwie den Eindruck, als ob man im Zirkus gewesen ist.
Ach ja, die quirlige Radiodame! Sie hat sicher viele überschwängliche Reaktionen in ihr Mikrofon gekrächzt bekommen. Nüchtern betrachtet ist der Kommentar der netten Dame vor mir aber der einzig richtige: „Es war ein nettes Konzert.“
Info: www.thehoosiers.de »
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