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THE HORRORS: „Psychotic Sound For Freaks And Weirdos“ PDF Drucken E-Mail
Konzerte - Aktuelle Konzerte
Geschrieben von Dirk Stumpf   
Samstag, 28. April 2007

Image
Kletterstunde im Underground (Foto: Dirk Stumpf)
(25.04.07, Köln, Underground) Nachdem die Vorgruppe „The Voom Blooms“ mit solidem, unspektakulärem Britrock eröffnet hatte, mussten die Besucher des Undergrounds sich noch ein bisschen gedulden, bis die Horrors dann gegen kurz vor 23:00 Uhr ihre Mischung aus Garage House, Punk und Surf-Music mit dem unverwechselbaren Sound dieser unwirklich klingenden Orgel auf sie losließen.

 

Es ist wohl schwer, keine Meinung über The Horrors, alias Faris Badwan (vox), Tomethy Furse (bas), Joshua von Grimm (git), Coffin Joe (drm), sowie Spider Webb (org). zu haben. Von den einen als größter Sell Out der Spitze des UK Hypes um „the next big thing“ verschrien, von den anderen heiß und innig geliebt ob ihrer rohen, energiegeladenen Liveauftritte, blieben die fünf aus London auch heute mit der Wahl der Venue ihrer Maxime treu, lediglich in kleinsten Clubs aufzutreten. Warum? Das sollte bald klar werden...

Zu den Klängen von „No Love Lost“, welches nicht auf dem Debutalbum „Strange House“ enthalten ist, betraten zunächst die vier übrigen Bandmitglieder die Bühne, während Sänger Faris Badwan sich (leider) vergebens mühte, in bekannter Manier zur Clubdecke zu klettern, um von dort seinen Gesangspart zu beginnen.

Nachdem sich das Publikum nun weit genug an den kniehohen Bühnenrand gedrängt hatte, um erkennen zu können, ob es der Sänger wohl hoch bis zu den  Lichtschienen schafft, feuerten „The Horrors“ mit „Count In Fives“ (welches ein Riff aus Nirvana´s „Territorial Pissings“ auf der „Friedhofsorgel“ verwurstet) den wohl stärksten Albumtrack, einem musikalischen Brandsatz gleich, auf die Leute ab, die in Sekundenbruchteilen vollkommen ausrasteten.

Von da an gab es kein Halten mehr, der Song ging nahtlos in die kommende Single „She Is The New Thing“ über, gefolgt von „Death At The Chapel“. Pausen zwischen den einzelnen Tracks gab es keine, Sänger Faris war eigentlich mehr im, auf und zwischen dem Publikum als auf der Bühne, während die anderen vier ihre Instrumente quälten, als wäre heute die letzte Gelegenheit dazu.
Von den Fans im wörtlichen Sinn auf Händen getragen, schaffte es Faris Badwan dann doch noch hoch an die Lichtschienen und baumelte dort über den Köpfen der johlenden Menge.

Doch selbst dann riss der Liedfluss nicht ab und Song wurde an Song gereiht, bis plötzlich nach einer halben Stunde der Spuk vorbei war. Nach einem knappen Dutzend Songs, das sämtliche fünf (!) Singles ihres Albums enthielt, verschwand die Band und hinterließ auf dem Höhepunkt des Auftritts ein verschwitztes, fast noch hüpfendes Publikum, das sich den letzten Nachzuckungen der Extase hingab.

Die Rufe des leicht irritierten Publikums nach einer Zugabe verhallten ungehört. Stattdessen stürmten einige kurzerhand selbst die Bühne und ließen jeden brauchbaren Schnipsel der Band sowie Plektren, Drumsticks, Wasserflaschen etc. mitgehen. Die Entscheidung, keine Zugabe zu geben, war übrigens eine gewollt getroffene. Faris Badwan begründete mir dies nach dem Konzert sinngemäß folgendermaßen: „Die Band wollte dieses perfekt verlaufene, geniale Konzert mit fantastischer Stimmung nach dem Höhepunkt verlassen. Nachdem man eine halbe Stunde ohne Pause Vollgas gegeben hatte, wäre nach dem Abgang und der kurzen Pause irgendwie die Luft raus gewesen. Und um den Gig nicht abwerten zu wollen, entschied man sich bewusst gegen eine Zugabe!“ Diesem Statement ist wohl nichts mehr hinzuzufügen.

Info: www.myspace.com/thehorrors
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