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 Foto: kilians.de (02.10.07, Siegen, Musikclub Meyer) Thees Uhlmanns neuste Entdeckung, die Kilians aus Dinslaken, genießen derzeit den Status einer Newcomer-Band, die ganz schön gehyped werden. Dennoch gilt es das große Feld der Musikwelt von ganz hinten aufzurollen. Soll heißen: Touren, live spielen, Merchandise verkaufen und Fans gewinnen. Da werden auch so kleine Venues, wie das Meyer in Siegen nicht ausgelassen. Gar keine schlechte Entscheidung, wie sich herausstellt. Ihr geradliniger Indie-Rock mit rotziger Note à la The Strokes, einer Prise Pigeon Detectives und etwas Mando Diao passt perfekt in kleine, verrauchte Rock-Schuppen und wirkt dagegen auf großen Bühnen, wie beispielsweise beim diesjährigen Rock am Ring noch ein wenig verloren.
Auch wenn das bunt gemischte Publikum an diesem Abend offensichtlich nicht zu 100 Prozent weiß, wer da eigentlich auf der Bühne steht, legen die Kilians von der ersten Minute mit Volldampf los. „Short Life Of Margott“ dröhnt durch die kleine Location und die Dinslakener sind auf den Punkt da. Der anfangs matschige und übersteuerte Sound wird von Lied zu Lied besser und auch das Publikum beginnt zu erkennen, dass die Typen auf der Bühne live richtig was auf dem Kasten haben. Eine musikalische Explosion jagt die nächste. Songs wie „Dizzy“ und „When Will I Ever Get Home“ gehen ins Blut und spätestens bei „Fight The Start“, dem wohl bekanntesten Stück der Kilians, bewegt sich auch der letzte Unwissende in Siegen im Takt.
Sänger Simon ist der Mittelpunkt des Abends. Man könnte fast sagen, dass die Show mit dem rotzfrechen Frontmann steht und fällt. Aber eben nur fast, denn seine vier Kollegen haben auch einiges zu bieten. Gitarrist Arne Schult glänzt neben sauberem Musizieren auch durch sein Outfit: 80er-Jahre Trainingsjacke und sein heiß geliebtes Stirnband. Sein Gegenüber Dominic übernimmt den introvertierteren Part und raucht lässig Zigarette. Bassist Gordian bleibt unauffällig, wohingegen Drummer Michael so Gas gibt, dass er das gesamte Volumen aus seiner Haarpracht herausschwitzt.
Aber ist man ehrlich, so hat man den größten Teil des Abends auf Sänger Simon gestarrt. Ob er bei „Little Billie, Little Brother“ seine Mundharmonika maltretiert, wie das Opfer eines Voodoo-Zaubers über die kleine Bühne und einmal quer durchs Publikum rennt, die Anwesenden bei „Enforce Yourself“ zum „Bouncen“, einer Armbewegung, die eher in afroamerikanisch geprägter Musik zu Hause ist, animiert oder einfach nur überaus selbstsicher am Mikro steht und gepaart mit großen Rockposen zeigt, was er mit seiner Stimme alles drauf hat – er ist Dreh- und Angelpunkt des Ganzen. Das Publikum dankt es ihm und seinen Kollegen mit einer Menge Applaus, aber auch nervigen Zwischenrufen, die der Frontmann jedoch mit viel Humor und Schlagfertigkeit zu kontern weiß. Nach knapp zwei Stunden, vier Zugaben, ein bisschen „Maria, I Like It Loud“ von Scooter und viel Energie, verlassen die Dinslakener Newcomer die Bühne.
Wo kriegt man heute für nur acht Euro noch so viel geboten? Die Kilians schöpfen ihr gesamtes Repertoire aus und gewinnen so sicher mehr als nur einen neuen Fan. So ein Club-Gig ist einfach etwas Besonderes. Derart packender, schnörkelloser und energetischer Garagenrock in intimer Atmosphäre hat unterm Strich nichts anderes, als das Prädikat „sehr empfehlenswert“ verdient. Man kann also nur hoffen, dass mit dem Erfolg nicht ausnahmslos die großen Bühnen kommen.
Info: www.thekilians.de »
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