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THE RIFLES: Vier Himmelhunde auf dem Weg zur Hölle |
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Geschrieben von Andreas Ohlberger
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Donnerstag, 28. September 2006 |
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 Joel Stoker (hinten) und Stimmung (vorne) (Foto: smash-mag.com) (25.09.2006, Köln, Prime Club) Was, wenn eine Band ihren Auftritt nach 50 Minuten inklusive Zugabe beendet? Pfui! Schiebung! Geld zurück! Oder auch nicht.
„Ich habe drei Weizenbier getrunken und vier Kölsch. Ich bin angeschwipst, aber nicht voll“, tönt ein augenscheinlich angeschickerter Kölner Kneipengänger draußen vor dem Fenster. Da drängt sich der Vergleich zum RIFLES-Konzert am 25. September im Prime Club nahezu auf. 50 Minuten hatten sich die vier Briten bei ihrem Auftritt in Köln Zeit genommen – Zugabe inklusive. Definitiv zu kurz, um wirklich voll zu sein. Aber für „angeschwipst“ hat’s locker gereicht. Und anders als beim unliebsamen Betrunkenen vor dem Fenster bezieht sich diese Feststellung nicht auf den Alkohol- sondern auf den Rock’n’Roll-Lifestyle-Pegel.
Aber der Reihe nach: THE RIFLES waren zu Gast. Joel Stoker, Lucas Crowther, Rob Pyne und Grant Marsh hatten mitten in ihr ausgiebiges Tourleben in britischen Kleinstädten eine viertägige Promotour durch die wichtigen Musikmetropolen der Republik zwischengeschoben. „No Love Lost“ heißt das Debüt der Briten, dass in Berlin, Hamburg, München, Köln und Heidelberg (sic!) vorgestellt wurde. Als würden wir es nicht schon alle kennen.
 Gitarrist Lucas Crowther und sein Bandkollege Grant Marsh (Foto: smash-mag.com) Viertel nach zehn zeigten die Zeiger der Uhr, als die Regler nach rechts gedreht wurden und THE RIFLES ihre Show betraten. Geboten wurde vieles vom aktuellen Longplayer – „She’s Got Standards“, „Local Boy“, das vehement gerforderte „Peace & Quiet“, „Narrow Minded Social Club“ oder auch „When I’m alone“. Selbst unveröffentliches Material wurde dargeboten. “You know our album? The next song is not on it…” Und wer sich fragte, wie man mit nur einem Album ein abendfüllendes Konzert auf die Beine stellen will, bekam um 23:05 die Antwort: gar nicht. Nach einer Zugabe war Ende.
Enttäuscht blieb jedoch niemand zurück. Denn so unglaubwürdig es angesichts der kurzen Spieldauer klingt: Die zurückliegenden Minuten hatten alles, was eine gute Show ausmacht. Angenehmer Sound in ansprechender Lautstärke, ausgelassene Stimmung und großartige Songs irgendwo zwischen THE CLASH und dem Britpop der 90er. 50 Minuten ohne Tiefen, ehrlicher, geradliniger britischer Rock zum mitsingen und Bier verspritzen. Dazu die erfreuliche Erkenntnis, dass die vier Emporkömmlinge den Hype im Vereinigten Königreich prächtig überstanden haben und zurückhaltend, sympathisch und vor allem mit großer Freude agierten. Und so viel der Rausch dann doch noch angenehm aus. Man muss ja auch nicht immer voll nach Hause gehen. Angeschwipst ist manchmal auch ganz schön.
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