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 Weakterthans Frontmann John K. Samson (Foto: M. Tils) (27.11.07, Köln, Bürgerhaus Stollwerck) Es gibt da so Bands im Leben eines Musikliebhabers, die wachsen einem mit der Zeit ans Herz, ihre Songs werden zu Begleitern im Alltag, man zitiert ihre Texte um eigene Lebenssituationen zu beschreiben. Konzerte von solchen Bands sind dann wie das Wiedersehen mit guten Bekanten, gerne hört man den alten Geschichten zu und ist gespannt, was es neues gibt. Für mich sind die Weakerthans eine solche Band. Sie laden heute Abend ins Bürgerhaus Stollwerck ein, ihr neues Album Reunion Tour haben sie auch gleich mitgebracht. Und dieser Einladung wird gerne gefolgt, das Bürgerhaus ist ausverkauft.
Vor der Halle suchen einige noch händeringend nach Tickets, während drinnen Jonas Goldbaum aus Österreich den Konzertabend mit deutschsprachigem Indie-Rock eröffnen. Ihr aktuelles Album Unsere Welt braucht dich wurde in der hiesigen Presselandschaft sehr wohlwollend aufgenommen und anders ergeht es den Jungs heute Abend auch nicht. Ihre Musik klingt ein wenig wie Madsen mit Wiener Schmäh, sehr charmante Kombination, dürfen gerne wieder kommen. Die zweite Vorband des Abends heißt House and Parish und kommt aus New York. Waviges Schlagzeug, schrammelige Gitarren, so mag das der Indie-Fan. Ist zwar nicht spektakulär, reicht aber alle Male aus, die wachsende Vorfreude auf den Hauptact musikalisch zu untermalen. Den Applaus nach ihrem Auftritt haben sich House and Parish jedenfalls verdient. Die Umbauphase wird mit einem Bier verkürzt, eine Zigarette draußen geht auch noch, im Bürgerhaus ist heute Rauchverbot. Ohne großes Hallo erscheinen die vier aus Winnipeg auf der Bühne, kurzer Gruß ins Publikum, immer schön bescheiden, so sind sie, die Weakerthans. John K. Samson trägt jetzt einen Bart, fast hätte man ihn nicht wieder erkannt, Junge hast du dich verändert. Doch spätestens als der Gesang zu Psalm fort he elks lodge last call einsetzt, ist jede Verwechslung ausgeschlossen, eindeutig Weakerthans, Winnipeg, Canada, schön euch wieder zu sehen. Und die Band hat auch so ziemlich alles dabei, was man sich so von ihnen gewünscht hat, vorrangig Songs der letzten beiden Alben. Da wären zum einen die rockigeren Nummern, gute Idee, die zu spielen, denn das Publikum ist in Tanzlaune. Mitgesungen wird natürlich auch, irgendwie ist das so, als würde man die Lieblingssprüche aus seinem Poesiealbum zum Besten geben. „I know you might roll your eyes at this, but i´m so glad that you exist”. Schön, wenn man jemanden dabei hat, dem man diese Worte widmen will(hey, Muriel). Das neue Material von Reunion Tour fügt sich übrigens wunderbar ins Set ein, Night Windows beispielsweise ist ein absolutes Glanzlicht, selten hat man so einen schönen Basslauf gehört. Überhaupt die ruhigen Songs: kleine Inseln der Besinnlichkeit inmitten der ausgelassen Stimmung von Band und Publikum. Es kehrt Stille ein, nur noch die Stimme von Samson und die spärliche Instrumentierung. Bei einem Song wie left and leaving ist da Gänsehaut so sicher, wie Autounfälle beim ersten Schnee, „and never take me anywhere but here“, in diesen Momenten ganz bestimmt. Also alles dabei, was man in den letzten Jahren an den Weakerthans so schätzen gelernt hat, Ausgelassenheit und eine gehörige Portion Melancholie. Nach achtzig Minuten verabschieden sich die Kanadier, nicht ohne jedoch ein Abschiedsgeschenk in Form einer Zugabe zu hinterlassen. So gehört sich das auch bei guten Freunden. Man weiß ja schließlich nie, wann man sich das nächste Mal wieder sieht.
Info: www.theweakerthans.org »
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