(18.05.06, Köln, Prime Club) Es gibt nur wenige Bands auf diesem Planeten von denen man so konstant durchs Leben begleitet wird. THERAPY? ist ganz klar eine von ihnen und so ist es auch kaum wunderlich, dass auch 12 Jahre nach der Veröffentlichung vom Erfolgsalbum „Troublegum“ immer noch eine ordentliche Fanschar auf der Matte steht, wenn die Iren im Land sind.
Als Support hat die Band THE GO FASTER NUNS aus Bamberg eingeladen und diese eröffnen den Abend furios. Garagenpunkrock pur. Laut, dreckig und doch voller Herz und Seele. Auf der Bühne ist die Band zuhause. Gitarrist T. van Guyzyfer im Schottenröckchen, Gaffa-Tape über den Brustwarzen und Grimassen non Stopp, ein Sänger, der sich ständig selbst an die Birne haut, dass es nur so scheppert und Mr. Spaceboy am Bass, der ebenfalls der reinste Bühnenwirbelwind ist – THE GO FASTER NUNS sind definitiv auch etwas fürs Auge. Da passiert was auf der Bühne und das nicht zu knapp. Einzig Schlagzeuger Rue hält sich etwas im Hintergrund – gedrungener Weise. Musikalisch gibt es die Hits des Albums „Under neon light“ sowie zwei brandneue Songs. Das Kölner Publikum nimmt die Band gut auf und nach 35 Minuten THE GO FASTER NUNS gibt es sogar Zugabenrufe.
Auch THERAPY?-Frontmann Andy Cairns zeigt sich von den Bambergern begeistert und widmen ihnen den ein oder anderen Song an diesem Abend. THERAPY? Haben einen guten Tag erwischt, mit dem richtigen Bein im Tourbus aufgestanden, die Sonne genossen und sich gut vorbereitet was die Setlist angeht. Mit zwei Songs vom neuen Album „One cure fits all“ geht’s los. Danach folgt 1994. „Screamager“ und „Turn“ geben sich die Klinke in Hand. Das Publikum tobt. „Das nächste Lied ist von James Blunt“, so Cairns zum sichtlich irritierten Publikum „Es heißt „You’re beautiful.“" Es folgt „The Knives“, der Opener vom „Troublegum“-Album. Der Prime Club kocht. Doch dann wars das erst mal für eine Zeit mit dem kochen. Das Trio spielt sich quer durch die letzen Alben, rockt zwar, aber leider unbedeutend. Vereinzelt gibt es Höhepunkte wie „Stories“ von „Infernal Love“. Die Band ist etwas back to the roots. Punkrock pur. Gut aber nicht mehr brillant. „Hey Satan you rock“ oder auch die Singles „Church of noise“ und das ruhige „Diane“ werden komplett ausgelassen. Doch trotzdem, es macht Spaß der Band zuzusehen wie sie das macht, was sie am besten kann. Ordentlich Gas geben. Bassist Michael McKeegan titscht wie vor 12 Jahren auf dem Bizarre-Festival wie ein Flummi über die Bühne und spuckt im hohen Bogen über die Bühne und grinst. Einzige Veränderung: Lichte Stellen auf dem Kopf. Aber wenn das alles ist – bitte. Zu „Femtex“ wird ein Fan auf die Bühen geholt der dann auch gleich den ganzen Song singt. Nicht schön aber oho. Spaß machts. Mit „Isolation“ schicken THERAPY? Das Kölner Publikum raus in die Nacht. Diese Band ist und bleibt eine feste Konstante. Daran lässt sich ein Glück nicht mehr viel ändern, auch wenn die Zeiten schon mal besser waren....
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