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Geschrieben von Andreas Ohlberger
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Donnerstag, 28. September 2006 |
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 MORRISSEY geht auf Deutschland-Tour (Foto: Sanctuary) Gute Nachrichten für die Freunde des anspruchsvollen Britpops: Morrissey kommt auf Tour. „Jaja, schön und gut. Aber doch nicht nach Deutschland“, werden nun viele denken. Seid versichert, ihr irrt. Im Dezember beehrt Britanniens bester Texter seit Shakespeare die Bundesrepublik für fünf Konzerte.
Wie Phoenix aus der Asche – ein Ausspruch wie für MORRISSEY geschaffen. Es begab sich um die Jahrtausendwende, dass niemand mehr etwas von Steven Patrick Morrissey, begnadeter Songwriter der SMITHS und nach dem Ende der Band anfänglich auch erfolgreich auf Solopfaden wandernd, wissen wollte. Mäßige Verkaufszahlen seiner letzten Alben kosten ihn den Plattenvertrag und MORRISSEY verdient sein täglich Brot vornehmlich mit Live-Auftritten. Bis ihn Sanctuary Records, gut sieben Jahre nach seinem letzten Studioalbum eine neue Chance einräumt. Auf ATTACK, einem vornehmlich in der Reggae-Szene geschätzten Label von Sanctuary, erscheint 2004 „You Are The Quarry“. Und hier beginnt sie. Die Geschichte vom Phoenix, der aus seiner eigenen Asche neu aufersteht.
Das Album erlangt Platz 2 der britischen Albumcharts und geht auch in Deutschland in die Top-Ten. Selbst mit dem New Musik Express, der einflussreichsten britischen Musikzeitschrift, die Morrissey über Jahre hinweg geflissentlich mit Missachtung gestraft hatte – was auf Gegenseitigkeit beruhte – söhnte er sich aus und gab sein erstes Interview nach zwölf Jahren. Gerührt von dieser Ehrerbietung benannte der NME seine nächste Ausgabe „New Mozza Express“.
Der Rehabilitation folgt die anschließende Ikonisierung. Bands wie FRANZ FERDINAND, oder THE KILLERS geben MORRISSEY und THE SMITHS stolz als musikalische Vorbilder an. OASIS-Mastermind Noel Gallagher gesteht ein, dass seine besten Songs nicht einmal an Morrisseys schlechteste heranreichen. Derart ausgezeichnet feiert MORRISSEY ein viel umjubeltes Bühnencomeback, dass nun, im Zuge seiner aktuellen CD „Ringleader Of The Tormentors“, seine Fortsetzung findet.
Der Hype verfehlt seine Wirkung nicht – zurecht. Das von Legende Tony Visconti produzierte und in den Studios von Ennio Morricone in Rom aufgenommene „Ringleader Of The Tormentors“ schafft es auf Platz 1 der britischen Albumcharts und zeigt einen Künstler auf dem Zenit seines Schaffens.
MORRISSEY – ein schillerndes und doch irgendwie unscheinbares Genie. Düster und doch optimistisch und gelassen. Aufgewühlt und doch ausgeglichen. Eine einzigartige Bandbreite an Stimmungen. Das ist MORRISSEY 2006. Das sollte man nicht verpassen.
Di., 12.12.2006: Frankfurt / Jahrhunderthalle
Mi., 13.12.2006: München / Zenith
Fr., 15.12.2006: Düsseldorf / Philipshalle
So., 17.12.2006: Berlin / Arena Treptow
Mo., 18.12.2006: Hamburg / Color Line Arena
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