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A DAY TO REMEMBER: For Those Who Have Heart |
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Platten -
Aktuelle Plattenkritiken
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Geschrieben von Jan Laging
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Montag, 26. Februar 2007 |
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(Victory / Soulfood) Wer dachte, dass im eingefahrenen Screamo-Genre bereits alle Extreme ausgelotet seien, der sollte das neue Album von A DAY TO REMEMBER unbedingt antesten, welches in seiner reinen Form nahezu einzigartig ist: Sauberer Poppunk der zuckersüßesten Sorte trifft auf Metalcore, der wirklich böse ist und in seinen harten Momenten wirklich „hart“.
Die Gruppe hat bereits ein Album bei Indianola Records veröffentlicht („And Her Name Was Treason“) und bezeichnet ihren Stil als „Pop-Mosh“, was den Sound auf „For Those Who Have Heart“ gar nicht mal schlecht umschreibt.
Man könnte beinahe das Gefühl bekommen, dass KILLSWITCH und NEW FOUND GLORY im Studio gemeinsame Sache gemacht hätten, um neue Käuferschichten zu erreichen; derartig krass stehen sich die unterschiedlichen Parts gegenüber. „Speak Of The Devil“ beginnt beispielsweise relativ heftig, bis der penetrante Boygroup-mäßige Refrain einsetzt, der locker von US5 und Co. stammen könnte; ähnlich verhält es sich mit dem finalen „Start The Shooting“. Gleichzeitig dümpelt der Emo-Faktor eher in seichten Gewässern, so dass Gruppen HAWTHORNE HEIGHTS und SILVERSTEIN geradezu tiefsinnig erscheinen; in den aggressiven Momenten haben sie A DAY TO REMEBER nichts entgegenzusetzen. An einer ähnlichen Kombination haben sich schon vor Jahren die großartigen GLASSEATER versucht, jedoch mit ungleich mehr Herzblut und Leidenschaft.
A DAY TO REMEMBER klingen unglaublich vorhersehbar, durchstrukturiert und kalkulierbar mundgerecht, dass es beinahe moralische Schande ist, die Band mit dem Siegel „Hardcore“ zu versehen. Doch in ihrem Kosmos wirkt die Musik der Gruppe aus Ocala/Florida durchaus effektiv und beinahe zu perfekt.
Die Grundproblematik liegt vor allem darin, dass der Popappeal ziemlich ausgereizt wird, so dass Stücke wie das erwähnte „Speak Of The Devil“ extrem cheesy klingen. Ein paar Spuren und vor allem Gesangslinien weniger, hätten dem Album nicht geschadet. Anderseits klingen die harten Passagen (samt gelegentlich einsetzender Gang-Shouts(!)) wirklich aggressiv: Die Growls erreichen fast schon Death Metal Regionen („I Heard Ist The Softest Thing Ever“), während sich die Instrumente oftmals auf stumpfe Beatdowns beschränken (wenn auch effektiv).
Verantwortlich für diese Kritikpunkte ist unter anderem die sehr dicke und aalglatte Produktion, welche die Stücke zwar gut nach vorne drückt, der Band jedoch viel ihrer Eigenständigkeit nimmt. Trotz allem sind der Gruppe eine Stange lupenreiner Hits vom Schlage „Show Em The Hopes“, Here´s To The Past“ oder „The Plot To Bomb The Panhandle“ gelungen, die wirklich unverschämt eingängig sind und den Kopf nicht so schnell verlassen. Das eröffnende „Fast Forward To 2012“ ist ein perfekter Opener, der alle Attribute des Albums in eineinhalb Minuten kompakt zusammenfasst („We´d like to keep this short and sweet so i´ll get to the point..“), und das melodiöse „Monument“ der sichere Radio-Hit, der die TRL-Gemeinde mit der Band vertraut machen könnte.
Letztendlich stellen sich bei diesem wirklich krassen Stil-Mischmasch einige Fragen: Was war zuerst da – Poppunk oder Metalcore? Wie kann eine Gruppe derartig unnatürlich klingen, warum tut sie es und wer ist dafür verantwortlich? Eine ganz andere Frage ist, wie A DAY TO REMEMBER ihren Hollywood-Sound auf der Bühne adäquat präsentieren wollen, bzw. können. „For Those Who Have Heart“ ist ein typisches Album, das in der Visions gnadenlos zerrissen wird und zumindest von der Attitüde her völlig zu Recht. Albumcover und Bandphotos sind wirklich peinlich geraten, so dass man sich für die Jungs beinahe fremdschämen muss. Wer derartig evil mit Anzug, Krawatte und Baseballkeule in die Kamera blinzelt, hat sich selbst keinen Gefallen getan. Nicht nur durch dieses Randärgernis steht also fest, dass A DAY TO REMEMBER zu einer kontroversen Band aufsteigen werden, die man leidenschaftlich lieben oder aber hassen wird. Von einer sehr objektiven Blickweise heraus gesehen, muss man der Gruppe zumindest eines bescheinigen: Selten zuvor war eine Band gleichzeitig so poppig und so brutal wie A DAY TO REMEMBER!
Info: www.myspace.com/adaytoremember »
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