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ABE VIGODA: Skeleton PDF Drucken E-Mail
Platten - Aktuelle Plattenkritiken
Geschrieben von Martin Makolies   
Mittwoch, 1. Oktober 2008

Image(Cooperativ/Universal) Los, los, immer weiter, Hauptsache, nicht stehen bleiben. Sackgasse? Egal, dann halt wieder zurück! Abe Vigoda sind Getriebene. Jedenfalls erhärtet sich dieser Eindruck beim Hören von Skeleton, dem neuesten Album dieser Band aus Los Angeles.

 

Wobei sich Abe Vigoda eher auf einem Möbius-Band bewegen, ankommen sollen andere. Triebfeder, Motor und Rückrat dieser wilden Hatz bildet hier vor allem das Schlagzeug. Es ist lange her, dass ein Rock-Album derart von den Drums dominiert wurde, wie es hier der Fall ist. Wir reden hier jedoch nicht von einem Standart-Schlagzeug, Bongos und Kongas sind die weapons of choice. Um diese percussive Welle gruppieren sich Gesang und die anderen Instrumente, manchmal reiten sie gekonnt auf ihr, manchmal saufen sie gnadenlos ab, egal, Hauptsache, das Ganze bleibt in Bewegung. Ab und an kommt auch mal eine liebliche Melodie an die Oberfläche, in diesen Momenten erinnert das ein wenig an den Sound von Vampire Weekend. Aber anstatt wie selbige pittoreske Urlaubspostkarten in Breitwand zu zeichnen, nehmen sich Abe Vigoda nicht die Zeit, inne zu halten.

Melodisches darf zwar passieren, wird aber nicht verhätschelt. Insgesamt ist Skeleton halt eher Apocalypse Now als Club Robinson, anstrengend und schweißtreibend. Dazu trägt zu einem gehörigen Teil die Produktion des Albums bei. Die melodischen Elemente von Skeleton werden in einem verwaschenen Sound gehalten, man stellt sich fast mitunter die Frage, ob man sich die schöne Gesangslinie gerade nur eingebildet hat. Das führt zu einer eher unterbewussten Wahrnehmung dieser Elemente, man weiß zwar nach dem Hören von Skeleton, dass es sie gibt, aber wirklich hängen bleibt eher wenig. Das ist auch ein wenig das Problem mit Skeleton: Als ein-zwei oder dreimaliges Hörerlebnis ist das alles recht spannend, nur entfaltet das Album auf Dauer nicht die Sogwirkung, die es bräuchte, um den Hörer länger zu fesseln. Irgendwann wirkt dieser rastlose Ritt nur noch ermüdend, selbst bei der relativ geringen Spielzeit von etwas über einer halben Stunde.

Info: www.myspace.com/abevigoda

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