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Aktuelle Plattenkritiken
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Geschrieben von Jan Laging
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Mittwoch, 13. August 2008 |
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(Expect Candy/Cargo) Bei Amanda Rogers ergeben Albumtitel und Labelname (Expect Candy) eine echte Einheit, wenn Liebhaber von Süßstoff, Herzschmerz und Träumereien gleichermaßen bedient werden. Da wird neben dem jeweiligen Partner erwacht, aufgestanden und geträumt (Lieder eins bis vier), als ob die Sängerin den Großteil ihrer spärlichen Freizeit im Bett verbringen würde.
Daher wird Amanda beim zarten Einstieg “I`m Awake” passender Weise alleine vom Piano und Vogelgezwitscher begleitet, während sich das nachfolgende, herzzerreißende „Drive“ bereits der vollen Instrumentierung bedient, was sich zwangsweise im ausgiebigen Streichereinsatz niederschlägt. Das tut niemandem weh (höchstens das Honky Tong Klavier in „Stück Hibernating“), sondern regt vielmehr zum Träumen an. Streckenweise könnte man beinahe meinen, dass Norah Jones und Vanessa Carlton ein Jointventure eingegangen wären.
Dennoch rückt die Instrumentierung hinter der klaren Stimme deutlich in den Hintergrund, weswegen die englischen Texte sehr verständlich sind. Allerdings stellt sich schnell die Erkenntnis ein, dass die „clevere Texterin“ nicht wirklich mehr zu sagen hat, als die Popsternchen vor und nach ihr. Ein wirklicher Unterschied zum Bermuda-Dreieck Morisette-Jones-Carlton lässt sich nicht ausmachen, auch wenn ihr Label im Infoblatt versucht, dem seeligen Treiben einen alternativen Anstrich zu verpassen („Die Veganerin…war zwei Jahre im Pflanzenöl betriebenen Campingmobil unterwegs“). Grundsätzlich sind die Stücke von „Heartwood“ nicht mehr als handzahme Popsongs, die bei zarten Gemütern ihre herzschmerzende Wirkung nicht verfehlen werden („Trembling Hands“). Die Sängerin aus Syracuse, New York, besitzt eine unstreitbar ausdrucksstarke, tolle Stimme, welche dem Mainstream mundgerecht serviert wird. Los famosos Ecken und Kanten wurden von Mark Needham (The Killers) gekonnt abgeschliffen, so dass dem großen Durchbruch der photogenen Sängerin eigentlich nichts mehr im Wege steht. Die keinen Single-Häppchen („Cabin Muse“) stehen bereits auf den Stehtischchen zum Verkehr angerichtet. Und außerdem wurde Frauen(-stimmen) selten mehr Aufmerksamkeit geschenkt als in den post Winehouse-Tagen. Mit eben dieser hat Amanda aber rein gar nicht am Hut.
Info: www.amandaspiano.com »
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