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ANGIL & HIDDENTRACKS: Ouliposaliva |
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Platten -
Aktuelle Plattenkritiken
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Geschrieben von Martin Makolies
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Montag, 17. November 2008 |
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(Chemikal Underground Records) Im nassen Asphalt spiegelt sich ein Laternenlicht, einzelne Schatten gehen ihren Weg, es ist empfindlich frisch geworden. Diese Straßen passiert man meistens alleine, die Kopfhörer in den Ohren. Ein passender Soundtrack dazu kommt aus Frankreich, von Mickael Mottet, aka Angil und seinen Hiddentracks.
Aus einem Kellerfenster dringt der Klang eines verstimmten Pianos und diverser Blasinstrumente nach außen. Dort haben sich einige junge Musiker versammelt und spielen nur für sich, keine Rücksicht auf irgendein Publikum. Man offenbart sich im Zusammenspiel miteinander die Schieflage des eigenen Seelenlebens. Für radiokompatible Songstrukturen ist das natürlich kein geeignetes Feld, Feststellungen und Aussagen werden zu Slogans, also notfalls auch mal in einer Dauerschleife wiederholt. Gesang wie Instrumentierung changieren von beruhigend bis bedrohlich, wobei die Übergänge fließend sind. Immer jedoch wirkt alles auf Ouliposaliva sehr intim, hier werden keine spanischen Wände aufgestellt.
Die musikalische Ausarbeitung dieser Spritztour in das Seelenleben von Mottet fußt zwar auf jazziger Barmusik, weckt aber immer wieder Assoziationen zu Künstlern, die mit dieser Form von Musik eher weniger zu schaffen haben. Dass diese vorrangig aus Britania kommen, liegt wohl an Mottets sehr britischen Akzent( wo hat er den wohl her?) Narrow Minds und In Purdah sind sinfonisch unterlegte Teenage Angst, wie man sie auch auf dem Erstling von Seachange fand. Trying to Fit hat in seinem wuchtigen Sprechgesang wiederum etwas von McLusky. Selbst an the Streets wird man das eine oder andere Mal erinnert. Bei aller stilistischer Vielfalt gibt es aber zumindest zwei Konstante. Zum einen zieht sich durch jeden Song eine gewisse Melancholie, mal eher unterschwellig, mal ganz offensichtlich, da ist sie aber eigentlich immer. Und wirklich laut oder krachig wird es, das die zweite Konstante, eigentlich zu keiner Zeit auf Ouliposaliva.
Dennoch schlafen einem bei diesem Album sicher nicht die Füße ein. In seiner Dringlichkeit entwickelt Ouliposaliva einen unheimlichen Punch, paradoxerweise kann man hier von kraftvoller Melancholie sprechen. Ein weiteres Paradox: In dem sich Mottet auf sich selbst zurückwirft, entwickelt er eine Sprache, mit der sich eine ganze Generation vereinsamter Großstadt-Twentysomethings identifizieren kann.
Info: www.angil.org »
1 Kommentar
1Kommentar Hi! Many thanks for the review. Mickaël / Angil
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