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AT THE SOUNDAWN: Red Square: We Come In Waves PDF Drucken E-Mail
Platten - Aktuelle Plattenkritiken
Geschrieben von Jan Laging   
Freitag, 16. Mai 2008

Image (Lifeforce/Soulfood) Die Italiener At The Soundawn existieren bereits seit acht Jahren und dürfen sich nun endlich auf Langspielplatte beweisen. Umso unverständlicher ist es, dass eben diese ganz und gar nicht ausgereizt wird: Noch nicht einmal eine halbe Stunde Spielzeit kann “Red Square: We Come In Waves” für sich beanspruchen und endet dann ziemlich plötzlich unerwartet. Denn die Gruppe spielt keinen Grindcore o.ä., was das geringe Arbeitspensum halbwegs entschuldigen könnte, sondern ambienten Postcore im Sinne von Mogwai, Neurosis oder ihren spanischen Labelkollegen Nahemah. Normalerweise ist man ja gerade in diesen Bereichen eher an ausufernden Arrangements und kleine Miniepen gewöhnt.

 

Dabei lassen die Italiener eher einen Indie- bzw. Alternative-Backround erahnen, was sie einigen Screamo-Bands nicht unähnlich macht, auch wenn in ihrem Falle vornehmlich und leider etwas eintönig gebrüllt wird. Aber die Mischung macht Sinn: Wenn beispielsweise Track drei („One Day Before“) wie ein lockeres Alternive-Pop Stück beginnt, nur um nach 21 Sekunden mit dicken Mollakkorden herrlich verspult in sich zusammenzubrechen. Danach wieder Ruhe, eine kurze Pause und der Orkan nimmt wieder fahrt auf, als würden Mogwai und The Ocean gemeinsame Sache machen. Unberechenbar, verstörend, fesselnd und dennoch wohlwollend. Und es entstehen Bilder im Kopf, etwa, als bei „Sundown In Rome“, das klingt wie eine Zeitrafferfrequenz von einer Blüte, die sich rasant schnell öffnet. Der Höhepunkt ist ganz klar im tollen „Rain Falls“ erreicht, das einen sehr dichten Refrain besitzt und mit seinem Santana-Solo und dank der reduzierten Produktion beinahe schon Hitqualitäten entwickelt. Sofern man eine solche bei dieser Art von Musik überhaupt ausmachen kann.

Somit haben Lifeforce erneut ein Album veröffentlicht, um nachts bei Regen Auto zu fahren oder alleine am Meer zu stehen und die Wellen zu beobachten. Mit dem Kopfhörer wirkt die Musik jedenfalls wesentlich direkter und zeigt sich als prädestiniert für eine Vinylausgabe. Schade nur, dass der Sänger nicht ab und zu komplett aus sich herausgeht und wirklich schreit. Schade, dass das Album gerade nachdem man sich hingehört hat auch schon wieder vorbei ist. Ansonsten ist es gut.

Info: www.atthesoundawn.com
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