|
BLOOD RED SHOES: Box Of Secrets |
|
|
|
|
Platten -
Aktuelle Plattenkritiken
|
|
Geschrieben von Felix Neumann
|
|
Freitag, 4. April 2008 |
|
(V2Records/ Cooperative Music) „Mach mit mir Musik, oder du kriegst deine Mütze nie wieder!“ – Was nach einem schlechten Erpresserbrief klingt, ist die Kurzform der Bandgeschichte der Blood Red Shoes. Das junge Duett aus Brighton hat klein angefangen, aber schon in kürzester Zeit große Erfolge feiern können. Als Support von Maxїmo Park machten sie im Herbst 2007 zum ersten Mal in Deutschland halt. Was auf der Bühne noch penetrant nervig war, ist jetzt auf CD erhältlich und verdammt gut gelungen.
Minimalistisch und doch enorm kraftvoll zaubern Drummer Steven Ansell und Gitarristin Laura-Mary Carter elf blitzsaubere Songs aus ihrer „Box Of Secrets“. Carters markante Riffs legen sich über das energiegeladene Trommeln von Ansell. Der Gesang wird gerecht aufgeteilt. Mit „Doesn’t Matter Much“ startet das Album rasant und lange Zeit werden die blutroten Schuhe nicht mehr vom Gaspedal genommen. Das folgende „You Bring Me Down“ überzeugt mit starkem Refrain, „Say Something, Say Anything“ geht ausnahmslos ins Ohr. Ein weiterer Höhepunkt ist “I Wish I Was Someone Better”: Die äußerst simpel gestrickte Akkordfolge, das hervorragend akzentuierte Drumming und der zweistimmige Gesang werden zu einer unaufhaltsamen Einheit. Die wohl ruhigsten Momente erlebt der Hörer bei „This Is Not For You“ und „Hope You’re Holding Up“ – wobei der Begriff „ruhig“ auch nicht wirklich zutrifft. Mit „It’s Getting Boring By The Sea“ folgt der beste Song auf „Box Of Secrets“, wenn nicht sogar das beste Lied, das ein Duett in den letzten drei bis vier Jahren jemals geschrieben hat. Die kleinen Ungenauigkeiten in Ansells Schlagzeugspiel, die er selbst als sein Markenzeichen bezeichnet, verleihen insbesondere dieser Nummer einen unverkennbaren Charme. Laura-Mary Carter rundet das Ganze stimmlich hervorragend ab. Produziert hat die Platte übrigens Mike Crossey, der für „Favourite Worst Nightmare“ von den Arctic Monkeys verantwortlich ist.
Ein Debütalbum, das über die volle Distanz so dermaßen Gas gibt und beim Hören immer wieder neue Facetten offenbart, hat es im Indie lange nicht mehr gegeben. Vergesst White Stripes und Konsorten! Die Blood Red Shoes sind das Duo der Zukunft!
Info: www.bloodredshoes.co.uk »
Keine Kommentare
Es gibt bisher noch keine Kommentare.
» Kommentar schreiben
|