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COLD WAR KIDS: Loyalty to Loyalty |
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Platten -
Aktuelle Plattenkritiken
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Geschrieben von Martin Makolies
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Sonntag, 28. September 2008 |
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(Cooperativ/Universal) Zweite Alben sind für eine Band oftmals eine schwierige Aufgabe, zumal, wenn das Debüt relativ einhellig abgefeiert wurde. Die Cold War Kids aus Los Angeles müssen sich dieser Aufgabe nun stellen und meistern sie mit Bravour.
Sind aber auch ziemlich clever, die Jungs. Lassen dem musikalisch eher opulenten und vielseitigen „Robbers and Cowards“ mit „Loyalty to Loyalty“ ein Album folgen, das in seiner Direktheit und Reduktion eher wie ein Debüt wirkt. Hier werden die Songs nicht mit übermäßig vielen Instrumenten und Sounds zugekleistert, das nötigste ist hier mehr als genug, den Songs bleibt viel Platz zum atmen. Das geht bereits im Auftaktstatement „Against Privacy“ so weit, dass zunächst nur der Gesang von Nathan Willett, untermalt von einem trägen Schlagzeug, den Song formt, bevor Gitarre und Bass das Kommando übernehmen, um den Song in ein Rhythym`n`Blues-Monster zu verwandeln.
Für wen sich das jetzt nach einer eintönigen Sache anhört, irrt sich jedoch gewaltig. Cold War Kids haben es geschafft, mit eingeschränkten Mitteln ein unendlich abwechslungsreiches Werk zu schaffen. Statt wie auf „Robbers und Cowards“ von Song zu Song quasi das musikalische Genre zu wechseln, bewegen sich Cold War Kids auf ihrem neuen Werk eigentlich immer im Dunstkreis des Blues. In diesem Dunstkreis werden aber alle Fallhöhen und Stimmungen ausgelotet. „Mexican Dogs“ kommt heavy groovend daher, während „Golden Gate Jumpers“ in einem verrauchten Barkeller Platz nimmt, um, begleitet von einem Piano und einer Bluesgitarre, die anrührende Geschichte einer Frau zu erzählen, die überlegt ihrem Leben mit einem Sprung von der Brücke ein Ende zu setzen. Überhaupt sind die Texte von Willett, ähnlich dem Vorgänger, ein wichtiger Bestandteil im Kosmos der Cold War Kids.
Es sind erneut Menschen, die sich in moralischen und seelischen Schattenwelten bewegen, aus deren Sicht Willett glaubhafte Geschichten erzählt. Dass diese überzeugend rüberkommen, ist dabei schon ein Kunststück, wenn man bedenkt, dass Willett auf „Loyalty to Loyalty“ unter anderem einer Frau seine Stimme leiht, die immer an prügelnde, grobschlächtige Typen gerät und von denen auch nicht loskommt. Mit dieser Art des Geschichtenerzählens tritt Willett fast schon das Erbe eines Tom Waits an, ein Vergleich der bei den ruhigeren Momenten auf „Loyalty to Loyalty“ auch musikalisch passt. Eine Funktion, die den Texten allerdings nicht mehr zukommt, ist die, das Album insgesamt zusammenhalten zu müssen. Das erledigt jetzt bereits die Musik.
Die Cold War Kids haben also auf „Loyalty to Loyalty“ einen gewaltigen Schritt gemacht: Von einer Band, die auf einem Album eine Handvoll toller Einzelsongs unterbringt, hin zu einer Band, die ein Album als geschlossenes Kunstwerk erschafft.
Info: www.coldwarkids.com »
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