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Platten - Aktuelle Plattenkritiken
Geschrieben von Marc Isenbügel   
Sonntag, 18. März 2007

Image (Victory Records) Mit „Wake The Dead“ haben die Kanadier wohl den Meilenstein im melodischen Hardcore abgeliefert. Ein kometenhafter Aufstieg und Touren kreuz und quer über den Globus folgten und bald waren COMEBACK KID in aller Munde. Keine Frage „Wake The Dead“ bescherte dem recht stagnierenden melodischen Old School Genre eine Frischzellenkur und katapultierten CBK zu den neugekrönten Königen.

 

Schon mit dem Debüt „Turn It Around“ erzielten die Jungs um Ex-FIGURE FOUR Sänger Andrew Neufeld Achtungserfolge und sicherten sich die Aufmerksamkeit von Tony Brummels VICTORY Records, die COMEBACK KID letztendlich durch unermüdliches Touren zu dem machten was sie jetzt sind: Eine Institution in Sachen moderner Hardcore.

Gönnern und Neidern des CBK’schen Erfolges drängte sich nunmehr die Frage auf, können die dieses Niveau halten? Wann wandern die zu einem Major Label ab? Wird CBK’s neues Album weichgespülter Nu-Emodings im Fahrwasser von FALL OUT BOY? Werden CBK den Weggang von Scott Wade verkraften können?

Mittlerweile liegt das magische dritte Album „Broadcasting“ vor und einige dieser Fragen lassen sich nun mit einiger Gewissheit beantworten. Vorab sei gesagt, „Broadcasting“ ist definitiv anders als „Wake The Dead“. So wie „Wake the dead“ anders als „Turn it around“ war. Obwohl CBK wieder mit Bill Stevenson (ALL/DESCENDENTS) und Jason Livermore aufgenommen haben, klingt der Gitarrensound etwas metallischer und nicht ganz so warm wie beim Vorgänger. Der Posten am Gesang ist nun Chefsache und so wird aus Gitarrist und Gründer Andrew Neufeld nun der neue Sänger und Frontmann von CBK. Diese Aufgabe meistert er gar nicht mal so schlecht!

Der Opener „Defeated“ prescht direkt nach vorne und man vermisst Ex-Sänger Scott Wade nicht wirklich. Hinzu kommen die massiven CBK-typischen Chorgesänge, die wirklich gigantische Ausmaße annehmen und noch monströser klingen. Beim Titelsong „Broadcasting“ fällt zum ersten Mal auf, dass CBK variantenreicher geworden sind und mehr Breaks und melodische Einsprengsel verarbeiten, als das noch bei „Wake The Dead“ der Fall war. Geknüppelt werden darf dann wieder bei „Hailing on me“, dass dann in einen Monstermoshpart mündet oder auch bei „Give(r) reprise“, dass einerseits den wohl melodischsten CBK Refrain ever hat, andererseits aber auch den alten kämpferischen Spirit CBKs wieder aufflammen lässt. Überhaupt wünscht man sich bei Songtiteln wie „Industry Standards“ oder „Market Demands“ klarere Aussagen, da die Titel eh schon konsumkritische Inhalte vermuten lassen, CBK aber keine klare Stellung beziehen, sondern dass anscheinend schwierige thematische Feld umschiffen. Schade, hier hätte man sich mehr Kämpferspirit gewünscht.   
    
Schlussendlich kann man sagen, dass „Broadcasting“ kein zweites „Wake The Dead“ geworden ist, auch wenn das dem einen oder anderem sicherlich völlig gereicht hätte. „Broadcasting“ denkt um die Ecke, macht Schlenker die man so eventuell auf einem Hardcore Album nicht erwartet, bewahrt sich aber dennoch die Härte, den Esprit und vor allem die Glaubwürdigkeit, die vielen erfolgreicheren Ami-Bands in diesem Genre heutzutage völlig abhanden ist.
 
Ein überdurchschnittlich gutes bis sehr gutes Album, dass in der Masse der heutigen Veröffentlichungen weit mehr als nur heraus sticht. Trotzdem werden TERROR-Fans mit CBK immer noch nichts anfangen können, Großraumdiscosportler, Kajalfraktion und Leute die BOY SETS FIRE hinterher trauern, werden sicherlich in Zukunft öfter auf CBK Shows gesichtet werden. Ob CBK damit allerdings den Titel als Schwergewicht im melodischen Old School gegen nicht minder starke Herausforderer wie HAVE HEART oder VERSE verteidigen können wird wohl erst der nächste Toursommer zeigen. Bleibt zu hoffen, dass der recht sympathische Eindruck den CBK durchaus nach wie vor erwecken nicht so ein trauriges Ende nimmt wie seinerzeit bei BOY SETS FIRE.

Info: www.comeback-kid.com

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