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FOTOS: Nach dem Goldrausch |
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Platten -
Aktuelle Plattenkritiken
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Geschrieben von Felix Neumann
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Donnerstag, 27. März 2008 |
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(Labels/EMI) Wie jetzt „Nach dem Goldrausch“? Ist es um die Fotos nach ihrem gleichnamigen Knallerdebüt bereits geschehen? Das war’s? Ende Gelände? Von wegen! Nach dem Goldrausch ist vor dem Goldrausch. Fotos strahlen in neuem Glanz und mit neuem Album. Nichts für engstirnige Hörer, dafür was für Freunde der Weiterentwicklung.
Wurden Tom, Frieder, Deniz und Benedikt mit ihrem Debüt noch als die deutsche Antwort auf englische Brit-Popper gefeiert, so beweisen sie mit der neuen Platte, dass sie durchaus auch anders können. Strukturierter, poppiger, klarer. Aber nicht minder bemerkenswert. Der Titeltrack „Nach dem Goldrausch“ überrascht beispielsweise mit eingängigen Gitarren und ungewohnten Elektro-Anleihen. Zudem greift Sänger Tom textlich wieder einmal meisterhaft in die Rhetorikkiste. In unnachahmlicher Genialität gibt er sich dennoch bescheiden: „Ich bin ein Thomas und kein Thomas Mann“. Mit den Melodie-Fragmenten, die sich im folgenden Song „Serenaden“ geschickt zu einer musikalischen Einheit verbinden, beginnt dann das komplett neue Hörerlebnis. In Interviews wird die Band nicht müde zu erwähnen, dass die Franzosen von Phoenix auf sie großen Einfluss haben. Hört man. Fotos klingen internationaler. Französischer. Zum Beispiel in „Ich häng an dir und du hängst an mir“ oder „Essen, Schlafen, Warten und Spielen“. „Explodieren“ gleicht mit schöner Strophe und tollen Höhepunkten wohl am ehesten dem Stil des Debütalbums. Ansonsten gibt es überall spitze, flirrende Gitarrenparts, neuartige Beats und experimentellen Gesang. „Ein Freak und ein Spinner“ ist beispielsweise extrem soulig geraten – extrem soulig und extrem interessant. Beim selbst betitelten „Fotos“ sucht man vergebens nach Anekdoten rund um die Band, kriegt dafür aber eine astreine Uptempo-Ballade kredenzt. Vom Schlusspunkt „Kalifornien“ erwartet man Weltmännisches. Im Booklet keine Spur vom Liedtext. Kein Wunder, denn der ist der gleiche wie bei „Nach dem Goldrausch“. Ob aus Mangel an Ideen oder aus künstlerischem Antrieb sei an dieser Stelle mal dahin gestellt.
Punktum haben Fotos nach ihrem großartigen Debüt hart gearbeitet um dahin zu kommen, wo sie jetzt sind. Und sie sind erwachsen geworden. Menschen verändern sich und Musik eben auch. Kausalketten sind doch was Feines und „Nach dem Goldrausch“ eben auch.
Info: www.fotosmusik.de »
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