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HAWTHRONE HEIGHTS: If Only You Were Lonely? PDF Drucken E-Mail
Platten - Aktuelle Plattenkritiken
Geschrieben von Jan Laging   
Dienstag, 21. Februar 2006
(Victory Records / Soulfood)

ImageMit ihrem "phänomenalen Gespür für den Zeitgeist" konnten HAWTHORNE HEIGHTS in den Staaten unglaubliche 700.000 Einheiten ihres Erstlings "The Silence In Black And White" absetzen. Somit könnte der Nachfolger tatsächlich die Billboard-Top-Ten knacken und Victory hätten für die nächsten Jahre ausgesorgt.

Dem Label kann man den Schritt in den Mainstream also nicht unbedingt verübeln - der Band schon. Denn wenn man den Jungs aus Ohio eines Vorhalten will und kann, dann ist es ihre mangelnde Risikobereitschaft. Während der frische Opener "This Is Who We Are" mit eher dezenten Geschrei aufwarten kann, sucht man auch im folgenden jeglichen Gewaltausbruch vergebens.

Zwar ist die Band nie wirklich brutal gewesen; die zahlreichen  Ecken und Kanten, welche den Vorgänger so auszeichnet haben, wurden jedoch durch eine Hochglanz-Produktion fein-säuberlich abgeschliffen. Was bleibt, ist ein fast arbeitsloser Shouter (nur im guten "Death In The Water" darf er sich am Ende etwas länger austoben), der von Producer David Bendeth beinahe zur Bedeutungslosigkeit runtergeregelt wurde.

Von der Hitdichte her, sind die potenziellen Nachfolger von "Ohio Is For Lovers", "Niki FM", oder "Speeding Up The Octaves" nicht zu beneiden. Doch mit den Albumhighlights "Pens And Needles", "Breathing The Sequence" und der Single "Saying Sorry", reißt die Band ihre Eisen doch noch routiniert aus dem Feuer.

Was übrig bleibt ist ein Album, welches so Pop ist, wie es in einem Emocore-Kontext nur sein kann. Wirklich fies sind nur die Lyrics geworden, die von einer ewig getrennten Telefon-Romanze handeln und dank Ideenarmut keine Topfblume gewinnen können (besonders die etwas schmalzige Ballade "Decembers"). Allerdings muss man dem Sänger lassen, dass er mit seiner Butterweichen Geoff Rickly–Stimme für schmachtende Lovesongs sicher prädestiniert ist. Wer also eher auf cleanen Gesang steht, könnte mitunter sogar noch mehr Zuneigung zu "If Only You Were Lonely" entwickeln, als zu seinem lauteren Vorgänger.

Leider ist im Gegenzug die leichte Metal-Gitarren-Schlagseite auf der Strecke geblieben (bis auf das erwähnte "Breathing The Sequence"), was dem straight-eingängigen Songmaterial einiges an Wiedererkennungswert kostet.

Wenn man die letzteren Punkte zusammenfasst, dann muss ich letztendlich dennoch sagen, dass "If Only You Were Lonely" trotz aller Kritik (und die könnte man ewig fortsetzen) ein wirklich tolles Album geworden ist, welches bis auf den etwas schwachen Beginn überzeugen kann. Denn auch wenn HAWTHORNE mit ihren Stücken in Richtung Album-Charts steuern, bleibt ein guter Song ein guter Song und von denen gibt es auf der Cd mehr als genug.

Die Szene-Polizisten können gemächlich ihre Schlagstöcke herausholen und die Betty´s und Playmobil-Frisuren schon mal das nötige Kleingeld an die Kante legen. Das nächste heiße Ding kommt aus Ohio!

Info: www.hawthorneheights.com 

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