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KIMONO: Arctic Death Ship PDF Drucken E-Mail
Platten - Aktuelle Plattenkritiken
Geschrieben von Daniel Rade   
Donnerstag, 16. Februar 2006
(Smekkysa / Rough Trade)

ImageTja, Island hat nicht gerade viele große Städte… Reykjavik ist die Heimatstadt von KIMONO, welche beim ersten Hören einen Eindruck hinterlassen, welcher die Gedanken unweigerlich zu SIGUR RÓS führt. So einfach kann man es sich jedoch nicht machen.

KIMONO sind deutlich straighter im Aufbau und vor allem auch in der Gesamtlänge der Platte. Da wo SIGUR RÓS sich im Labyrinth der Musik verlaufen und sphärisch-elektronisches einbringen, klingt diese Band gerade heraus nach Kraut und Rock. Natürlich lassen sich die Gitarren immer wieder auf Seitenpfaden aus um dann wieder den Weg zur Melodieführung zu finden.

Allerdings geschieht dies in halbwegs normalen Zeitabschnitten. Soll heißen, dass die Songs nicht in zehnminütigen Ausbrüchen enden und sich irgendwo verlaufen, wo man das eigentliche Lied nicht mehr wieder finden kann.

Klar ist, dass `Arctic Death Ship` nicht für einen leichtmutigen Sommerabend bei einem Bierchen mit Freunden geeignet ist. Doch wer nachdenklich mit einem Glas Wein bewaffnet vor der Anlage sitzt und dem Klang der Musik lauschen möchte, der wird mit dieser Platte mehr als gut bedient. Und das müssen nicht nur Kunststudenten sein, die mit Ihrer Sammlung von schrägen Platten prahlen wollen.

KIMONO ist anders und das sind sie auch bewusst, denn manchmal muss sich der Hörer auch Musik erarbeiten um sich an den Früchten dieser Arbeit laben zu können. Die Jungs hier können nichts mit Popmusik unserer Tage anfangen und werden wohl auch Bands wie MY BLOODY VALENTINE mögen.

So soll es sein und die Isländer machen klar, wie düster es in Island im Winter sein kann und wie schön trotz allem eine minimalistisch eingesetzte Trompete (Red Army) klingen kann.
Vertonte Depressionen am Rande zur Selbstzerstörung!

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