|
MAY THE FORCE BE WITH YOU: Discometal Youth EP |
|
|
|
|
Platten -
Aktuelle Plattenkritiken
|
|
Geschrieben von Jan Laging
|
|
Dienstag, 8. April 2008 |
|
(Horror Business Records) Wenn es musikalisch verhältnismäßig mau aussieht, muss man sich Innovationen halt anderswoher holen: Am besten erfindet man gleich ein ganzes Subgenre mit, das bis hierher allenfalls von einsamen Gestalten a la Andrew WK in Beschlag genommen wurde: Den Discometal.
Eben diesen zelebrieren May The Force Be With You in hoch destillierter Form und versprechen nicht zu viel: So verbindet die „Disco Metal Youth EP“ “Modern Hardcore“ und „Raging Discometal” und besticht zudem mit einem schönen Disco-Zombie Artwork. Das beste Stück der EP nennt sich zudem noch „Disco Metal Youth Anthem“ und auch das beiliegende Musikvideo vom Bandhit „Dragster“ vermittelt Partyfeeling. Alles Disco im Pott oder was?
Mitnichten. Von der Grundausrichtung her klingen MTFBWY alles andere als discotauglich und laden nicht unbedingt zur Stippvisite auf der Tanzfläche ein. In Wahrheit ist ihr Discometal beinahe schon konservativ: Hardcore trifft wieder einmal Metal, trifft auf cleanen Gesang. Im Gegensatz zu Bullett For My Valentine und Co. handelt es sich bei den Ruhrpottlern allerdings um grundsympathische Jungs, die sich mehr als offensichtlich nicht zu ernst nehmen und dafür das nötige Herzblut in ihre Instrumente stecken. Aufgrund von einigen verheißungsvollen Samplerbeiträgen war die Aufmerksamkeit sowieso von Anfang an geweckt, auch wenn die meisten Stücke nicht an das erwähnte „Dragster“ heranreichen. Eine Ausnahme stellt höchstens das gute „Disco Metal Youth Anthem“ dar, welches als einziges Stück mit einem zünftigen Drum-Beat für entferntes Discofeeling sorgen kann und einen ziemlich coolen Mitsingschlusspart besitzt.
Ansonsten regiert das bekannte Metalcore Allerlei, welches sich in dieser Form nicht vor Konkurrenz aus Übersee zu verstecken braucht: Die Musiker beherrschen sowohl Mosh- als auch Melodieparts ganz vorzüglich und der Sänger brüllt sich in angenehme Extase. Und genau diese leicht ungestüme und – im positiven – naive Herangehensweise sorgt für den Charme, der MTFBWY aus dem Einheitsbrei hervorstechen lässt. Völlig schleierhaft ist einem hingegen, warum die Gruppe ihre größte Schwachstelle noch weiter ausbauen musste: Der cleane Gesang geht mal gar nicht und beschert der Gruppe ganz dicke Abzüge in der B Note. In den besseren Momenten blicken Alexisonfire um die Ecke; in den schlechteren die beiden Nachbarjungs im Musikunterricht der siebten Klasse. Bis auf dieses kleine Ungemach ist die EP aber handwerklich und auch optisch sehr schön aufgemacht und sollte den ersehnten Karriereschub nach vorne geben, um auch mal außerhalb der Ruhrpott-Area für Aufsehen zu sorgen.
Info: www.horrorbiz.de/theforce »
Keine Kommentare
Es gibt bisher noch keine Kommentare.
» Kommentar schreiben
|