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(Lifeforce/Soulfood) Um ihren Labelkatalog auch qualitativ zu erweitern, haben Lifeforce schon vor einiger Zeit damit begonnen Gruppen unter Vertrag zu nehmen, die rein gar nichts mit dem ursprünglichen Hardcorehintergrund gemein haben (z.B. die tollen CIPHER SYSTEM).
In diese Kerbe schlägt auch das dritte Album von NAHEMAH, das erstmals außerhalb von Spanien veröffentlicht wird. Ihre Herkunft, nämlich die touristische Mittelmeerstadt Alicante, hört man der Gruppe jedoch rein gar nicht an.
Die Texte sind komplett auf Englisch verfasst (was bei spanischen Gruppen ja immer noch die Ausnahme darstellt) und auch der erste Höreindruck überrascht: Anstatt mit eitlem Sonnenschein, wird der Hörer vom eröffnenden „Siamese“ vielmehr mit nordischer Kälte und Melancholie konfrontiert. Als Eckpfeiler ihres außergewöhnlichen Sounds spielen NAHMEAH sehr düsteren und teilweise schleppenden Death Metal, der mit einer Mischung aus SAMAEL, OPETH und MY DYING BRIDGE beschrieben werden kann.
Allerdings ist Musik von “The Second Philosophy” noch sehr vielschichtiger ausgefallen, was unter anderem an der starken Stellung des Keyboarders (der merkwürdigerweise nicht in der Bandinfo erwähnt wird) und den zahlreichen digitalen Effekten liegt. Diese verleihen den einzelnen Stücken völlig unterschiedliche Richtungen: „Phoenix“ und das kalte „Nothing“ besitzen beispielsweise eine leichten Industrialanstrich, während „Today Sunshine Ain´t The Same“ mit einem 60er Jahre Orgelsound überrascht. Ihre Besonderheit erhalten die meist episch-langen Stücke (im Durchschnitt sechs Minuten) erst durch ihre abwechslungsreiche Gitarrenarbeit, die das Metalkorsett oft gänzlich hinter sich lässt.
Besonders im ganz starken Mittelteil der Cd gleiten NAHEMAH in Gefilde ab, die sonst nur Klangkünstlern wie MOGWAI vorbehalten sind. Wie im schleppenden „Like A Butterfly In The Storm“ reduziert die Band ihren Sound plötzlich auf minimale Instrumentierungen, welche die altbewährte „Laut und Leise“ Dynamik entfalten. So wechseln mit der Instrumentierung auch die übertragenen Stimmungen der einzelnen Stücke. Auch wenn „The Second Philosopy“ von einer permanenten Melancholie getragen wird und manche Lieder beinahe verbittert klingen, vermittelt das ergreifende „Subterranean Airports“ beispielsweise versöhnliche Hoffnung. In diesem achteinhalb minütigen Highlight, das komplett gar nichts mit Death Metal zu tun hat, entwickeln NAHEMAH ihre ganze Größe, die tatsächlich MOGWAI-Dimensionen erreicht.
Auch wenn der Beginn der CD etwas abfällt und der cleane Gesang nicht immer voll überzeugen kann, rechtfertigt alleine der fast halbstündige Mittelteil des Albums schon dessen Anschaffung. Auch wenn “The Second Philosophy” alles andere als leichte Kost bietet und den Hörer gerade durch seine unaufdringliche Art fordert, gleitet die Gruppe nie in verschachtelte Progstrukturen ab und verliert den Song an sich nicht aus dem Auge. Auch die Hörer von experimentelleren Bands aus dem Hardcorespektrum (ENVY, CULT OF LUNA, ISIS) könnten an dem Album Gefallen finden.
Info: www.nahemah.es
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