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(Bridge 9/Soulfood) Bei NEW FOUND GLORY handelt es um eine Band, die ja eigentlich keiner weiteren Erklärung bedürfen sollte, hat die aus Florida stammende Poppunk Band in den letzten gut 10 Jahren immerhin Millionen von CDs verkauft, und dabei, traditionell aus der Hardcore Szene stammend, weitestgehend den Spagat zwischen zuckersüßem Pop und punkiger Dynamik so gut hingekriegt, dass auf ihren Konzerten von den HC Kids der ersten Stunde bis zu 15jährigen BLINK 182 Fans nach wie vor alle subkulturellen Spektren vertreten sind.
War der letzte Longplayer „Coming Home“ allerdings schon sehr poppig und musikalisch fast beliebig, nutzen NFG jetzt, mit dem zweiten Release ihrer Post-Majorlabel-Era, die Chance allen noch mal zu zeigen, dass man nach wie vor seine HC Roots nicht vergessen hat und Songs schreiben kann, die stilistisch auch ohne weiteres auf älteren Platten ihren Platz hätten finden können. Komplettiert wird die, übrigens auf dem HC Label Bridge 9 erscheinende 6 Song EP durch 3 Coverversionen von Bands die gerade in NFG’s Anfangszeit Ende der 90er Jahre Haupteinflüsse aufs Songwriting gewesen sind, namentlich GORILLA BISCUITS, LIFETIME und SHELTER. Stilistisch ist das natürlich alles großartig, die neuen Songs sind schneller und heavier als alles was man von der Band seit Jahren gehört hat, und mit If You Don’t Love Me ist hier sogar ein echter Hit vertreten, der fast so klingt, als würde er direkt vom großartigen Debütalbum Nothing Gold Can Stay kommen. Was in seiner Gesamtheit allerdings nicht darüber hinwegtäuschen kann, dass die anderen neuen Songs songwriterisch eher wie schlechte B-Seiten klingen, zu unspektakulär die Melodien, zu beliebig die Moshparts mit ihren Doublebass Attacken. Wobei gute Ansätze natürlich ohne Frage da sind, nur zum ganz großen Wurf zurück zu den eigenen Wurzeln reicht es damit eben noch nicht. Wobei die Coverversionen, vor allem LIFETIME’s Cut The Tension von deren Überalbum Jersey’s Best Dancers, durchaus gelungen um NFG-typisch Elemente ergänzt wurden, und Tip Of The Iceberg so doch noch zu einem runden Gesamtbild verhelfen.
Dass die Jungs um Ex-SHAI HULUD Sänger Chad Gilbert allerdings noch härter können, beweist die andere CD dieses Split Release, namentlich „Takin It Ova“, das Debüt der INTERNATIONAL SUPERHEROES OF HARDCORE, bei denen es sich um niemand anderes als NFG mit vertauschten Instrumenten handelt. Musikalisch wird hier typischer 88er New York Hardcore im Stil von Bands wie PROJECT X, an die mich ISOH immer wieder erinnern, JUDGE, YOUTH OF TODAY und Konsorten geboten, schnell, hart, kompromisslos und ohne Schnörkel auf die Zwölf. Sänger Chad schreit wie zu besten SHAI HULUD Zeiten, und auch ansonsten bleiben musikalisch keine Wünsche offen. Was ISOH allerdings von den meisten neuen Old School Acts abhebt, sind die ironischen und witzigen Texte, ganz in der Tradition von Bands wie CRUCIAL YOUTH oder GOOD CLEAN FUN, mit Themen die von szenerelevanten Inhalten („Screamo Gotta Go“), über eBay bis zu Safe Driving reichen, das ganze mit einem Augenzwinkern auflockern und sich angenehm selbst nicht zu ernst nehmen.
Unterm Strich also ein durchaus gelungenes Split Release, auf dem NEW FOUND GLORY beweisen, dass nach wie vor mit ihnen zu rechnen ist, und sie ihren HC Roots treu geblieben sind, nicht zuletzt durch die 12 großartigen Songs der INTERNATIONAL SUPERHEROES OF HARDCORE, die bestimmt auch Live eine Menge Spaß machen.
Info: www.newfoundglory.com »
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