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OCEANSIZE: Frames PDF Drucken E-Mail
Platten - Aktuelle Plattenkritiken
Geschrieben von Jan Laging / Jan Quiel   
Sonntag, 6. Juli 2008

Image (Supberball/SPV) Oceansize aus Manchester haben sich zumindest mit ihrem genialem "Frames"-Album einen großen Namen in der progressiveren Musikwelt aufbauen können. In ihren kleine Epen, welche in diesem Falle sechseinhalb Minuten nicht unterschreiten, schafft es die Gruppe immer wieder enorme Spannungsbogen aufbauen, operiert dabei aber nicht ganz so progressiv und vertrackt wie Isis oder The Ocean. Stattdessen verwenden die Musiker gebetsmühlenartig viele Wiederholungen, in denen ein Thema in mehren Schritten minimalistisch auf seinen großen Höhepunkt getrieben wird, wie in "Commemorative t-shirt" oder dem zehnminütigen "An old friend of the christy's". Aufgrund dieses nicht-alltäglichen Hörerlebnisses springt "Frames" den Hörer nicht an, sondern erwartet von ihm entdeckt zu werden. Alleine das Titelstück kann Dank seines Ohrwurm-Refrains problemlos ein breiteres Publikum ansprechen - ganz im Gegensatz zum verstörenden und metallischen "Sleeping Dogs An Dead Lions".

 

Nachdem das Album aber bereits im letzten Jahr erschienen ist, gehe ich aber stärker auf die Neuerungen der "Special Edition" ein. Bei der Live DVD handelt es sich nicht um einen schnöden Konzertmitschnitt, sondern vielmehr um eine Bandsession von 2007, die im heimischen Manchester aufgenommen wurde. In einer geräumigen Fabrikhalle spielen Oceansize, von gleißenden Scheinwerfern beleuchtet, das komplette "Frames"-Album, das sprichwörtlich in einem neuen Licht erscheint. Denn statt möglichst eng am Original zu bleiben, hat das Treiben geradezu den Charakter einer Jam-Session, da - vermutlich und zum Glück -wenig an den Aufnahmen nachbearbeitet wurde (wenn überhaupt). Dies hat zur Folge, dass sich die Versionen teils deutlich unterscheiden und gleichzeitig der Wechsel von der Studio- zur (sehr geschätzten) Liveband sehr gut umgesetzt wurde. Die "Frames"-Sücke klingen insgesamt live eingespielt deutlich rauer und härter, wirken jedoch nicht minder intensiv. Wer jedoch auf  eine optische Inszenierung des Albums gehofft hatte, wird von der Neuauflage enttäuscht: Die DVD zeigt lediglich die Musiker beim Musizieren, ohne Animationen, Effekten oder Ähnliches; man sieht sogar Tontechniker und Kameraleute beizeiten durchs Bild huschen. Bei diesem Mitschnitt geht es also nicht um die große Show und Eigendarstellung, sondern nur um die Musik… und die ist großartig.

Weiterhin beinhaltet die DVD ein 26-minütiges Making-Off , das durchaus unterhaltsam geraten ist und die einzelnen Musiker in den Vordergrund rückt. Und wäre dem nicht genug, sind noch drei weitere Livetracks enthalten, die jedoch eher bescheidene Soundverhältnisse besitzen. Anderseits sind diese (u.a. die oben genannten) somit in drei Versionen in dem Package enthalten (live eingespielt, live vor Publikum und das Original), was für Fans sicher seinen Reiz haben wird. Zudem befindet sich eine nette Slideshow auf der DVD , in der mit einigen schönen Fotos der Produktionsprozess nachgezeichnet wird. Irgendwo hier sollen auch zwei weitere, neue Stücke versteckt sein, die ich aber beim besten Willen noch nicht entdecken konnte (wenn jemand weiter weiß, kann er gerne einen Kommentar abgeben). Als Oberbonus sind Cd und DVD in einer schlichten weinroten Box verpackt, die wirklich edel aussieht und zudem einen kleinen Oceansize-Sticker beinhaltet. Das Fazit könnte also nicht kürzer ausfallen: Wer das Album noch nicht besitzt, bekommt nun den ultimativen und sehr lohnenswerten Anreiz. Für Freunde anspruchsvoller Musik stellt die Neuauflage eine echte Pflichtanschaffung dar.

Kritik von Jan Quiel 

(Superball/SPV)  OCEANSIZE - ein aufregende Mischung aus Progrock, Manchester -Sound und einer kleinen Portion Hardcore... naja so Post-Hardcore halt. Aber ist das wirklich so aufregend wie immer alle sagen? Der erste Durchlauf bestärkt das Gegenteil. Doch der Teufel steckt bekanntlich im Detail. Und wenn man sich die Zeit für "Frames" nimmt und die Platte wieder und wieder rotieren lässt, kommt das Gefallen am Zweitwerk von OCEANSIZE ganz von alleine.

Nichts zum ausflippen aber zum genießen und bewundern. Prog halt mit psychodelischen Elementen. Aus Manchaster muss halt nicht nur Bripop kommen.
"Frames" behinhaltet gerade mal 9 Songs. Aber die sind alle locker über 6 Minuten, was hier und da auchmal anstrengend werden kann - aber trotzdem gut. Muckermusik aber gut. Verdammt. "Unfamiliar" und "Trail of fire" sind absolute Anspieltipps.

OCEANSIZE haben gut nachgelegt. Könnte live vielleicht anstrengend werden aber auch da werden sie uns sicher das Gegenteil beweisen.  Runde Sache! Muss man aber auch mögen...

Info: www.oceansize.co.uk

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