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PSYCHOPUNCH: Moonlight City PDF Drucken E-Mail
Platten - Aktuelle Plattenkritiken
Geschrieben von Jan Laging   
Montag, 21. Januar 2008

Image (Silverdust/Soulfood) Zahlreiche Gruppen leisten sich nicht nur ein prägnantes Bandlogo, sondern ebenso ein aussagekräftiges Maskottchen, welches den Wiedererkennungswert der Platten erhöhen soll. Psychopunch haben jedenfalls auf jedem ihrer überaus zahlreichen Veröffentlichungen dieselbe leichtbekleidete Dame platziert, die mal als Matrosin, mal als Detektivin ihre Unterwäsche präsentiert. Auf „Moonlight City“ tut sie eben dies an einer Tabledance-Stange - soweit, so langweilig, so erwartungsgemäß…und genauso beginnt auch das Album. Denn wer anhand von Namensgebung und Albummotiv noch nicht auf den Stil der Gruppe gekommen ist, darf sich bei der aufjaulenden Gitarre von „It Remains To Be Seen“ an die Stirn schlagen. Backyard Babies, Hellaopters und Gluecifer, ich hör´ euch trapsen.

 

Doch im Gegensatz zu so anderen ehemaligen White Jazz-Bands haben es die Schweden „nie so richtig“ geschafft. Das könnte vielleicht auch daran liegen, dass sie ihre Metalvergangenheit gerne mal aufblitzen lassen. Jedenfalls scheinen auch Gruppen jenseits von Motörhead noch ihren Einfluss hinterlassen zu haben, ebenso wie klassische Hardrock-Gruppen. Insofern verstecken sich die „frischen und unverbrauchten“ Arrangements jedenfalls mit Bravour und hey: ist das denn so schlimm? Warum stehen die Musiker nicht einfach dazu, dass sie Musik machen, deren Stammbaum kaum mehr nachvollziehbar ist. Wenn es ähnlich euphorisch klingt wie bei „No One Really Knows“ ist doch alles bestens. Psychopunch klingen jedenfalls sehr eigenwillig und auch authentisch, wenn sie – verhältnismäßig uncoole – Stücke wie „If You Say No“ oder den Titeltrack dennoch in den grünen Bereich drücken. Wie ihre holländischen Brüder im Geiste (Peter Pan Speedrock) schaffen sie es, trotz altbackener Grundausrichtung (inklusiver der Texte) zu überzeugen. Selbst wenn „It Hurts Me More Than I Can Say“ gar Aerosmith in die Referenzen-Liste einreiht, wirkt das Resultat irgendwie souverän.

Dennoch sind Psychopunch sicherlich keine einfachen Zeitgenossen und polarisieren unbedingt: Rock Hard vs. Visions, Bikertreffen vs. Alternative Party, Heavy Metal vs. Punkrock, Kaufempfehlung vs. peinliches Betroffensein. Die Wahl liegt bei euch...

Info: www.myspace.com/psychopunchvst
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