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SON : A Granular Scan PDF Drucken E-Mail
Platten - Aktuelle Plattenkritiken
Geschrieben von Jan Laging   
Freitag, 18. Januar 2008

Image (Trust/Cargo) Das Damoklesschwert baumelt bedenklich tief über den Köpfen von Musikern, deren Selbsteinschätzung gerne mit Selbstüberschätzung einhergeht. Jedenfalls macht es ein Album mit einem richtig beschissenen Cover (muss man mal so offen sagen) nicht sympathischer, wenn einem in dem Beipackzettel Gott, die Welt und die Probleme des Musikgeschäfts im Allgemeinen erklärt werden. Problematisch wird das Ganze, wenn ein derart uninspiriertes Lied wie „How To End“ gleich an den Anfang der Cd gesetzt wird. Was soll man dann noch von diesem Newcomer erwarten?

 

Allerdings sind die Bandmitglieder mitnichten musikalische Anfänger, sondern haben bereits in anderen Gruppen Erfahrung sammeln können, die (höchstwahrscheinlich) noch in anderen Genren unterwegs waren. Jedenfalls könnte man seinen Plattenspieler verwetten, dass die Gruppe in den 90ern „noch voll Alternative“ gewesen wäre. Heute jedoch fehlt der Band selbst dieser rote Faden, so dass „A Granular Scan“ seltsam orientierungslos wirkt. Im Grunde sind SON eine Alternative Band, die versucht moderne Screamo, Emo und Punk-Elemente zu integrieren, also alles, was gerade halt mal so „in“ ist. Das Grundproblem von der Gruppe aus Soest  (und so vielen anderen) ist, dass sie einfach unglaublich „deutsch“ klingen (natürlich im Sinne eines musikalischen „deutsch“). Dies wird vor allem durch einen gewissen 90er Jahre Alternative-Geist herbeigerufen, der durch die Stücke des Albums spukt. Vor allem die vergessene One-Hit-Radio-Band Band Sub7en will einem nicht aus dem Hinterkopf weichen, während sich die Stücke des Albums verhaken, verlaufen und irgendwie so gar nicht ankommen wollen. „Inharitance“ könnte auch im Vorabendprogramm vom ZDF als Hintergrundmelodie laufen und keinen würde es stören.

Das Ergebnis klingt insgesamt sehr vorhersehbar: Die Strophe/Refrain-Songs steuern jeweils in melodische und hymnische Refrains, die von der Pathos-Stimme des Sängers bestimmt und gerne mal durch sinnfreies Gebrüll aufgelockert werden. Neben den sehr abtörnenden 90er Alternative-Momenten wirken vor allem diese härteren Momente ziemlich aufgesetzt. Hier soll zusammengefügt werden, was einfach nicht zusammengehört. Vor einigen Monaten erreichte uns ein ähnliches Album von Bleed The Dream, die mit den selben Problemen kämpfen mussten: Alternative Rock + Screamo = künstlich und unglaubwürdig. Gerade die Shouts nimmt man SON so gar nicht ab, ebenso wenig wie die simplen Texte. In ihnen treffen tausendmal gehörte Metaphern aus dem großen Lexikon der rockigen Lyrik aufeinander, im Sinne von „Wastelands don´t fade away butterflies!“. Die Motivation des Albums lässt sich einzig daraus erklären, dass die Gruppe die „Wir machen jetzt mal genau die Musik, die wir gerade cool finden“- Schiene voll durchzieht. Und was kommt am Ende? Richtig, die - allerdings in diesem Falle sehr kurze - Piano-Ballade!

Info: myspace/sonband
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