(Redfield Records/Cargo) Sonah singen deutsche emotionale Rockmusik mit einem Hang zum Pop. Das sie es selbst als melodramatischen Pop bezeichnen, trifft die Sache dabei ganz gut. Die Marburger setzen sich textlichen mit dem alltäglichen zwischenmenschlichen Leben auseinander und erzählen von ihren bisherigen Erfahrungen und Lebensweisheiten. Einzig „Mit Aller Macht“ tritt aus dem eher scheinbar eintönigen Thema heraus und zeigt sich von der sozialkritischen Seite.
Dabei setzen Sonah nicht auf Metaphern der deutschen Sprache, sondern bringen es ungeschont auf den Punkt. Klingt ab und an etwas platt, dennoch authentisch. Musikalisch ist die Platte eine Berg und Talfahrt. So sind gerade die Anfangssongs „Herzschlag, Gegenschlag“ und „Kein Tagebuch“ sehr stark. Doch bei „Geschichten“ und „Ein Pflaster FÜR Alle Wunden“ holpert es stark. Die Tempowechsel sind teilweise nicht wirklich gelungen und es nimmt viel an Dynamik. Die Band wollte an diesen Stellen einfach zu viel von ihrem vorhandenen Ideenreichtum in ihr Debüt packen, was letztendlich die Platte im Mittelsektor abschwächen lässt. Erst zum Ende hin glättet sich der holprige Weg und findet mit „Komm zurück“ und dem bereits erwähnten „Mit Aller Macht“ einen zufriedenstellenden Abschluss. Potential ist vorhanden.
Gerade live haben es Sonah bereits zeigen können, dass auf der Bühne die Songs nicht so holprig sind wie auf Platte. Wer sich selbst davon überzeugen will, der kann Sonah zusammen mit ihren Labelmates Fire In The Attic im März auf Tour sehen.