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THE CANCER CONSPIRACY: Omega PDF Drucken E-Mail
Platten - Aktuelle Plattenkritiken
Geschrieben von Jan Laging   
Donnerstag, 6. Dezember 2007

Image (Make My Day Records/Alive) Die Entstehungsgeschichte von “Omega” ist lang, betrüblich und alles andere als ermutigend für junge Bands: The Cancer Conspiracy hatten mit ihrem Debüt „The Audio Medium“ gerade frischen Staub aufgewirbelt und schienen in eine glorreiche Zukunft zu blicken, als plötzlich alles um sie herum zusammenbrach: 2003 wurde bei einem Konzert ihr Tourbus geklaut, mitsamt allem Equipment. Was für eine mittelgroße Gruppe gerade noch verkraftbar gewesen wäre, bedeutete für die Band aus Burlington/Vermont den finanziellen Bankrott. Das Nachfolgealbum wäre vor diesem Hintergrund und aufgrund von rechtlichen Schwierigkeiten beinahe erst gar nicht mehr erschienen. Doch nachdem bereits ersten Aufnahmen im Internet aufgetaucht waren, wird „Omega“ nun doch noch posthum veröffentlicht.

 

Ähnlich wie Sigur Ros auf ihrem „()“ Album verzichten TCC konsequenter Weise auf jedes ausgeschriebene Wort: Dies beginnt bei dem griechischen Buchstaben im Albumtitel, den durchnummerierten Liedern („i“ – „viii“) und endet bei den instrumentalen Stücken, welche ohne Text und Stimme für sich sprechen sollen. Dies gelingt der Gruppe bisweilen recht gut, vor allem, da ihre Stücke im Vergleich zum Debüt um einiges eingängiger und nachvollziehbarer geraten sind. Sicherlich benötigt das Album einige Durchgänge, bevor sich die ersten Nummern im Langzeitgedächtnis festsetzen („ii“ und „v“), doch wirklich verspult und frickelig wird es auf „Omega“ selten. Dafür klingen viele Stücke regelrecht entspannt und harmonisch und scheinen die King Crimson Referenzen bestätigen zu wollen. Das Album fließt geradezu am Hörer vorbei und kann denselbigen zumindest streckenweise mitreißen. Das Intermezzo „vi“ ist tatsächlich irgendwo zwischen Sigur Ros und Mogwai verloren gegangen und auch „vii“ zeigt sich in elegischer Gelassenheit, bevor „viii“ sich in höchster Melodieverliebtheit hochschaukelt, sich plötzlich energischer und rockiger entwickelt, um plötzlich zu verstummen.

Allerdings wird die neue Gelassenheit von The Cancer Conspiracy nicht Wenigen zu weit gehen, da die Konzentration auf „Omega“ schnell abschweifen kann und das Album manchmal die Grenze zur bloßen Hintergrundmusik überschreitet. Dies sollte Liebhaber von experimentelleren Klängen jedoch nicht davon abhalten, das ultimative Lebenszeichen der Band für sich zu entdecken. Das Omega wird in seinem Sprachgebrauch übrigens häufig verwendet, um ein Ende zu verdeutlichen und ist damit das Gegenteil vom Anfang, dem Alpha. Ähnliche Gedankengänge dürften The Cancer Conspiracy dazu bewogen haben, ihr Album mit einem Zeichen zu versehen, das man wörtlich nehmen kann: Die Band ist leider viel zu früh auseinander gebrochen, hat aber mit ihrem Album ein schlichtes, beeindruckendes und letztes Werk erschaffen, mit dem man sie in positiver Erinnerung behalten wird und das kann ihnen keiner mehr nehmen.

Info: www.myspace.com/thecancerconspiracy
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