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TRIP FONTAINE: Dinosaurs In Rocketships PDF Drucken E-Mail
Platten - Aktuelle Plattenkritiken
Geschrieben von Jan Laging   
Dienstag, 8. April 2008

Image (Redfield Records/Cargo Records) Das vergangene Jahr wollte man gediegen im Braunschweiger Nexus ausklingen lassen, wofür sich eine Show von Antitainment bekanntlich immer ganz hervorragend eignet. Aber dann wurden die Anwesenden sehr angenehm von der jungen Vorgruppe überrascht, die zwar vom Hörensagen vielen sicher ein Begriff war, aber bis dato ein sehr unbestimmter: Trip Fontaine aus Dudenhofen haben jedenfalls mächtig Eindruck hinterlassen! Nach dem tollen Auftritt in bester At The Drive In Manier, inklusive einiger Instrumentenwechsel, war die Vorfreude auf ihr neues Album dementsprechend groß…

 

…und wurde (zumindest am Anfang) ziemlich enttäuscht. Denn der vermeintlich straighte Post-wasauchimmer-core, war unauffindbar. Und obwohl die Gruppe bei ihrem Konzert schon viele Songs von „Dinosaurs In Rocketships“ gespielt hatte, sorgte der erste Höreindruck für pure Verwirrung: Trip Fontaine klingen plötzlich völlig verspult und im ersten Moment leicht (über-)ambitioniert, scheinen sich rein gar nicht für geregelte Songaufbauten zu interessieren und verabschieden sich gleichsam von aller musikalischen Gemächlichkeit, welche den Deutschstempel bei so vielen Releases aus republikanischen Gefilden mit frischer Tinte befeuert. „Dinosaurs…“ klingt anders, unerwartet und vor allem unberechenbar und hat nach etlichen Zugaben im heimischen CD-Laufwerk die Gewissheit zementiert: TF sind noch viel besser!

Besonders die gewisse musikalische Gelöstheit, die Schubladendenken in die Schranken verweist (höhö) und Elektro und Jazz mit ihrem „temperamentvollen“ –Core Elementen vermischt, lässt den großen Mehrwert des Albums entstehen. Spannende Songaufbauten können schon mal Worte und Gesang vergessen lassen („Vicemagazinegestalt“), während andere leicht euphorisch zu Feiern und Konzertbesuch anstacheln („Shine On You Lazy Liaison“). Der Schlussakt („Some Use Many Eyes“, „Das Ende vom Zelt“) klingt hingegen eher nach unfreiwilligem Zapfenstreich und dem verkaterten Morgen danach. Dennoch macht der Longplayer trotz der Verschiedenartigkeit der Stücke als Ganzes Sinn und lässt sich (fast) nicht auf einzelne Titel reduzieren. Ein großes, weil eingängiges Ausrufezeichen setzt aber eindeutig das tolle „Echolalia“, das sich alle Hobby-DJs gerne in auf ihrem Arbeitszettel vermerken dürfen. Die Vinylversion des Albums erscheint übrigens auf Zeitstrafe, wo in der jüngsten Vergangenheit zahlreiche großartige Bands ihre Platten verlegt haben. Trip Fontaine sortieren sich neben Escapado, Antitainment, Tackleberry und Matula in die passende Referenzliste ein, die so erfrischend weit weg von einer „neuen deutschen Musikwelle“ angesiedelt ist und unglaublich viel für die nächsten Monate verspricht. Nachdem die festgefahrene Erwartungshaltung an „Dinosaurs“ nach und nach aufgebröselt worden ist, endet die Kritik mit dem Siegel: Schlicht großartig!

Info: www.tripfontaine.de
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