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Geschrieben von Marc Isenbügel
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Mittwoch, 25. Juni 2008 |
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(Bridge 9 Records) Wenn man ein Freund von intelligentem, politischem HC ist, hatte man in letzter Zeit nicht allzu viel zu lachen. Inhaltslose Prollbands, die sich eher durch die Anzahl ihrer nagelneuen Unterarm- und Halstattoos als durch wirklich gehaltvolle Messages definierten, prägen das Bild.
Das VERSE da eine ruhmreiche Ausnahme bilden und deren Texte trotz gelegentlicher Phrasen trotzdem glaubhaft und kämpferisch rüberkommen, dürfte nicht erst seit dem sehr guten Vorgängeralbum "From Anger and Rage" klar sein. VERSE sind so real wie eine HC Band Anno 2008 nur sein kann. Sie tourten bereits mehrmals durch die Juzes in Europa (wie genial war denn bitte deren Show mit GO IT ALONE im Café Nova in Essen?) und sind mit HAVE HEART und CEREMONY wohl die Zugpferde unter den aktiven Bands im BRIDGE 9 Gefüge.
Zuallererst dürfte auffallen, dass VERSE ihren Sound auf "Aggression" ein weiteres Mal weiterentwickelt haben und zwar so deutlich wie "From Anger and Rage" sich vom Debut "Rebuild" unterscheidet. War "From Anger and Rage" noch recht klassisch klingender (im Sinne des Wortes), schleppender HC im Geiste von INSIDE OUT oder CHAIN OF STRENGTH, stellt der geniale Opener "The New Fury" erstmal einige Neuerungen im Hause VERSE vor.
Sean Murphys heiserer und aggressiver Schreigesang wurde mit einem zwingenden Sprechgesang im Zach de la Rocha-INSIDE OUT Era Style gepaart, der im megagenialen Refrain "No control. No More Rules" zu "The New Fury" mündet! "The New Fury" ist so eine verdammt geniale Hymne dass man nicht umher kann seine Bude dazu kurz und klein zu schlagen und erfüllt somit (leider als einer der wenigen Songs) die hohen Erwartungen die man an "Aggression" durchaus haben darf!
"Old Guards, New Methods" und "Signals" bollern angenehm old schoolig los um dann in den gewohnt, explosiven Midtempopart auszuufern. Sehr schön! Leider befinden sich auf "Aggression" allerdings auch einige unnötige Filler ("Suffering to live…"/"Scream" und "Earth and Stone"). Das viel gepriesene in 3 Kapitel unterteilte Konzeptstück "Story Of A Free Man" verliert durch die doch recht kopflastige Konzeption an Druck und erreicht leider auch nur Mittelmaß bis ganz-ok-Status.
Wer mit "Aggression" den absoluten Überhammer von VERSE erwartet hat, wird sicherlich enttäuscht sein. Zwar stimmen die Gitarrenhooks, die Moshparts und das genial, verzweifelte Geschrei von Sean Murphy, doch zu viele Stücke plätschern dann doch recht belanglos über die gesamte Spielzeit hinweg und lassen die Aufmerksamkeit des Zuhörers schwinden. "Aggression" scheint dann in letzter Instanz dann doch die Konsequenz und die parolenartigen Kampfansagen zu fehlen, die die Vorgänger so effektiv machten. Um Comeback Kid vom Thron zu stoßen reichen zwei Kracher wie "Sons And Daughters" und vor allem "The New Fury" hier nicht aus. Allen VERSE Einsteigern sollte man nahe legen, sich auf jeden Fall auch die Vorgänger zu "Aggression" zuzulegen, denn sonst entgeht einem das Sahnehäubchen einer insgesamt sehr, sehr guten HC Band, die im Meer von belanglosen Möchtegernmachos und Kajaldeppen auch an einem schlechten Tag immer noch Lichtjahre mehr Hardcore ist als 90% der o.g. Experten.
Info: www.myspace.com/verse »
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